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3 Fragen an: Ghost Of Tom Joad

So lange gibt es die Band noch gar nicht. 2006 haben sich Ghost Of Tom Joad gegründet. Es folgten eine Menge Touren und Konzerte, ein sackstarkes „Matterhorn“ – und nun ihr bisheriges Meisterwerk: „Black Musik“. Ein Album voller düsterer Pop-Musik, Synthies und Gitarren, 80er und Wave-Einflüsse. Voller verkopfter Klänge und aufregender Sachen. Musik zum Tanzen und Genießen (bitte hier den Titeltrack hören und sehen). Meisterlich eben. Oder um es mit den Worten von Sänger Henrik Roger zu sagen: „Wir sind eine Indieband, die auf punkige Art und Weise R&B-Songs spielt.“

Die drei Jungs kenne sich seit über zehn Jahren und sind Kumpels. Sie haben im Keller der Eltern ihres Drummers Christoph Schneider die Songs geschrieben, anschließend mit Dennis Scheider (Ex-Muff-Potter und Boss von Richard-Mohlmann-Records) aufgenommen. Sie gehören zusammen und werden gemeinsam im Salon Hansen (Lüneburg, 10. März) und im Hafenklang (12. März) spielen. Denn einen spontanen Ausstieg in bester Interpol-Manier ist bei diesem Trio eher nicht zu befürchten. Wir trafen Henrik auf einen kleinen Plausch in den Räumen der zuständigen PR-Agentur in Hamburg. Netter Typ das.

Hat sich das Verhältnis zwischen euch in den letzten Jahren verändert?

Die Perspektive, dass wir auch finanziell zusammen hängen, ist bei uns weniger ein Grund für eine Veränderung der Beziehung, als die Sachen, die man gemeinsam erlebt hat. Eine Platte aufzunehmen, die nicht rauskommt, oder ständig auf Tour zu sein. Da hat man sich schon einige Sachen an den Kopf geworfen. Mittlerweise ist unser Miteinander schon eher ein geschwisterliches Ding. Man weiß, was der andere für Macken hat, und man weiß, dass man sie nie ändern werden kann. Man regt sich auch gar nicht auf, sondern lächelt nur milde. Wir sind eben echt zusammen gewachsen und wir wissen, dass man sich auch mal hassen darf, ohne dass das gleich das Aus bedeutet. Dass wir auch eine Firma zusammen haben, merkt man natürlich. Zum Beispiel wenn die Steuererklärung ansteht und Christoph fragt, ob es noch Sachen dafür gibt. Aber das ist keine Sache, die uns menschlich oder in unserer Beziehung verändert hat.

Was macht ihr überhaupt noch selbst und was machen andere?

Generell haben wir überall das letzte Wort, was Luxus ist, aber anders keinen Sinn macht. Es bringt niemanden etwas, wenn jemand was entscheidet, was die Band nicht gut findet. Man gibt die Dinge ab, aber ist überall eingebunden. Wir arbeiten zum Beispiel mit Grace Helly aus Hamburg zusammen, die unsere Artworks machen, und haben mit dem Grand Hotel Van Cleef ein fantastisches Booking. Das ist fantastisch, dass wir mit so tollen Leuten zusammen arbeiten, denn ich könnte nicht mit Leuten arbeiten, die scheiße drauf sind oder die man doof findet. Und die ganzen Facebook- und Internetsachen machen wir selbst, also da sitzt kein Praktikant. Das finde ich wichtig, damit die Leute, die einen gut finden, immer den heißen Scheiß erfahren.

Die meiste Zeit aber geht für’s Proben und für’s Konzertespielen drauf. Man macht jedoch auch eine ganze Menge nebenbei. Hier mal ein Interview, da mal ein Telefonat, das merkt man kaum. Es fühlt sich auf jeden Fall so an, dass die Musik noch immer im Vordergrund steht.

Nun geht es mal wieder auf Tour.

Noch haben wir riesigen Bock. Wir hängen im Proberaum ab und freuen uns. Aber ich weiß auch, dass es mir auf Tour fehlen wird, dass ich hinter mir einfach die Tür zumachen kann. Wir haben aber zwischenmenschlich eine Menge gelernt, daher könnte die Tour mögclicher Weise sehr entspannt werden. Und ich bin natürlich gespannt, wie die Leute auf die neuen Sachen reagieren. Das Wichtigste ist, dass man gut spielt und ne gute Zeit hat, aber ebenso wichtig ist, dass Leute kommen, dass die Hütten voll sind. Wir waren jetzt gefühlt seit ’nem Jahr nicht mehr unterwegs und daher kann ich es schlecht einschätzen, wie viele da kommen werden. Wir werden sicher eine gute Zeit haben. Und wenn sich 100 oder 150 Leute dazu einfinden, um auch eine gute Zeit zu haben, dann wird es super.

Interview: Mathias Frank


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