Hamburger Doom
Rein oberflächlich betrachtet beinhaltet schon die ursprüngliche Herkunft von Isis (31. Oktober, Grünspan) ein Quantum an Widersprüchen. Doom, Metal und irgendwas mit Hardcore ziehen irgendwann aus dem kulturell gebildeten Boston in das lediglich gut gebräunte Los Angeles. Dem Klischee nach benötigt es nun aber noch ein paar wirkliche Nerds unter den Musikliebhabern. Solche, die ihre Platten am liebsten mitten im regennassen Herbstlaub sitzend konsumieren täten. Der Authentizität wegen tief nachts und bei einstelligen Temperaturen. Über Null, versteht sich.
Und sei dieses Herbstgeplänkel auch nur als kräftig gemaltes Bild zu lesen. Während zuhause im schweren Teil des Bücherregales die griechische Mythologie langsam oxidiert und sich über den, hm, Gesang Aaron Turners legt. Isis’
Einordnung findet aber auch am Rande der Felder statt, die Mogwai im Post-Rock so brachial bestellten. Nicht eben wenige Diskussionen begeleiten dann 2006 die vorgebliche Domestizierung der Band während und nach einer gemeinsamen Tour mit (den ja auch nicht eben simpel gestrickten) Tool. Nach mehreren Festivalauftritten in den vergangenen Jahren kommen Isis jetzt mit dem aktuellen Album “Wavering Radiant“. Aus dem Fanlager der Band vernimmt man seither deutlich Begriffe wie “neue Kontraste” aber auch “stockende Weiterentwicklung”. Den Ball nehmen wir gerne auf und empfehlen Einsteigern das fünf Jahre alte, wegweisende Werk “Oceanic” zur persönlichen Entdeckung. Der Vorverkauf für einen mit Sicherheit hochintensiven Abend findet sich hier. 2 x 2 Tickets verlosen wir zudem noch in den kommenden Tagen. (kel)

