Auf mich soll’s Diamanten regnen!
Man muss nicht erst das pathetisch gedünstete „Jane Wyman“ an Platz Nummer Sieben auf „Diamonds Fall“
hören. Schon vorher gibt der (mittlerweile angenehm milde) Vorzeigeexzentriker Phillip Boa die musikalisch ausgereifte (und manchmal gar gesetzte) Diva. Vieles funktioniert über zurückgenommene Geschwindigkeiten und die neu engagierte menschliche Groovemaschine Jaki Liebezeit. Der nämlich veredelt ohnehin schon verspielte Stücke wie „Fiat Topolino“ zu einer rhythmisch auf dem Rücksitz fesselnden Phantasie. Dass mit dem Krautrocker mal eben der Drive zurückkehrt, den der olle Voodooclub live in den Neunzigern erst mit zwei Schlagwerkern auf die Bühne brachte, ist angedeutete Verneigung wert. Dass Boa auch die Suche nach dem perfekten Popsong wieder zur Chefsache erkoren hat, erst recht. Weit entfernt auf dem Vorgängeralbum. Ganz nah dran hier mit „Lord, Have Mercy with the 1-Eyed“, „DJ Baron Cabdriver“ oder „Coppergirl“. Und wer wissen will, wie sich eigentlich „Einer geht noch rein!“- Gesänge auf einem Boa-Album machen, hört auf dem Endgeilbeat „60’s 70’s 80’s 90’s 10“ mal genauer hin. Album ab morgen, 13. Februar erhältlich. Live in der Markthalle am 6. März! Aufschlagen, dort! (kel)

