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2 x 3 Fragen an: The Posies

Das Album? Super. Ehrlich mal, das Ding geht runter wie Öl. Ist einfach wunderschön und für Freunde von Nada Surf und Co. absolute Pflicht. Ein Sahnestückchen im Indiekuchen, ein Veröffentlichung so besonders wie ein Fallrückzieher aus 16 Metern. Und nein, das ist nicht übertrieben. Denn sie machen hier so viel richtig und so viel Tolles. Ein Lied wie „She’s Coming Down Again“ zum Beispiel muss man lieben. Auch „Licences To Hide“ – ihre Zusammenarbeit mit Lisa Lobsinger von Broken Social Scene – ist zum Verlieben schön. Hach, lange hat es gedauert, aber nun haben The Posies einen Fan mehr.

Am 1. Oktober ist „Blood/Candy“ erschienen. Ihr erstes Album seit fünf Jahren, auf dem sie sich der dezenten Elektronik öffnen, Klavieren den Ton überlassen und trotzdem weiter powerpoppen. Großen Respekt, Jungs, herzlichen Glückwunsch. Ihr seid sicher sehr stolz. Oder Herr Stringfellow?

Wie fühlt man sich als Posie im Jahre 2010?

Ehrlich gesagt ziemlich großartig. Wir spielen besser als je zuvor, wir haben ein tolles Album gemacht und bekommen dafür großartige Reviews. Es ist kaum zu glauben, aber auch wenn es die Band jetzt schon 23 Jahre gibt, fühlt es sich wie eine ganz neue Erfahrung an. Das Leben überhaupt meint es gut mit mir. Ich habe eine wundervolle Familie, ein aufregendes Leben und bin – toi, toi – gesund.

Was war eure Motivation, ein neues Album zu machen?

Wir fühlten, dass es an der Zeit war. „Every Kind Of Light“ liegt schon lange zurück und ich wusste, dass wir uns als Band entwickelt haben. Wir sind für das letzte Album viel getourt und haben dann diese längere Pause gehabt. In dieser Zeit haben wir neue Dinge gelernt und erlebt, und jetzt eben viel zu erzählen.

Was ist denn in den letzten fünf Jahren passiert?

Wir sind erst mit „Every Kind …“ getourt. Dann war es an der Zeit, für mein 2004er Solalbum „Soft Commands“ auf die Straße zu gehen. Ich hatte zuvor nur eine kleine Tour gespielt, diesmal war ich überall in Europa, in Asien, Südamerika. Und es war fantastisch. Anschließend gründete ich The Disciplines, meine Band in Norwegen. Wir haben im letzten Jahr unser Album „Smoking Kills“ in Deutschland veröffentlicht, sind durch Europa und die USA getourt. Dazu hatte ich einige Produktionsjobs. Es war also einiges zu tun.

Ich habe viele Interessen und eine Menge Verbindungen zu den unterschiedlichsten Szenen. Und ja, das bedeutet, dass es länger dauert, ein Album zu machen, aber ich sammel dadurch eine Menge Erfahrungen, die dem Resultat am Ende zu Gute kommen.

Es gibt einige neue, andere Stile und Mittel auf „Blood/Candy“ – wie würdest du das Album beschreiben? Und wie wichtig ist es dir im Verhältnis zu euren anderen Platten?

Ich glaube wirklich an dieses Album. Es repräsentiert unsere harte Arbeit, unsere Leidenschaft und unsere Inspiration. Für mich ist es ein Album, für das man sich an uns erinnern soll. Es klingt neo-psycheldeisch, was eine sehr vage Kategorie ist. Denn ich halte auch MGMT für eine Psychedelic-Band …

Ihr habt Songs mit Lisa Lobsinger (Broken Social Scene), Hugh Cornwell (The Stranglers) und Kay Hanley (Letters To Cleo) gemacht – wieso gerade diese drei und ist es Zufall, dass diese drei Nummern das Album eröffnen?

Nein, das ist einfach so passiert und es klingt gut in dieser Reihenfolge. Ich hatte die Idee, bei „Licences To Hide“ mit weiblichen und bei „Plastic Paperbacks“ (mit Hugh Cornwell) mit tiefen, sprechenden Stimmen zu arbeiten, weil das sicher cool klingen würde. Und Kay kennen wir seit Jahren, sie hat via Twitter ihre Hilfe angeboten, als wir gerade beim Mixen waren. And we mixed her in …

Am 15. Oktober spielt ihr im Silber in Hamburg.

Und wir haben immer noch Feuer. Es ist cool, alles ein wenig langsamer und ruhiger anzugehen – aber so spielen wir nicht! Haha!

Interview: Mathias Frank


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