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3+4 Fragen an: Jasmin Tabatabai

Jasmin Tabatabai (27. Oktober | Kleine Laeiszhalle) ist „Eine Frau“. Wem solche scheinbaren Banalitäten egal sind, der soll doch einfach eines der besonderen Alben 2011 verpassen. Alle, die das nicht wollen und neugierig sind, wie ausgeprägt warm und charmant ein gesundes „Ich“ heute klingen kann, der schlägt zusammen jetzt mit uns den Klavierdeckel auf, geht die Brücke zurück zu „Catch me“ oder sinniert über persisches Liedgut und gewinnt am Ende des Interviews sogar noch Tickets.

Frau Tabatabai, gibt es in der persischen Kultur Ähnlichkeiten mit dem Jazz, den Chansons, wie Sie sie auf „Eine Frau“ zusammen mit David Klein entwickelt haben?

Der traditionelle persische Gesang mit seinem ganz speziellen, vibratoähnlichen Timbre ist wunderschön und eine große Kunst für sich. Mit meiner neuen Platte hat das aber eher weniger zu tun.

Wie kann man sich in der dortigen Kultur einen Liederabend atmosphärisch am ehesten vorstellen?

Am schönsten war es glaube ich zu meiner Großeltern und Eltern Zeiten, als die Menschen abends bei Zusammenkünften selbst musiziert haben. Es gab da immer jemanden, der Tar oder Geige spielte und jemanden der gesungen hat. Die Iraner sind ein sehr musikalisches Volk und schon Kleinkinder werden dazu angehalten keine Scheu zu haben in der Öffentlichkeit zu singen und zu tanzen.

Das schöne Foto auf dem Cover von „Eine Frau“ erinnert ein wenig an die Sängerin Alexandra (Doris Nefedov). Gab es tatsächlich während der Entstehung des Albums nennenswerte Vorbilder, an denen Sie sich orientieren konnten?

Alexandra ist tatsächlich seit meiner frühesten Jugendzeit eine meiner Lieblingssängerinnen. Und David ist ein Riesenfan von Shirley Horn. Ihre entspannte, nonchalante Art zu singen, die trotzdem so viel Lebenserfahrung mitschwingen lässt ist unerreicht und eine wahre Inspiration.

Sie sind in der Öffentlichkeit bekannt, zumindest glauben die Menschen, ein Bild von ihrer Persönlichkeit zu haben. Können Sie uns ihren musikalischen Partner David Klein vorstellen oder kurz charakterisieren?

David ist ein im positivsten Falle Musikverrückter. Kompromisslos, detailversessen, höchst anspruchsvoll und unglaublich begabt. Und trotzdem hat er mir, seiner Künstlerin gegenüber niemals einen harten oder verletzenden Ton angeschlagen. Es gab nicht ein böses Wort zwischen uns.

Emirsian, der armenische Sänger der Noiserock-Band Harmful hat kürzlich solo Volkslieder aus seiner Heimat veröffentlicht. Käme eine solche Idee für Sie ähnlich infrage?

Meinen Sie jetzt deutsche oder persische Volkslieder? Kleiner Scherz. Keine schlechte Idee. Vielleicht eines Tages.

Vielleicht wäre es übertrieben zu sagen, Sie fänden sich für „Eine Frau“ in einer Art Rolle wieder. Inwieweit aber ähnelte die Arbeit an diesem Album der Entwicklung eines Films?

Als Schauspielerin bin ich es gewohnt mir einen fremden Text zu eigen zu machen und ihn möglichst anschaulich dem Publikum zu „erzählen“. Das hilft einem bei der Arbeit an Chansons natürlich schon weiter. Ansonsten sind Film und Gesang aber natürlich zwei ganz unterschiedliche Baustellen.

„Catch me“ war das Cover von St.Etiennes „Hobart Paving“. Stilistisch hätte der Song, in Anlehnung an das Original, in meinen Augen ganz hervorragend als Bonus auf das Album gepasst. Oder dann doch einfach die alten Zeiten so sein lassen, wie sie sind?

Ich höre die „Bandits“ Platte immer noch gerne und bin erstaunt darüber, wie gut sie „gealtert“ ist. „Catch me“ singe ich live übrigens als Ballade mit Klavierbegleitung. Das funktioniert ganz hervorragend. Ein guter Song ist eben ein guter Song. Egal in welchem Gewand.

2 x 2 Tickets für das Konzert am 27. Oktober in der Kleinen Laeiszhalle verschenken wir jetzt hier unter verlosung(at)concert-news.de | Betreff: „Eine Frau“.

Interview: (kel)

 


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