“The Artist Formerly Known As”
Die Parallellen zu Ursula Rucker mögen ansonsten eher marginal
sein. Aber auch Santigold nimmt für sich in Anspruch, nicht nur etwas zu sagen zu haben, sondern erledigt dies mit ähnlich spürbarem Nachdruck wie die Spoken-Word-Artistin. Beide Künstlerinnen stammen übrigens aus Philadelphia und damit aus einer Stadt, deren kreative Goldgräberstimmung in Sachen Musik zurück in das Jahr 1960 reicht. Die Opulenz der Phillysounds seinerzeit trägt jedenfalls noch heute dicke Hose in vielen Clubs. Nur während die Rucker sich gerade im Tempo etwas zurücknimmt, kauert Frau Sandi White aka Santigold (ex-aka Santogold) Beute witternd in den Startblöcken und fletscht die Zähne bis kurz vor dem Start. Eine Art Grace Jones 3.0 vs. Bad Brains vs. verschleppte Dub-Beats, die seit ihrem 2008er Debüt langsam aber umso sicherer Fahrt aufnimmt. Das alles auf Hochglanz und keinen Deut unter mindestens “Status Megaphatt” produziert. Noch prägt Santigold ihren eigenen Stil. Dabei unmittelbarer Zeuge zu sein könnte spannender werden als alles später noch folgende! 29. Juli, Große Freiheit 36, Vvk hier. (kel)

