Album der Woche: Jan Delay & Disko No.1
Au weia, verdammter lokalkünstlerischer Konsens trotz erneutem “Album 2.0″? Pure Kalkulation oder kühne Live-Konsequenz von einem, der selbst tönt “Ich wohne demnächst auf dieser Bühne”? Wir haben da einen schönen Kompromiss für Jan Delay-Nerds aus Astrastube und Umgebung.
Hamburg schüttelt was es hat (“Überdosis Fremdscham”). München wärmt sich auf für das was folgt im “Showgeschäft”. Über die Livequalitäten von Künstler und Disko No.1 ist schon lange alles gesagt. “Wir Kinder vom Bahnhof Soul (live)” dokumentiert die einfache Tatsache, es (neben Seeed) mit Deutschlands phattester Live-Produktion zu tun zu haben. Mit der Betonung auf Groovefreudigkeit und Spielintelligenz. Gast Udo macht den Falco beim “Abschlussball”, das Publikum dreier Tourstationen vom März 2010 besorgt, tüchtig in den Vordergrund geholt, den Rest. Nette Anekdote am Rande: Drei der Stücke wurden in der Stuttgarter Hanns Martin Schleyer-Halle aufgenommen. Drei Jahre nach der (mittlerweile verhallten) medialen “Söhne Stammheims”-Diskussion. Wer jetzt zugreift und für die Kohle doch eigentlich viel lieber in das nächste Delay-Konzert stürmen wollte, kommt am 24. Juli mit: Umsonst & Draußen in St. Peter-Ording. (kel)

