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3 (letzte) Fragen an: One Fine Day

Auf ein emotionales und maximal geteiltes Echo fiel neulich die Nachricht, dass One Fine Day sich auflösen werden. Nicht ohne großes (und sicherlich verdientes) Abschieds-Fest in der Markthalle am 2. Oktober soll das Ende eines langen, schönen Tag-Traumes begangen werden.

Dass nur Stunden später ironischerweise ein „Tag der Wiedervereinigung“ auf dem Kalender steht, kann dabei als Treppenwitz der Geschichte verbucht werden. „Ist euch denn angesichts des Band-Endes dann auch zum Feiern zumute?“ sollte trotzdem unsere erste Frage an eine Band sein, die im folgenden Interview nicht nur zu Beginn ganz deutlich und legitim sehr konträre, aber auch interessante Ideen offenbart.

Hendrik: Das kann ich noch nicht sagen. Ich kann mir aber vorstellen, dass mir nicht wirklich zu feiern zumute sein wird.

Marten: Wir hatten so eine schöne Zeit zusammen, sind durch dick & dünn gegangen und haben so viel erlebt, dass es keinen Grund gibt, nicht zu feiern! Und im Feiern waren wir immer gut, deswegen wollen wir es auch noch mal so richtig krachen lassen.

Marco: Generell war das immer ’ne gute Tradition innerhalb der Band, nach den Konzerten auch mal Fünfe gerade sein zu lassen und auch darum geht’s auch an dem Abend: alle Traditionen noch ein letztes Mal aufleben zu lassen, also kann man schon davon ausgehen, dass wir noch mal richtig zusammen feiern werden, so traurig der Anlass auch ist.

Erik: Insgesamt kann man sagen, wir hatten eine überragend gute Zeit. Aber es fällt uns sehr schwer dieses Schiff One Fine Day noch weiter auf See zu halten.Wir haben viel geschafft und erlebt und diese Erfahrungen behalten wir für immer in unseren Herzen.

Für alle Freunde unseres Blogs, die sich vielleicht noch nicht so genau mit dem kommenden Ende der Band beschäftigt bzw. eure sehr emotionsgeladene Videobotschaft gesehen haben: Warum löst sich die Band denn überhaupt auf? „Musikalische Differenzen innerhalb der Band“ ist dann ja oft eine der Standardantworten. „Gallagherismus“  scheidet aus. Was gab also bei euch konkret den Ausschlag dafür, dass ihr nicht mehr weiter machen wollt?

Hendrik: Musikalische Differenzen (lacht). In unserer „sehr emotionsgeladenen Videobotschaft“, die so emotional ist, da es nunmal 14 Jahre unseres Lebens sind, über die wir da reden, haben wir unter anderem darüber gesprochen, dass es nach so einer langen Zeit immer schwieriger wird, daran zu glauben, dass man seine Träume in dieser Situation verwirklichen kann. Die Träume eines jeden Einzelnen sind natürlich nach wie vor da. Aber zusammen diese zu verwirklichen, schien unmöglich. Es musste eine Veränderung her.

Marten: One Fine Day gibt es nun seit 13 Jahren und seit etwa 7 Jahren haben wir alles andere immer hinten angestellt. Es sind Beziehungen gescheitert, es wurden Schulden aufgenommen und der Lebensstandard aufs Minimum zurückgeschraubt. Wenn man dazu bereit ist, hat man natürlich auch Erwartungen, die erfüllt werden wollen. Viele Erwartungen wurden erfüllt, aber das große Ziel nur von der Musik gut leben zu können, das auch irgendwann essenziell und lebenswichtig wird, haben wir auf Dauer nicht erreichen können.

Marco: Bei mir war es in erster Linie die Erkenntnis, dass sich die verschiedenen Ziele, die sich jedes einzelne Bandmitglied mit der Band gesetzt hatte, nicht mehr vereinbaren ließen. Kreativ waren wir uns innerhalb der Band so einig wie nie, aber die Ziele waren halt verschiedene.

Wie sehen denn nach dem Abschiedskonzert zunächst die Pläne jedes Einzelnen von euch aus und wie wahrscheinlich ist es, dass wir in 2-3 Jahren eine Reunion von One Fine Day erleben werden?

Erik: Ich bin für solche Reunion-Sachen immer zu haben, aber so richtig glaube ich nicht daran. Aber lasst mal etwas Zeit vergehen. Ich arbeite zurzeit an meinem Album. Fünf Songs sind schon eingespielt. Ein sehr guter Freund von mir, ein Australier, singt mit mir und wir haben viel Spaßim Studio mit Roman (Ex-Gitarrist von One Fine Day).

Marten: Es wird auf jeden Fall von jedem Einzelnen früher oder später wieder was zu hören geben, wir haben ja alle nach wie vor Bock auf Musik und auch was zu erzählen. Das Kapitel One Fine Day ist allerdings zu Ende.

Marco: Ich werde auf jeden Fall weiter Musik machen, schreibe bereits an Songs und suche nach Leuten, mit denen ich einen Neustart hinlegen kann. Ich will auf jeden Fall weiterhin Rockmusik machen und unbedingt noch mal ans Mikro wechseln. Also haltet Augen und Ohren offen, da kommt spätestens nächstes Jahr was.

Hendrik: Sagen wir mal so … aus finanziellen Gründen wird es bei uns bestimmt keine Reunion geben (lacht) und in unserer jetzigen Situation kann ich mir das auch nicht vorstellen. Ich werde aber bestimmt diese Zeit auf ewig zelebrieren und mir noch so einige 1000male unsere Tourdiaries anschauen. Musik machen werden wir alle weiter. Auf jeden Fall haben wir alle schon neue Pläne und erste Schritte in neue Richtungen sind getan.

Interview: Kai Winter


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