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2×3 Fragen an: Flimmerfrühstück

Bitte mal merken diese Band. Weil die echt was kann. Flimmerfrühstück belegten beim diesjährigen Bundesvision Songcontest zwar nur Platz 13, ihr Album „In allen meinen Liedern“ ist aber viel besser. Sogar richtig gut. Clueso trifft Depenbusch oder so. Am 11. November supporten sie Dick Brave im Docks. Am 15. Dezember spielen sie im Uebel & Gefährlich. Wir haben sie mal was gefragt.

Klasse Platte, klasse Lieder. Wo würdet ihr euch musikalisch selbst einordnen und wer sollte unbedingt die Finger von eurer Platte lassen?

Am liebsten irgendwo zwischen Jazz und Pop. Aber wir wissen, dass viele sagen, dass das nicht stimmen kann. Das das was wir machen kein richtiger Jazz ist, ist verständlich, aber so richtiger Pop ist es auch nicht. Es ist irgendwo dazwischen, und dann gleichzeitig aber doch wieder nicht. Wenn man sich die Platte anschaut sind die Stücke stilistisch, inhaltlich und von der Machart sehr unterschiedlich. Da gibt’s Nummern wie „Tu’s nicht ohne Liebe“ die manche schon als Pop in Reinform bezeichnet haben, und dann Stücke wie „Charlie Parker Platten hören“ die die selben Leute total irritiert hatten, weil sie nicht glauben konnten, das Lied sei von der gleichen Platte.

Für wen die Musik am besten geeignet ist, vermag ich leider überhaupt nicht zu sagen. Es haben sich Leute über die Platte gefreut, von denen ich es überhaupt nicht erwartet hätte, und es gabt Kritik aus Richtungen die als absolut sicher galten. Fakt ist: Ich weiß es nicht und kann keine Auskunft darüber geben.

Drei Platten, ein Deal mit Universal, Aufnahmen mit Swen Meyer – wo seht ihr euch selbst? Irgendwie noch immer neu oder doch schon mitten drin?

Wir sind am Anfang. Mal wieder. In unserer Stadt, in unserem Umkreis und in der Zeit vor der Plattenfirma hatten wir kleine aber wichtige Erfolge gefeiert. Jetzt, in diesem Dunstkreis Plattenfirma, A&R’s und Produktmanager sind wir die Anfänger. Ich wüsste jetzt wie ich eine kleine Tour mit 10 Konzerten a 50 Leuten buchen müsste, was für eine Band die gerade anfängt super wäre, aber wie ich mich produktiv und sinnvoll in diesen ganzen Prozess innerhalb der Plattenfirma einbringen kann ist schwierig. Wir haben noch viel vor und wollen das noch lange machen. Im Grunde genommen fängt für uns jetzt ein neuer Abschnitt an.

Wie war es beim Bundesvision Songcontest und wie geht man an die Sache ran? Dabei sein ist alles oder mit richtig Ehrgeiz?

Du kannst das überhaupt nicht überblicken. Und manche Dinge begreifst du erst, wenn sie vorbei sind. Du hast 3:30 min auf einer Bühne in einer Arena und einer Live-Austrahlung mit einer Zuschauerzahl, die du in den Jahren davor zusammengenommen nicht bespielt hast und bist ausschließlich damit beschäftigt. Gewinnen willst du natürlich auch, auch wenn die realistische Wahrscheinlichkeit irgendwo bei unter einem Prozent liegt, was völlig nachvollziehbar ist. Viele Menschen rufen für ihre Band an, deren Platte im Regal steht. Unsere Platte erschien einen Tag nach dem BuViSoCo und war die erste die über den großen Vertrieb lief. Viele Menschen haben uns da das erste Mal gesehn.

Und wie kann man sich so einen Abend vorstellen? War es eher ne große Party mit den anderen oder herrschte doch ein richtiger Wettkampf?

Der Wettkampf kam erst bei der Auszählung der Stimmen. Und da war jeder für sich. In der ganzen Zeit davor und danach hatten wir alle Spaß. Viele Bands hast du vorher schon irgendwo mal getroffen und man freut sich aufeinander. Man lernt auch neue Menschen kennen, tauscht Nummern aus oder beschliesst das man unbedingt zusammen mal einen Song machen möchte. Es ist schon so eine Art Party gewesen. Mit dem Unterschied das alle nüchtern bleiben wollten bis nach der Show.

Jetzt geht’s mit Dick Brave und auch Bosse auf Tour. Was erwartet ihr und mit welchen Zielen spielt ihr die Shows?

Die Band von Dick Brave und Dick sind fünf extrem nette und lustige Menschen. Ich glaube wir werden viel Spaß vor, während und nach den Konzerten haben. Und wir haben die Möglichkeit uns live einem größeren Publikum zu zeigen. Das wird toll.

Was habt ihr euch von wem abgeschaut, was ihr und wie ihr es auf der Bühne macht und warum muss ich euch zwingend mal anschauen?

Die Frage nach dem Vorbild stehe ich immer abwehrend gegenüber. Abgeschaut haben wir uns so weit ich weiß bewusst nie was. So frei nach dem Motto:“Wir müssen das machen wie…“. Live machen wir uns auch mehr sorgen um das akustische als um das optische. Wir klettern auf die Bühne und machen Musik die uns Spaß macht. Und das sie das tut, merk ich daran wenn wir Konzerte vor sechs Leuten gespielt hatten. Das ist auch schon vor gekommen. Aber die sechs Leute waren am Ende echt begeistert und darauf kommt es an.

Interview: Mathias Frank


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