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3×3+mehr Fragen an: Kristofer Åström

Nur noch ein paar Tage (11. März) bis Kristofer Aström uns zusammen mit seiner Band im Knust ganz bestimmt wundervolle Minuten voller Schmerz und Schmach in Moll beschert. Für nur zwei Tage war er im Januar in Hamburg zu Gast, unter anderem um für den Song „Strong & Tall“ auf seinem neuesten Album „From Eagle To Sparrow“ ein Video zu drehen.  Zuvor, auf der Couch des Tapete-Wohnzimmers, schwärmte er ein bisschen von Göteborg und beantwortete uns ein paar Fragen zum neuen Album, dem Leben und auf die wichtigste Frage.

Du wirst im März auf große Deutschlandtour kommen? Freust du dich schon?

Oh ja, wir haben vor ein paar Tagen geprobt und es klingt mit Band wunderbar. Wir werden 20irgendwas Shows spielen.

Letztes Mal warst du ja vor ungefähr einem Jahr in Deutschland? Ich erinnere mich an das große Knust Jahreseinläuten 2011 und den Secret-Gig in der Hasenschaukel.

Es war eine tolle Show dort. Seitdem war ich auch nicht mehr in Deutschland, deshalb freue ich mich besonders auf die Tour.

Auf der du sicherlich neue Songs spielen wirst?!

Ja, ein Mix aus alten und neuen Songs und auch Songs, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt habe. Ich hoffe, die Leute werden das mögen.

Dein neues Album „From Eagle To Sparrow“ fängt mit einem recht fröhlichen Song an. Zieht sich das durch das Album?

Nein, nicht wirklich. Der erste Song ist ein wenig schneller als der Rest. Eigentlich wollte ich, dass alle Songs eher akustisch aufgenommen werden, nur ich und die Gitarre. Aber dann kamen bei ein paar Songs immer mehr Instrumente und Menschen hinzu. Es ist also anders geworden, als gedacht, aber ich wollte die Songs so perfekt wie möglich machen.

Der erste Song „For You“ und „When will you come back“ unterscheiden sich ja in ihren Inhalten gewaltig. Sind sie zur gleichen Zeit entstanden?

Nein, da liegt einiges dazwischen. „For You“ ist zum Beispiel vor vier Jahren entstanden. Ein paar andere Songs sind für das „Sinkadus“-Album aufgenommen, aber dann nicht genommen worden. Das Dazwischen ist quasi eine Achterbahnfahrt und auch wenn die Songs mehrere Jahre alt sind, können sie auch immer noch aktuell sein. Ich habe versucht daraus ein Album mit verschiedenen Settings und Stimmungen zu machen. All das habe ich selbst produziert und aufgenommen in meinem Homestudio, was ungefähr ein Jahr gedauert hat. Es durfte keiner hören, bis es fertig war. Ich wollte da niemand anderen ranlassen.

Bist du Perfektionist?

Nein, ich bin kein Perfektionist. Jedenfalls nicht, wenn es ums spielen an sich geht. Dann eher darin, mich in die Songs reinzufühlen. Das muss perfekt sein, das Gefühl für die Songs.

Ist es nicht komisch, dann Songs aufzunehmen oder auch live zu spielen, die Jahre alt sind?

Die Songs aufzunehmen, die schon älter sind, ist wirklich etwas merkwürdig. Die Songs haben nicht mehr die Bedeutung für mich, die sie hatten, als ich sie schrieb. Live ist das was ganz anderes, denn ich denke nicht wirklich drüber nach, was ich in dem Moment singe. Wenn ich das tun würde, würde ich vermutlich anfangen zu weinen und ich glaube, niemand würde das sehen wollen (das Wohnzimmer lacht).

Wenn du die alten Songs singst, fragst du dich manchmal „Oje, was hab ich gemacht damals“?

Ja, manchmal. Wenn man Texte schreibt geht man nun mal zurück und auch wenn es im Nachhinein vielleicht dumm war, was man gemacht hat, ist es jedoch etwas Ehrliches. Und so ist dann auch der Text. Ehrlich.

Wer singt eigentlich im Song „Full Moon“?

Das ist eine gute Freundin – Maria Taylor. Ich besuchte sie letztes Jahr in Alabama und dort nahmen wir auch den Gesang auf.

Welche Frage stellst du dir selbst oft und hast du darauf eine Antwort?

WHY Kristofer WHY? Ich frage mich, warum Menschen dumme Dinge tun, die einen mehr oder weniger, oder man selbst. Und man fragt sich, wann man erwachsen wird und ob man das überhaupt will. Aber darauf hab ich keine Antwort. Vielleicht bin ich auch wie Tom Waits, der nicht groß werden will.

Zum Schluss: Hast du noch einen musikalischen Tipp aus deiner Heimat?

Ja, Tigers Of The Temple – das sind Freunde von mir. Und Graveyard sind auch gut. Es gibt viele Bands in Göteborg mit verschiedensten Stilen. Viele gute und viele schlechte. Aber die beiden genannten mag ich sehr.

Du bist ja von Stockholm nach Göteborg umgezogen. Richtig?

Ja, Göteborg ist mehr meine Stadt, nicht zu groß, nicht zu klein. Die Menschen sind weltoffener, toleranter und auch mehr relaxed. Wenn ich in Stockholm in eine Bar ging, hatte ich immer das Gefühl, underdressed zu sein. Das passiert dir in Göteborg nicht.

Aber im Grunde ist es wichtig, mit welchen Menschen man zusammen ist.

An jenem Abend hatten wir etwas Mitleid mit Kristofer Aström, der in seiner scheinbar viel zu dünnen Jacke noch das Video drehen wollte. Es war furchtbar kalt und wir hoffen, dass er am 11. März im Knust noch seine Finger zum Gitarrespielen nutzen kann. Und singen soll er natürlich auch. In Vorfreude!

Interview: (ms)



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