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Album der Woche: Unbunny

“Ich bin hier nicht in Seattle, Jan!” schreibt Jarid del Deo auf einer scheinbar tocotronisch verwirrt anmutenden Postkarte aus Florida an sein deutsches Label. Mitten unter Flamingos, zu viel Sonne und vor allem ohne Gitarre aber mit den besten Wünschen nach Hamburg. Deo ist der musikalische Duschkopf von Unbunny (24. Mai Frau Hedi, 25. Mai Grüner Jäger). Und die klingen eigentlich weitaus wärmer, als der Titel “Moon Food” vermuten lassen könnte.

Vielleicht könnte man ihn eine gut abgehangene Mischung aus Stefan Stoppok und Neil Young (“Young men are easy Prey”) rufen. Vielleicht würden Nada Surf so ähnlich klingen, nachdem sie die Liebe entdeckt hätten. Deo mag einer dieser unverbesserlichen Chaoten sein, die mehr schlecht als recht quer durchs Leben stolpern. Nichts ist eben perfekt zwischen der hässlich kargen Bullshit-Town aus “You run like a Girl” und dem einladenden “Landslide” gleich zu Beginn. Es ist dieser sehnsuchtsvolle Wortwitz (gerne auch mal auf die eigenen Kosten), der sich wie ein roter Faden durch fast alle zehn Lieder zieht. Manchmal so tiefgründig oder wahlweise zynisch, dass man nach der Sonne im Arsch ein wenig suchen muss. Dem ist dann auch nach erfolgter Wahrheitsfindung nichts weiter hinzuzufügen. (kel)

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