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2×3 Fragen an: Walter Schreifels

Sympathische Gäste sind gerne gesehen, man verzeiht ihnen manchen Fettnapf, besorgt ein gutes heimisches Getränk und ergeht sich in Fragen zur Gesamtsituation. So geschehen am Rande des Trail of Dead-Konzertes kürzlich im Uebel & Gefährlich, als Walter Schreifels mit Rival Schools zu Gast war. Die Band mit dem T-Shirt also, das nun jeder schon einmal tragen oder jemandem ausziehen helfen durfte. Ein neues Album(motiv) war aber auch im Gepäck.

Hallo Walter, “Pedals” ist vor etwas über einem Monat erschienen. Was bedeutet der Titel des Albums für dich? Ganz offenbar steht ja eine metaphorische Bedeutung dahinter?

Der Begriff “Pedals” ruft bei mir verschiedene Bilder hervor. Zum Beispiel die Pedalen eines Fahrrads, die einen den Berg hoch bringen – Bewegung im Allgemeinen. Außerdem hört es sich an wie „Petals“ (Engl. für Blumen- oder Blütenblätter, die ja auch auf dem Cover des Albums zu sehen sind – Anm. d. R.), eine Art Wortspiel also. Und natürlich erinnert es mich auch an die Pedale von Gitarreneffekten, von denen wir eine Menge auf dem Album haben.

Als „United By Fate“ vor über 10 Jahren raus kam war klar, dass dieses Album unvergänglich und immer relevant sein würde. Man kann es immer wieder hören und die Songs verlieren nichts von ihrer Frische und Eingängigkeit. Warum musste es damals überhaupt zum Split der Band kommen?
Ich denke, dass wir vom vielen Touren alle ziemlich ausgebrannt waren. Ian wollte die Band verlassen, um ein Soloalbum aufzunehmen, weshalb wir plötzlich nur noch zu dritt waren. Wir haben dann noch etwas weiter gemacht und Demos aufgenommen, aus denen sozusagen schließlich „das unveröffentlichte Album“ wurde. Letzten Endes haben wir uns aber dann darauf verständig, die Band auf unbestimmte Zeit auf Eis zu legen.

Du hast einen hundertprozentig deutsch klingenden Namen, die Heimatstadt deines Großvaters ist Osnabrück und du hast selbst viele Jahre in Berlin gelebt. Was außer deiner “Wurzeln” macht für dich Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern so besonders?

Unsere 1989er Tour mit Youth Of Today in Deutschland hat einen großen Eindruck auf mich hinterlassen und mich sehr geprägt. Wir haben damals in fast jeder Stadt gespielt. Als ich im selben Jahr mit Gorilla Biscuits nach Deutschland zurück kam hatten wir das Glück, gerade in Berlin zu sein, als die Mauer fiel. Über all die Jahre habe ich viele großartige Freundschaften in Deutschland schließen können. Meine Tochter ist zudem in Berlin geboren, also verbindet mich neben meinem „grossevater” eine innige Verwandtschaft zu „D-land“.

„Home is where the heart is“ sagt ein Sprichwort. Was war letzten Endes der ausschlaggebende Punkt, von Berlin dann doch wieder nach New York City zurück zu ziehen?
Eine Tochter zu haben war der entscheidende Auslöser, wieder zurück nach Hause zu ziehen. Meine Freundin und ich vermissen Berlin sehr und sprechen oft darüber, wieder für eine Weile dorthin zu ziehen. Aber gegenwärtig sind wir auch sehr glücklich darüber, wieder in NYC zu sein – denn hier gefällt es uns auch schon ziemlich gut.

The Welt leidet mal wieder unter zahlreichen Katastrophen und Krisenherden, wenn man insbesondere momentan z.B. nach Japan oder Libyen guckt. Die Hardcore- und Straight-Edge-Szene ist, oder war, immer für Ihre starken Überzeugungen und klaren Meinungen bekannt. Bist du persönlich in einer Organisation oder einer Bewegung aktiv involviert, die sich für oder gegen etwas einsetzt?

Von Zeit zu Zeit beteilige ich mich an Aktionen – und sicherlich sollte ich das noch viel mehr tun.. Normalerweise zeichnet sich das bei mir durch Benefizkonzerte o.ä. aus. Momentan engagiere ich mich z.B. aktiv an zwei Aktionen für Japan. Und sonst.. Ich lese generell viel Zeitung – vielleicht sogar mehr als ich sollte. Ich bin zur letzten Wahl gegangen und ich mag den Gedanken, dass ich durch Musik viel Gutes in die Welt hinaustragen kann.

Wir haben Rival Schools als Support von Trail Of Dead sehr gerne live in Hamburg erlebt (das Konzert fand am 8. April im Uebel & Gefährlich statt – Anm. d. R.). Seid ihr darüber hinaus 2011 noch mal auf Tour in Deutschland?
Ich liebe es, in Hamburg zu spielen. Ich weiß auf jeden Fall, dass wir auf einigen Festivals diesen Sommer spielen werden und ich kann mir gut vorstellen, dass wir im Herbst nach Deutschland zurückkehren werden.

(Interview: Kai Winter)


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