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3+2 Fragen an: Shakespeare And The Bible

Wie bereits in den vergangenen Jahren, kündigen wir wieder einmal sehr gerne ein Konzert von Shakespeare And The Bible an! Die Hamburger Band um Sänger Owen Jones feiert am 10. Dezember im kir an der Barner Strasse die Präsentation ihres neuen Longplayers „International Departures“. Am Ende eines sehr informativen Interviews mit Owen, habt ihr dann noch die Chance Gästelistenplätze und eben jene CD zu gewinnen, um die es am kommenden Samstag hauptsächlich geht. Hier bereits der Song „Drug Dog“ daraus. Und nun viel Spaß mit den 3+2 Antworten eines Herzblutmusikers. Stellvertretend für eine Herzblutband.

Owen, es steht geschrieben, dass Du vor 20 Jahren wegen der Kneipenöffnungszeiten (und einem Mädchen!) in Hamburg hängengeblieben bist. Da Du immer noch hier bist, scheinst Du es nicht bereut zu haben. Wenn Du heute neu nach Hamburg kommen würdest, was würde Dich (neben dem Mädchen!) hier halten? Und komm uns nicht mit dem tollen Volkshochschulangebot, dass ein gewisser Rüdiger Nehberg so an Hamburg liebt

Dass die Kneipen hier rund um die Uhr geöffnet sind, ist immer noch ein nicht totzuschlagendes Argument für Hamburg … und das Mädchen auch!

Davon abgesehen gab es damals noch einen dritten Grund die Insel zu verlassen: Thatcher hatte grade ihren dritten Wahlkampf gewonnen, und das politische Klima wurde von Tag zu Tag hässlicher und deprimierender. Deutschland hat heute auch seine eigene „Eiserne Lady“, aber Frau Merkel spielt nicht in der gleichen Liga wie damals Maggie, wenn es um Zynismus und Grausamkeit geht. Thatcher führte Krieg – nicht nur militärisch (Falklands), sondern auch gegen ihr eigenes Volk, vor allem gegen die Schwachen und die Armen. Ich verachte sie heute genauso sehr wie vor 25 Jahren.

Ich habe es nie bereut nach Hamburg gekommen zu sein, obschon es damals ein grosser Schritt war. Ich sprach kein Deutsch und hatte keine Ahnung, wovon ich leben sollte. Das hat sich alles geregelt, ich liebe die kosmopolitische Mentalität dieser Stadt, und die Tradition von Offenheit und Toleranz  (außer dem „moment of madness“ als man Ronald B. Schill an die Macht ließ!). Long may it continue …

Am 10. Dezember wird das Release eures neuen Albums „International Departures“ gefeiert. Ihr habt wieder das kir in Ottensen als Ort des Geschehens gewählt. Tradition, Aberglaube oder was zieht euch immer wieder dort hin?

Wir haben seit mehreren Jahren eine gute Beziehung zum Kir, die mit einem Jazz Butcher Reunion Konzert 2005 begann. Für nicht so bekannte Bands wird es immer schwieriger in Hamburgs Liveclub Szene einen einigermaßen vernünftigen Deal zu bekommen. Tatsächlich heißt es heutzutage „Pay to Play“: Man darf erstmal mehrere hundert Euro für PA, Technik, Licht u.s.w. vorstrecken und wenn man dann Glück hat, und der Laden gut besucht wird, bekommt man am Ende vielleicht 50%, eher weniger von dem Geld was übrig bleibt. Man kann sich vorstellen, dass das nicht grade viel ist.
Das Kir hat keine eigene Hausanlage, da es mehr Disco als Konzertvenue ist. Man muss sich also selber um den Sound kümmern, bekommt aber dafür 100% des Eintrittsgeldes. Das ist ein sehr fairer Deal für die Musiker – eine Rarität! Außerdem sind die Betreiber des Kir und die Leute die dort arbeiten sehr freundlich, man spürt das gute Arbeitsklima und der Laden hat einfach „a good vibe“.

Neues Album, neue Tour? Wie sehen eure Pläne für 2012 aus?

Es hat über ein Jahr gedauert “ International Departures“ aufzunehmen – ich habe drei GROSSE KREUZE gemacht, als wir es letzte Woche zum Presswerk geschickt haben. Fast alle Songs darauf sind neu, so kommt dieses Werk viel homogener daher als sein Vorgänger „Plus Or Minus Zero“, der eine Sammlung von Songs war, die ich in den Letzten 20 Jahren geschrieben habe. Auch ist die Band reifer geworden, ich denke wir sind uns musikalisch einfach näher gekommen. Wir fahren im April auf eine Tour, spielen dann in Deutschland, Belgien und England. Die Wintermonate werde ich damit verbringen entweder Songs zu schreiben, Winterschlaf zu halten oder vielleicht auch beides gleichzeitig?

Du hast seinerzeit für The Jazz Butcher getrommelt. Es gibt da dieses Live-Album von Hamburg 1985. Und bei Discogs steht geschrieben: „Recorded live in Onkel Pö’s Carnegie Hall, Lehmweg 44, Hamburg ~ 16/8/1985 on the Volkspark Studio Mobile“. Das muss ja kurz vor dem Ende des legendären Clubs gewesen sein. Ihr habt dort wirklich noch gespielt? Erinnerst Du Dich an den Gig?

Ja, da haben wir wirklich gespielt (mehrmals sogar!) und ich erinnere mich noch gut an diesen Gig – erstaunlicherweise, wenn man bedenkt, was wir uns damals so alles reingepfiffen haben, jung, wie wir waren … Die Plattenfirma hatte uns die Markthalle angeboten, aber wir haben uns entschieden den Live Mitschnitt im Onkel Pö aufzunehmen, weil uns die Intimität dieses Ladens so gut gefiel. Das Pö war ein fantastischer Club. Einer der besten in denen ich je gespielt habe. Der Raum, der Sound, der Staff – alles 1 A! Der Backstageraum war so klein wie ein Schuhkarton, das war das einzige wo es mit der Intimität vielleicht ein bisschen zu viel war.
Pö war auch unser erstes Konzert außerhalb von England. Wir kamen in einem klapprigen Ford Transit an einem bitterkalten Dezembernachmittag 1984 dort an. Eine Woche vorher hatten wir vor 20 Leuten in London gespielt. Vor dem Onkel Pö stand eine Schlange von Menschen bis halb in den Lehmweg hinein und wir dachten: „Jetzt sind wir gestorben und im Himmel gelandet!“. Ich war auch als Gast im Pö in der letzen Nacht des Clubs Sylvester 1986, glaub ich, Abi Wallenstein spielte einen tollen Gig. Es war eine wunderschöne Nacht, aber auch eine traurige.

Muss jetzt doch mal sein. Die Frage nach dem Bandnamen. Lemmy Kilmister wurde mal gefragt, warum er ein „ö“ in Motörhead eingebaut hat. Und er antwortete: „Es sah einfach gemeiner aus. Deutscher“. Wie kam es zu „Shakespeare And The Bible“?

Die Idee für den Bandnamen bekam ich durch eine BBC Radiosendung namens „Desert Island Discs“. Zu langweilig das hier zu erklären, jedenfalls hörte ich die Phrase „Shakespeare And The Bible“ dort und da ich grade verzweifelt auf der Suche nach einem Bandnamen war, dachte ich, ja, das hat was.
Zu Lemmy möchte ich sagen, so sehr ich ihn auch mag, kann ich mich nicht mit der Tendenz vieler Briten identifizieren, den stereotypischen Vergleich zu machen, dass „Deutsch“ gleich „gemein“ ist.

Interview: Dirk Störmann

So, liebe Leser, wenn ihr das Konzert erleben möchtet, keinen Eintritt dafür zahlen dürft und dafür auch noch die neue CD am Eingang bekommen möchtet, schreibt uns! Und das möglichst schnell. (dis)




Eine Reaktion zu “3+2 Fragen an: Shakespeare And The Bible”

  1. Niels

    Also ich glaube Own hat als guten Grund für einen Waliser in Hamburg zu bleiben noch vergessen, daß es einen besonderen Fußballverein gibt und einen Rugbyclub gleichen Namens, der mehrfacher Deutscher Meister ist. Nordsupport FcStPauli

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