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3+3 Fragen an: Eddie Argos (Art Brut)

Es gibt Interviews, die nehmen im Vorfeld ein paar Umwege. So auch hier. Daher mit etwas Verzögerung nun ein paar Einblicke in das tägliche Schaffen, den kaputten Rücken und die neuen Hippie-Attitüden des Eddie Argos.

Eddie, nur falls du es noch nicht gehört haben solltest…der FC St. Pauli ist nach einer Saison leider wieder in die 2. Bundesliga abgestiegen. Zudem hat „Stani“, der Chef-Trainer, den Club nach 18 Jahren Vereinszughörigkeit verlassen, um bei einen anderen Bundesligaverein, der TSG Hoffenheim, anzuheuern.Möchtest du irgendwelche tröstenden Worte an deine St. Pauli- Freunde richten?

Ja, ich habe davon gehört, es ist wirklich schade und traurig. Als ich den Song „St. Pauli“ schrieb, wusste ich ehrlich gesagt sehr wenig über Fußball. Als ich eines Tages durch Hamburg ging und mich etwas alleine fühlte, war ich deshalb ganz fasziniert von der engen Gemeinschaft und dem Zusammenhalt, die ich an dem Tag bei den Fans des FC St. Pauli erlebte. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man dieser Gemeinschaft angehört und FC St. Pauli Anhänger findet, egal wo man sich gerade auf der Welt befindet.

Euer aktuelles Album „Brilliant! Tragic!“ ist vor einigen Wochen in Deutschland erschienen. Was sind aus deiner Sicht die Unterschiede zu den Vorgängeralben?
Um.. tja, es klingt einfach anders im Vergleich zu den vorigen Alben. Es ist der nächste logische Schritt gewesen und insgesamt etwas ausgeglichener. Es klingt einfach, wie es klingt, um ehrlich zu sein.. hört es euch an.

Wie würdest du den Arbeitsprozess mit dem großen Black Francis (hat das Album produziert, A.d.R.) beschreiben und was war im Nachhinein die eigenartigste Geschichte, die du uns über seinen Character, seine Besonderheiten sowie seine Arbeitsweise erzählen kannst?
Ein eher lustiges bzw. etwas peinliches Erlebnis gab es zu Beginn unserer Zusammenarbeit. Wir hatten innerhalb der Band alle eine Wette abgeschlossen, wer ihn zuerst versehentlich „Frank“ nennen würde, denn sein richtiger Name ist Carles. Und ich war es, dem das passiert ist. Er hat mich dann leicht hinterhältig angegrinst und dann so getan, als wenn er es überhört hätte. Ansonsten gab es danach keine „strangen“ Momente mehr; wir sind inzwischen gut befreundet.

Am 28. Mai habt ihr eine Show im Molotow gespielt. Im Vergleich ein eher kleinerer Club in Hamburg, nachdem ihr in der Vergangenheit auch schon im Knust, der Fabrik und der Großen Freiheit 36 aufgetreten seid. Du kommunizierst ja bekanntlich gerne und viel mit dem Publikum. Was bedeutet der direkte Kontakt und das direkte Feedback der Fans für dich? So was ist ja in einem kleinen Club viel schneller und einfacher möglich und sofort spürbar.
Es bedeutet mir persönlich sehr viel. Aus dem Grund spielen wir eben auch in den kleineren Läden. Es ist ein bisschen klischeehaft, aber die besten Shows kommen zustande, wenn man die eigene Energie unmittelbar an das Publikum weiterleiten kann und diese dann sofort zurückbekommt. Dadurch bekommt man dann selbst noch mehr Energie und kann diese wiederum gesteigert zurückgeben; es geht dann immer so weiter, wie eine Endlosschleife. Wow, ich höre mich ja gerade an wie ein Hippie…Es ist aber auch insbesondere sehr schön in einen kleinen Club zu spielen, weil ich ja sehr viel Persönliches von mir in unsere Texte stecke und sich jeder, der zu einem Art Brut Konzert kommt, gleich wie ein Freund vorkommt. In einem kleineren Club ist das dann noch verstärkt das intime Gefühl, als würden sich ein paar Freunde treffen, um einfach zusammen eine gute Zeit zu haben.

Nachdem du immer wieder mit Rückenschmerzen in den letzten Jahren zu kämpfen hattest meine Frage: Wie fühlt es sich an, wieder auf Tour zu sein und wie geht es dir und dem Rücken heutzutage?
Es geht mir sehr viel besser, vielen Dank! Ich habe mit Yoga angefangen und das hat mir wirklich sehr geholfen. Vielleicht habe ich deshalb in der vorigen Antwort so hippie-mäßig geklungen.. haha..

„Punk rock ist nicht tot!“ – Welches sind momentan deine 2 neuen Lieblingsbands? Mit anderen Worten, welchem Hype sollten die „Kids“ auf Empfehlung von Eddie Argos folgen?
Hmm.. bei ganz neuen Bands bin mir nicht sicher. Ich höre derzeit eigentlich sehr viel ältere Musik und bin den Soft Boys gerade regelrecht verfallen. Von den aktuellen Bands schätze ich Los Campesinos und Fight Like Apes. Diese beiden würden ich euch zumindest sehr ans Herz legen wollen.

Interview: Kai Winter


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