Während der ersten Stücke fühlt es sich zwar fremd an, aber man lässt den Künstler und früheren Sänger der Hamburger Band Fink mal machen. Nils Koppruch hakt sich ein und zieht uns mit durch zwölf Kurzfilmsequenzen, die in Liedern auf seinem zweiten Album verpackt sind. Die ersten Wege führen uns an Flüssen voller Milch vorbei und durch triste Backstageräume in denen der Musiker auf seinen Auftritt wartet. Und dann so, “Caruso”?

Koppruch hat sich Hände voll Gastmusiker in seine Filmcrew geholt. Mit Country, Swing und Jazzeinflüssen vollenden u.a. Almut Klotz und Ecki Heins die Klangbilder. Bis zum fünften Stück ist “Caruso” eher ein Spaziergang denn geruhsames Ansehen der Arrangements. Die Aussicht wird dann im Duett mit Gisbert zu Knyphausen genossen, und plötzlich geht es in schnellerem Tempo weiter über den morgentauenden Hamburger Berg und die Momente in denen eine Gabel statt des Löffels gegriffen wird, weil wir verrückt vor Liebe sind. Im Instrumentalstück “Wien 91/5“ klingt Elektronisches durch und wir bleiben an seiner Seite bis zur letzten Einstellung. Zwischen brennenden Straßen sucht Nils Koppruch dort meisterhaft lyrisch einen Eingang in die Geborgenheit. Wir verlassen hier den Kinosaal. Zwischen Banjozupfern hoffen wir dass die klemmende Tür in “Stadt der Angst“ sich bald öffnet. (tk)

Freitag, 13.08.2010 Michelle Records, Schaufensterkonzert
Donnerstag, 19.08.2010 Uebel & Gefährlich, Dachgarten

Share.

Leave A Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.