Am Rande des Sturmes
Wie schön sich die Hurricane-Lust auf den G-Punkt festnageln lässt zeigte am Wochenende der Kollege Dendemeier nach zweieinhalb Tagen mit folgendem Zitat: “You can’t hurry love but you can love Hurricane!” +++ Fremdscham dagegen bei der billigen Anbiederei derer zu Revolverheld: “Letztes Jahr waren wir noch selbst auf dem Campingplatz, jetzt stehen wir hier auf der Bühne”. Und sonst noch so?
“Wer zum Teufel sind diese Headliner Billy Talent?” fragte sich derweil ein US-Amerikanischer Frontmann, der ungenannt bleiben möchte. Die Kanadier also in Deutschland ganz klar populärer als nahe ihrer Heimat. Vielleicht dort ja mal als denkbarer Madsen-Support? +++ Unterbrechung 1: Nach Andrang in der neuen White Stage wurde das dortige Programm Samstagabend abgebrochen und die Headliner (u.a. Frittenbude) verlegten ihre Gigs nach Hamburg auf den Kiez, um dort zu überraschen +++ Unterbrechung 2: Bei den Deftones am Samstagnachmittag auf der großen Bühne hielt Sänger Chino Moreno plötzlich inne und forderte Sanitäter auf, sich in den vorderen Zuschauerraum zu begeben. Dort sei bei wildem Tanz jemand verletzt worden. Bis dieser verarztet war, warteten alle geduldig, ehe die Deftones weiter rockten +++ Unterbrechung 3: The Gaslight Anthem unterbrachen am Sonntagnachmittag für ein paar Minuten ihren Auftritt, um völlig gebannt den Sprung eines Festivalbesuchers vom Bungeekran zu verfolgen +++ Unterbrechung 4: Mal abgesehen von der nächtlichen Kälte hielt sich das Wetter über alle drei Tage sehr freundlich. Lediglich am letzten späten Nachmittag gab es während LCD Soundsystem eine kurze Pause in Form eines kräftigen Regengusses, der den Platz leicht unter Wasser setzte. Wohl denen, die ihre Zelte bereits abgebaut hatten. (kel/cR)
Foto: Isabel Schiffler / Jazzarchiv Hamburg


Am 23. Juni 2010 um 14:33 Uhr
Fremdgeschämt wurde aber nicht nur bei Revolverheld: als Benjamin Kowalewicz sagte er wünscht Deutschland den WM Sieg ging´s ja noch…als er dann im Deutschland Trikot performte hatte ich Fremdscham-Gänsehaut!
Am 23. Juni 2010 um 16:09 Uhr
… oh ja, das war ein bißchen “too much”, aber m.E. ehrlich gemeint. Und die Jungs bringen konstante Top-Leistung und zeigen, dass sie Spaß dabei haben – egal, ob vor 400, 4.000 oder 40.000 Leuten !
Aber im Prinzip ist doch das ganze Wochenende mit einer ganzen Menge Fremdschäm-Situationen übersäht, insbesondere wenn viele das Festival als ihre Schul-Abschlussfahrt nutzen und meinen, dass man jeden Tag mindestens 4 o/oo im Blut und auch “total witzige” Klamotten haben muss … egal, ist ja groß genug, um denen aus dem Weg zu gehen ! ;-)