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„Sie wollte einfach nicht gehen!“

Friska Viljor live @ KnustDass Friska Viljor in den vergangenen Jahren Hamburg bereits des Öfteren beehrt haben, dürfte dem einen oder anderen aufmerksamen Konzertgänger nicht entgangen sein. Ganze zehn Mal spielten sie bereits hier, zählt man einige Barauftritte in der Anfangszeit dazu. Wie es zu dieser Hamburgleidenschaft kam, besingen sie auch auf „Wohlwill“, der Single von ihrem neuen Album „For New Beginnings“. Es ist ein Tribut an die Leute aus der gleichnamigen Straße nahe der Reeperbahn, in der Daniel Johansson und Joakim Sveningsson vor drei Jahren ihre Karriere in Hamburg quasi begannen. Nur wenige Meter von besagter Straße entfernt, nämlich im Knust, feierten sie am vergangenen Freitag erneut ein ausverkauftes Heimspiel. Nicht ohne uns vorher ein paar Fragen zu beantworten.

Ihr wart schon sehr oft in Hamburg und habt hier quasi eure Deutschlandkarriere begonnen. Wie ist es für euch, nach Hamburg zu kommen?
Total super, wir haben viele Freunde hier in der Wohlwillstraße seit wir vor drei Jahren als Straßenmusiker nach Hamburg gekommen sind. Steve von Black Records hat uns damals ein paar Gigs organisiert und so fing alles an. Wir haben immer noch viele Freunde hier, die wir heute Nachmittag auch besucht haben. Das Beste an Hamburg sind von daher für uns auch die Menschen hier, viel vom Rest der Stadt außer St. Pauli und der Schanze haben wir hier auch eh noch nicht gesehen.

Mittlerweile habt ihr schon mehr als zehn Mal in Hamburg gespielt, wenn man die Barshows 2006 zu Beginn mitzählt. An welches Konzert habt ihr besondere Erinnerungen?
An den Gig im Molotow 2007. Es war so heiß und der Schweiß tropfte von der Decke und alle haben mitgesungen. Micha, einer der Typen von Lockengelöt, hat so wild getanzt, dass er einem Mädchen einen Zahn ausgeschlagen hat. Sie hat ihn einfach genommen, in ihre Tasche gesteckt und weitergetanzt. Sie wollte einfach nicht gehen.
Und als wir damals zu zweit nach Hamburg gekommen sind, haben wir die letzte von den fünf Shows die wir hier hatten in einer großen Wohnung auf einer Party gespielt. Das war unsere erste große Show in Hamburg und was ganz besonders. Ein Typ hat Bier auf das Mischpult gekippt und der Sound war weg, wir mussten uns also auf Stühle stellen und einfach Schreien, ohne Verstärkung und die Leute haben trotzdem Crowdsurfing gemacht.

Was macht eure Shows eurer Meinung nach zu etwas Besonderem?
Wenn du traurig bist, und zu einer unserer Shows kommst, bist du hinterher glücklich. Naja, und wenn du kommst und schon glücklich bist… dann bist du hinterher eben noch glücklicher! Wir spielen einfach gerne und haben auf der Bühne einfach selber total viel Spaß. Von 200 Gigs gibt es vielleicht einen, bei dem wir mal nicht so Spaß hatten. Shows spielen ist natürlich das Beste am Touren, das Reisen und Autofahren dagegen hassen wir!

Ihr spielt mit wechselnden Musikern auf der Bühne. Wie ist das für euch?
Ja, wir wechseln die Besetzung zwar nicht jedes Mal, aber wir haben bestimmt sieben Drummer, fünf oder sechs Keyboarder und vier Bassisten. Wenn also das erste original Line-up, nicht kann, dann haben wir ein zweites. Wir proben aber nicht mit denen, das hassen wir am meisten am Musikmachen. Wir proben vielleicht einmal für zwei Stunden bevor wir auf Tour gehen, so behalten wir die Energie auf der Bühne bei. Unserem letzten Drummer haben wir vor der Show gesagt: „Wir spielen heute diesen Song, du hast ihn zwar noch nie gehört, aber er geht ungefähr so …“ und dann geht’s los!

Was unterscheidet euer neues Album „For New Beginnings“ eurer Meinung nach von den beiden Vorgängern?
Viele Leute haben uns gesagt, es klingt genauso wie die beiden Alben zuvor. Aber das finden wir nicht! Vielleicht sind die Unterschiede wirklich nicht so groß, für uns sind sie aber sehr offensichtlich! Für uns ist es echt total anders als die ersten beiden. Es sind ein paar langsamere Songs auf dem Album und teilweise auch lustigere. Wenn du sie öfter hörst, wirst du merken, dass in ihnen einfach mehr passiert. Die Produktion war dieses Mal durchdachter und die Texte haben sich auch verändert. Das war auf dem zweiten Album zwar auch schon so, aber dieses Mal ist es noch stärker.

Was wird eurer Meinung nach, neben euch natürlich, das „Next Big Thing“ aus Schweden?
Wir hoffen, dass die Mary Onettes ganz groß rauskommt, die sind echt gut. Aber auch unsere beiden Supportbands heute Abend, William the Contractor und Lena Malmborg sind super!

Vielen Dank!

Friska Viljor live @ Knust

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, wird das Konzert am Abend dann auch wieder zu einem Heimspiel von Friska Viljor. Mit Ukulele, Bier und guter Laune bewaffnet erobern sie das Hamburger Publikum einmal mehr im Sturm. Nach mehreren Zugaben verlässt man die Show auf jeden Fall glücklich. Oder eben noch glücklicher. (liz)

Fotos: Friska Viljor im Knust, 27.11.2009 // Doreen Reichmann



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