Ein bisschen größer ist diese Fragestunde ausgefallen, weil uns die Musik besonders gefällt, weil wir nicht aufhören konnten zu fragen, weil Spring Leads You Home Tonight nicht aufhören konnten zu antworten, weil weil weil. Gründe gibt’s dafür ein paar, unter anderem auch, weil sie in Kürze hier und dort in Hamburg zu sehen sind. Nicht verpassen, große (Geheim)Nummer. Versprochen. Also hin zu den Terminen (05. August | Fleetstreet – 06. August | Knust – 20. August | GWA Sommerfest, St.Pauli – 13. September | Astra Stube + Meursault – 24. September | Reeperbahnfestival) und hier geht’s zum Frage-Antwort-Spiel mit Spring Leads You Home Tonight:

Schon Wochen vor dem jüngsten Konzert waren deren Songs von ihrer klitzekleinen EP nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen. Geärgert darüber, sie als Support von Okkervil River verpasst, während ihres Auftritts auf dem Lunatic Festival auf dem Orange Blossom geweilt zu haben und dann doch noch die Kurve bekommen, als klar wurde, dass sie vor Dark Dark Dark im Haus 73 spielen würden.

Das Publikum anfangs zurückhaltend, klatschte schnell ausgelassen, wenn die 7 Menschen auf der Bühne (+ eine am Mischpult) ihren euphorisch emotionalen und tanzbaren Indiepop vortrugen. Noch erspielen sie sich hier und da ein wenig Bekanntheit, im Herbst soll es dann ins Studio gehen, Warum, wann, was, wie, woher und all die anderen W-Fragen und noch viel mehr beantworteten mir 5 von 8 Spring Leads-Bandmitglieder (es fehlten Tilman, Alison und Chris Kuss) im Flur des Haus 73.

Bis aber alle fünf interviewwütigen Bandmitglieder (Sebastian / Gitarre,Gesang; Benjamin  / Gitarre,Gesang; Robin / Schlagzeug; Arne / Gitarre, Percussions und Chris Keppel / Bratsche) versammelt waren, brauchte es einen Moment, so kamen wir auf das Demokratie-Thema:

Sebastian: Das läuft bei uns schon alles ziemlich demokratisch ab. Ich mache bei uns den Organisationskram.

Arne: Wir sind ja erst später dazu gekommen und begleiten ihn nicht schon seit Anfang an als Band, aber jetzt ergänzen wir uns alle ziemlich gut.

Sebastian: Mittlerweile entstehen die Songs zusammen, im Proberaum. Früher hab ich das ja eher allein gemacht.

Wie ist das zu eurer Konstellation gekommen? Kanntet ihr euch schon? Seit wann gibt’s euch in der Konstellation?

Robin: Nein. Wir haben uns teilweise durchs Studium in Lüneburg kennengelernt, oder kannten uns durch unsere gemeinsame Kindheit in Bergedorf.

Sebastian: Als ich meine Soloshows in Lüneburg spielte, waren Robin und Benni im Publikum und die wollten dann mal mitspielen. So hat sich das nach und nach ergeben.

Robin: Es hat aber seine Zeit gedauert…und war früher geplant, als es passiert ist.Und so richtig gibt’s uns in dieser Zusammenstellung seit unserer März-Tour 2011.

Sebastian: Wir haben das damals die Tour durch Nord- und Westdeutschland selbst organisiert. Und in Hamburg haben wir auch schon öfter gespielt.

Arne: Soll ich mal erzählen, wie Chris in die Band kam? Die Band brauchte einen Basssieler, weil ich auf der Tour selbst im Urlaub war. Da fragte ich Chris, der schon immer Bass spielen wollte und mit dem ich in meiner früheren Band schon gespielt hab, ob er mich nicht vertreten will. Das hat er dann getan, seitdem spiele ich Rassel und auch nen bissl Gitarre.

Sebastian: Bei den Instrumenten sind wir ja auch nicht festgefahren.

Wird das nicht eng auf der Bühne; viele Menschen, viele verschiedene Instrumente?

Arne: Eigentlich haben wir das ganz gut im Griff. Bei Okkervil River war es tatsächlich etwas eng, weil da noch die ganzen anderen Instrumente der Band standen und alles voll war. Die Bühne ist kleiner als man denkt.

Wie kam es zum Okkervil River-Support? Wer hat euch gefragt?

Robin: Okkervil River (alles lacht)

Sebastian: Okkervil River sind eine Lieblingsband von Benni und mir. Als ich gesehen hab, dass sie da spielen, hab ich da überall angefragt, auch beim Bandmanagement. Da kam aber nichts zurück. Seit kurzem mach ich aber ein Praktikum bei popup-records und der Booker von denen hat das mitbekommen und über den hat das geklappt.

Wie hat euch das Publikum aufgenommen?

Sebastian: Ziemlich gut. Wir haben auch Szenenapplaus für unseren Bandnamen bekommen. Es war unglaublich still, man hatte das Gefühl, dass das Publikum wirklich zuhört.

Ich habe gehört, dass ihr sogar besser wart als Okkervil River. Weil deren Auftritt schon ziemlich in Richtung Stadionrock ging.

Robin: Da kommen alle irgendwann hin. Aber wir brauchen noch drei Alben, bis wir dahin kommen.

Apropos Album. Wann kann man denn damit rechnen?

Sebastian: Wir haben vor, Ende des Jahres eins aufzunehmen. Bisher haben wir ja nur die EP, wollen uns aber keinen Stress machen. Genug Songs haben wir schon. Und im November geht’s dann noch mal auf Tour. Überall dahin wo wir Bock drauf haben.

Wo wir vorhin schon bei Okkervil River waren. Sind das Vorbilder, wer inspiriert euch? Wenn man etwas über euch liest, dann die Vergleiche zu Bright Eyes und Arcade Fire…

Chris: Der Arcade Fire-Vergleich kommt daher, weil wir einen Streicher haben. Ansonsten ist bei denen mehr Bewegung auf der Bühne.Robin: Das hat sich bei uns aber auch schon gebessert.

Arne: Ich hab da auch schon nen Cure-Vergleich gehört.

Robin: Damien Rice ist auch schon als Stichwort gefallen.

Sebastian: Der begleitet mich auch schon seit Ewigkeiten. Das prägt automatisch.

Robin: Wir kommen da aus sehr unterschiedlichen Richtungen, musikalisch gesehen. Da kann dann jeder seine Vorlieben einbringen.

Chris: Man wird ja immer gern gefragt, was man für Musik macht. Ich sage dann immer: Wenn wir einer wären, würden wir Singer/Songwriter machen, so sind wir Singer/Songwriter in großer Besetzung.

Sebastian: Ja, Singer/Songwriter Indiepop

Robin: Death-Pop

Sebastian: Es gibt da ein paar Songs, die nicht so unbedingt in unsere kurzen 40-Minuten-Sets passen, die gehen dann eher in die Postrock-Richtung. Deshalb ist das schon etwas schwierig, das in eine Schublade zu stecken.

Wie kommt es denn eigentlich, dass eure weibliche Stimme nicht mit auf der Bühne steht?

Sebastian: Wenn Alison uns nicht mischt, steht sie dann schon auch auf der Bühne. Aber den Job, als Mischerin macht sie halt sehr gern, vor allem für uns und sie mag das nicht so, wenn jemand anderes uns mischt. Deshalb singt sie dann lieber vom Mischpult aus.

Nun zum Schluss die Klassiker-Frage. Woher kommt der Name?

Sebastian: Hat eigentlich inhaltlich keinen besonderen Hintergrund. Ich hab Fließbandarbeit in der Fabrik gemacht, hatte nichts zu tun und hatte viel Zeit zum Nachdenken. Jeden Tag hatte ich ne andere Idee und am Ende war’s womöglich die Sehnsucht nach Frühling, der mich nach Hause bringen sollte.

Ein schönes Schlusswort. Vielen Dank euch für eure Zeit.

Danke dir auch!

Interview: Maria Sonnek

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