Sängerin Kate Cooper hat gerade ihr Bettzeug gewechselt. Zum Vorschein kommen außer dem Typen von letzter Nacht jede Menge beschriebene und wieder zerrissene Papierschnipsel statt weicher Federn. Dass das juvenile Duo An Horse auf “Rearrange Beds” auch mal mit Körperteilen und ihren (teils metaphorisch überhöhten) Gebrechen spielt, lässt den begonnenen Tag zunächst nicht wirklich erträglicher erscheinen.

Doch so viel ist klar: Wir hören einen Indie-Pop dazu, der zwischen Coopers Namensvetterinnen Nash und Bush das lässigste Melodienreichtum dieser Woche zu Tage fördert. Manchmal klingen die beiden Australier dann, als hätte man ihnen dieses besondere skandinavische Handclap-Pop-Gen eingepflanzt. Bandkollege Damon Cox lässt also seinen Trommeln und Schellen ebenso wenig Ruhe, wie die latent angefressen wirkende Frau Cooper der Welt gegenüber auf der anderen Seite ihres Schlafzimmerfensters nachgibt. Die Legende will übrigens wissen, An Horse hätten ihre ersten Live-Shows in einem fensterlosen, staubigen Independent-Plattenladen absolviert. Ihre Shoegazer-Attitüde mag nicht vom überfälligen Schritt ins Licht herrühren. Ihr damaliger Chef mag nicht an sie geglaubt haben. Alleine “Little Lungs” jedoch exhaliert schon Parole genug. Und neun weitere Songs drumherum halten “Rearrange Beds” auf einem konstant rohen wie hohen Newcomer-Level. Guter Tag! (kel)

Am 4. Juni spielen An Horse im Molotow und werden auch auf dem Deichbrand-Festival die Elbe hinauf in Cuxhaven (16. bis 18. Juli) zu sehen sein.

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