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„Abstruse Bilder und Lichtfutzel“: Bodi Bill

Hier kommt das erste Split-Interview in der Geschichte von concert-newsroteraupe und wir vermuten mal auch in der Karriere von Bodi Bill (15. Februar | Uebel & Gefährlich | ). Da es noch keine richtig konkreten neuen Albumpläne gibt, haben wir uns noch einmal an ein paar Tracks von „What“ entlang gehangelt. Das nämlich macht sich nach ein paar Wochen Pause aktuell gerade wieder richtig gut im Ohr. Bitte sehr, Fabian Fenk.

BRAND NEW CARPET I_Viele Konzert- und Festivalbesucher haben euch 2011 mit „What“ erst richtig kennen- und schätzen gelernt. Konntet ihr bei den zahlreichen Auftritten Unterschiede ausmachen in den Reaktionen zwischen aktuellen Stücken und Songs von den ersten beiden Alben?

Sicher erkennen viele Besucher eher die Videosongs wieder … Zumal ja viele Festivalbesucher überhaupt nur ein, zwei Stücke von uns kennen. Aber ist doch eigentlich schnuppe, denn uns interessiert ja vor allem, was während so eines Konzertes passiert, ob wir im Verlauf eine gemeinsame Ebene finden, uns näher kommen, und so ein Gefühl von gemeinsamem Erleben entsteht, kurz ob wir es schaffen, dass so weltliche Dinge wie: „kenn ich“ oder „kenn ich nicht“ in den Hintergrund rücken … Ich meine, wie langweilig wär das denn, wenn die meisten Zuschauer auf unseren Konzerten unbeteiligt rumstehen würden, bis endlich mal das eine Stück kommt, dass sie schon mal ihren Freunden als Video gepostet haben?

GARDEN DRESS_Eure Konzerte sind ja zu einem nicht unerheblichen Teil auf visueller Basis mitgestaltet. Ich selbst habe euch auf mehreren Festivals 2011 sowohl im Dunkeln als aber auch im Hellen erleben können. Wie fühlt sich für euch als gestaltende Band der Unterschied an?

Zugegeben fühlen wir uns (wie sicher die meisten Bands) im Dunkeln am wohlsten. Bei einem Auftritt im Hellen ist es einfach viel schwieriger die Realität auszublenden und sich der Fantasie zu überlassen … Das mag jetzt etwas schwubbleig klingen, aber jetzt mal im Ernst: Wann hört sich Musik denn für euch besser an, mit Augen auf oder mit Augen zu? Naja, und wenn ich mir vorstelle, ich könnte die Anlage extrem laut auf- und richtig viel Bass reindrehen, und dazu abstruse Bilder und Lichtfutzel sehen, dazu die Musiker und um mich herum stehenden Zuschauer eher schemenhaft, ja, dann würde ich sicher auch tanzen und mit den Armen durch die Luft fuchteln.

HOTEL_Ihr wart 2011 ja sehr viel unterwegs. Wie lautet euer Rezept gegen den drohenden Hotel-Koller?

Ich glaube keiner von uns leidet bisher unter Hotel-Koller… Es gibt auch noch keine Blixa Bargeld-mäßige Serie von Hotelzimmer Innenaufnahmen, die die Vergleichbarkeit der Tage auf Tour anhand der Absteigen dokumentiert. Wir freuen uns jedes Mal auf die heiße Dusche nach dem Sauna-Konzert und wenn es mehr als Marmeladen Toast zum Frühstück gibt.

BRAND NEW CARPET II_Der Eindruck, dass ihr „auf dem Teppich“ bleibt, denke ich trügt nicht. Unterstützen eure Arbeitgeber euch nach Kräften oder ist die Logistik da mitunter schwierig?

Ich bin jetzt nicht sicher, wen Du mit Arbeitgeber meinst? Meinst Du die Veranstalter, die uns Konzerte anbieten oder uns selbst, die wir uns gegenseitig musikalische Ideen zum ausarbeiten vorspielen … oder einfach die Zuschauer, die zu den Konzerten kommen und so den Bookern und Promotern und Veranstaltern Arbeit geben? Oder meinst Du unsere Freunde und Familien, die uns inspirieren, Songs für sie zu schreiben? In jedem Fall ist auf dem fliegenden Teppich bleiben immer ne gute Idee! Von alleine fliegen, kann und will keiner von uns.

FRIENDS_Gibt es ein Stück aus der weiten Popkultur, das euch mächtig reizen würde, mal zu covern?

Die Antwort darauf ist so blöd wie einleuchtend: Ja und nein. Warum ein Stück covern, wenn es so viele eigene Stücke gibt, die geschrieben werden wollen? Warum nicht nur noch der großartigen Musik anderer zuhören, wenn es so viel davon gibt, dass eigentlich gar keine Zeit mehr bliebe, eigene Musik zu machen?

BRAND NEW CARPET III_Klar, kann am Ende natürlich nur die Frage nach zukünftigen Albumplänen sein …

Wir arbeiten gerade an ganz vielen verschiedenen Dingen auf einmal. Da ist leider noch nichts spruchreif, und es kann natürlich immer sein, dass wir nichts hinbekommen, aber insgeheim wünschen wir drei uns nichts sehnlicher als sowohl zu dritt als auch jeweils einzeln und mit anderen Freunden neue Songs zu veröffentlichen. Bis wir dazu etwas konkreteres verraten können, möchte ich schon mal auf Alex‘ neues Projekt Unmap hinweisen, die uns bei unserem Hamburg Konzert auch supporten werden. Darüber hinaus die wunderbare Neuentdeckung unseres Labels Me & My Drummer, die uns in Berlin supporten … Und darüber hinaus Thomalla, der uns derzeit live als vierter Mann auf der Bühne unterstützt, und Freedarich, der uns als nächster Bandverwandter ein ständige Inspiration ist.

Interview: (kel)



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