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3 Fragen an: Wolf Maahn

Man kann sich den unterirdisch platten Spaß machen und ihn als den „Alten Wolf des Deutschrock“ beschreiben. Wolf Maahn (29. Januar, Fabrik) würde dafür vermutlich nicht einmal ein Hauch von Verachtung umwehen. Und wenn einer sein aktuelles Album „Vereinigte Staaten nennt, dann finden darin ganz sicherlich weder Obama noch große Kriege statt. Angesprochen auf die Uralt-Springsteen-Vergleiche der Kritiker aus den fernen Achtzigern wehrt Maahn auch umgehend ab. „Ha ha, nee, das ist ja echt alter Kram, das beschäftigt mich nicht. Es geht mir um die Unterschiedlichkeit von Menschen und Höhen und Tiefen ihres Zusammenleben auf diesem Planeten.“

Aha! Und apropos Zusammenleben auf dieser einen Erde. Maahns gesellschaftspolitisches Engagement fuhr nie hinter einem ganz bestimmten Karren her. Der Feind versteckte sich zwar einst 1986 ganz konkret hinter den Stacheldrahtzäunen der geplanten Atom-Wiederaufbereitung Wackersdorf. Rot-Grüne Fahnen wehen deshalb noch lange nicht auf seinen Konzerten. „Klar, immer konstruktiv, solange es geht und offen für neue Ideen. Die Wahl der Worte wird wieder wichtig.“ entgegnet der weit gereiste 55jährige auf die Feststellung, seine lokale wie globale Kritik habe immer schon in einem positiv gestimmten, konstruktiven Ton geklungen.

Und auch wenn sich die mitunter für manche Zeitgeister überkritische Linksalternative das Leben selbst schwerer macht, als es vielleicht gerade sein müsste, zollt Maahn ihr und unserem Land mit einem knappen „Was wir auch machen, wir machen es sehr gründlich.“ augenzwinkernd Respekt.

Musikalisch begegnet er dabei durchaus mal der eigenen Vergangenheit. Vereinzelte Parallelen zum (von Maahn seinerzeit produzierten) Wolfgang Niedecken-Solo-Album „Schlagzeiten“ (1987) in Form der manifestierten entspannten Grundhaltung sind offenbar. Wenn auch für den Künstler spontan etwas überraschend: „Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Ja, da gab es z.B. diese entspannte Swing Nummer arrangiert von Paul Kuhn. Vielleicht das ein ähnlicher Entspannungsvorschlag wie mein Song “210”, das ist im Prinzip auch Swing, eine interessante Farbe in einem Rock Album.“. Und in der Tat: Ein simpel gestrickter Schwarz-Weiß-Blender war der Berliner Linkshänder zeit seines kontrastreichen Lebens niemals. (kel)

Fotos: Pressefreigabe | regioactive


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