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3 Fragen an: Musikfotografen

Am 6. August 18:00 Uhr beginnt endlich die mit Spannung erwartete RAHMENLOS 360°– Ausstellung der Musikfotografen im Knust. Wir präsentieren dieses Event voller Vorfreude und haben uns von Martina Drignat – einem Drittel der Musikfotografen – im Vorwege drei Frage beantworten lassen:

Fotos hängen – gerade mit solchen Konzepten wie Eurem – für gewöhnlich in Museen und Galerien. Warum habt Ihr das Knust als Ausstellungsort gewählt?

Galerien sind unseres Erachtens nach zu klinisch für diese Motive. Unsere Fotos sind größtenteils in dunklen, schmutzigen Clubs entstanden, in diese Atmosphäre passen sie für uns am besten. Und da wir seit Jahren nun schon mit dem Knust zusammenarbeiten und uns dieser Laden einfach ans Herz gewachsen ist, hatten wir Lust mal etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Im Knust bzw. im damaligen Schlachthof noch habe ich auch zum ersten Mal bei einem Konzert fotografiert, das macht es für mich umso schöner, dass die Ausstellung dort stattfindet – meine erste in dieser Größenordnung.

Ihr habt ein grosses Archiv, aus dem Ihr schoepfen koennt. Wonach habt Ihr bei der Auswahl der auszustellenden Fotos entschieden?

Wir hatten erst gemeinsam überlegt, ob und wenn ja wie das Thema wir unserer Ausstellung lauten könnte und merkten schnell, dass es schier unmöglich ist, unsere Fotos auf einen Nenner zu bringen, da sie sich genauso stark unterscheiden wie wir drei uns als Menschen. Kelman [Michael Kellenbenz, Anm. d. Red.] kam auf die Idee, einfach keinen Rahmen festzulegen, weil wir uns von vorne herein einig waren, dass wir unsere Bilder nicht gerahmt und hinter Glas aufhängen wollen. Bei der Auswahl der Bilder haben wir uns auf den Blickwinkel konzentriert, Musiker auch im Profil zu zeigen, von hinten oder auch von oben… Bilder, die eine eigene Geschichte erzählen und eben Schnappschüsse. Für uns ist es zweitrangig, ob man den Musiker auf dem Bild erkennt oder nicht.

Ihr habt ja nun schon zahlreiche Acts vor der Linse gehabt. Bei wem habt Ihr am liebsten fotografiert; wen haettet Ihr wahnsinnig gern mal im Sucher und warum?

Es ist großartig, wenn man in der Musik völlig aufgehen kann und einfach intuitiv fotografiert, ohne drüber nachzudenken… ich kann mich noch gut dran erinnern, wie ich Klez.e vor einem Jahr im Knust fotografierte und so einen Moment hatte. Da geht es auch weniger darum, ob man die Lieblingsband fotografiert oder ob man die Band noch gar nicht kennt. Lieblingsbands zu fotografieren kann oft auch in die Hose gehen, wenn die Erwartungen zu hoch sind, die Beleuchtung schlecht ist oder wenn man keinen Platz hat sich vor der Bühne zu bewegen geschweige denn auf die Bühne darf. Deswegen ist es schwierig zu sagen, welche Bands ich gerne mal porträtieren möchte… zu meinen Lieblingsbands, die ich aber noch nicht vor der Linse hatte und gerne mal porträtieren möchte, zählen auf jeden Fall Sigur Rós und Arcade Fire.

Interview: Carina Rudolph


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