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Viele Fragen an und Tickets für: Holmes

Ohne große Einleitung hinein in ein kurzweiliges Interview mit HOLMES, die am 26. April in der Astra Stube spielen werden. Erfahrt also unter anderem warum der Grüne Jäger doch gar keine Gothic-Hölle ist und trotzdem eigentlich ziemlich cool. Tickets zu gewinnen gibt es am Ende und mehr über das neue Album gleich morgen.

Das großartige Album „Have I Told You Lately That I Loathe You“ ist vor ungefähr zwei Jahren erschienen. Inwieweit unterschiedet sich euer neues Werk „Burning Bridges“ von dem Vorgänger?

Als wir „Have I Told You…“ aufgenommen und veröffentlich haben waren wir der Meinung, dass wir es endlich geschafft hatten, ein Album mit mehr up-tempo Sounds aufzunehmen. Letzten Endes mussten wir aber feststellen, dass genau das nicht der Fall war. Dieses Mal sind wir wieder der Meinung. Allerdings mit dem Unterschied, das diesmal mit „Burning Bridges“ geschafft zu haben. Also ein Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zu den vorherigen Alben ist definitiv, dass wir eine größere Bandbreite in Bezug auf Tempowechsel haben und das Album insgesamt ausdrucksstärker geworden ist.

Es ist eigentlich immer am Ende eines aufgenommenen Albums sehr unschön für eine Band, aus allen aufgenommen Songs genau die Songs herauszuwählen, die auf das Album kommen sollen und sich demnach schweren Herzens auch von einigen Songs zu trennen. Damit hatten wir bei „Burning Bridges“ überhaupt keine Schwierigkeiten, denn es schien uns alles so klar und die Songs für das Album wie nahezu dafür vorherbestimmt. Das ist hoffentlich ein gutes Zeichen.

Wie entstehen HOLMES – Songs eigentlich? Sitzt ihr alle zusammen im Proberaum, jammt und am Ende dessen steht ein fertiger Song oder schreibt in der Regeleiner von euch komplette Songs und stellt sie dem Rest der Band dann vor?

Normalerweise kommt Christopher mit einer Songidee auf die anderen zu. Ein paar Akkorde oder eine Melodie zum Beispiel. Dann arbeiten wir alle gemeinsam weiter daran und am Ende steht dann hoffentlich ein fertiger guter Song. Viele Songs ändern sich aber auch immer wieder während dieses gemeinschaftlichen Prozesses. Aber bislang hat diese Arbeitsweise für uns als Band immer gut funktioniert.

Wer denkst du hat HOLMES musikalisch am meisten beeinflusst und wenn du nur einen Namen nennen könntest, wer wäre dein absoluter Lieblingsmusiker aller Zeiten?

Es gibt ehrlich gesagt gar nicht so viele Künstler, die wir alle gemeinsam mögen und auf die wir uns alle einigen können. Zumindest nicht von deren, die noch aktiv Musik schreiben und spielen. Ich würde daher sagen, dass unsere musikalischen Einflüsse selbst wohl überwiegend in der Vergangenheit aktiv waren. Aber ich denke, dass wir insgesamt schon relativ viele Einflüsse nennen können.

Warren Zevon und Gillian Welch bis Mastodon und Neurosis zum Wu-Tang Clan oder Tinariwen. Wahrscheinlich kann man von diesen Bands tatsächlich nicht auf Anhieb direkt was in unserer Musik wiederfinden, aber irgendwie ist irgendwas davon schon immer dabei. Nur einen Künstler oder Musiker auszuwählen zu dürfen fällt mir allerdings schwer. In den meisten Fällen würde das wohl bedeuten, dass man einem Mensch viel zu viel Bedeutung zuteilt, außer wenn es sich um Arvo Pärt handelt. Auch wenn der eher ein Komponist als ein Musiker ist.

Welche aktuellen Bands gefallen euch eigentlich? Gibt es Empfehlungen eurerseits? Bands, die vielleicht noch relativ unentdeckt und unbekannt sind, aber fantastische Musik spielen?

Von den aktuelleren Sachen gefallen mir „Maraqopa“ von Damien Jurado, „Take Care“ von Drake, „Tramp“ von Sharon Van Etten sowie „Habits & Contradictions“ von Schoolboy Q. Traditionell passiert musikalisch gesehen schon sehr viel in Vänersborg (A.d.R.: HOLMES Heimatstadt). Es gibt immer wieder neue gute Bands, die man sich anhören sollte. Zum Beispiel wären da Leaders Off, Moffarammes oder The Coffeebreakers. Und nicht zu vergessen unsere guten Freunde Mire Kay, obwohl die nun wiederum nicht aus Vänersborg kommen. The Coffeebreakers werden eines Tages richtig groß sein, ich sag‘s euch – und ihr könnt jetzt schon dabei sein und sie für euch entdecken.

Ich weiß, wahrscheinlich habt ihr diese Frage schon eine Million Mal gehört, aber wie kommt es eigentlich, dass ein vergleichsweise kleines Land (mit einer Bevölkerung von gerade mal etwas unter 10 Millionen Menschen) eine scheinbar unendliche Anzahl von talentierten und erfolgreichen Bands hervorbringt. Und das Jahr für Jahr aufs Neue. Was sind dafür deiner Meinung nach die Gründe?

Haha, in der Tat ein Interview-Klassiker, diese Frage. Ich führe es zum Beispiel darauf zurück, dass das schwedische Schulsystem darauf ausgelegt ist, Schüler sehr früh mit Musik zu konfrontieren und jeder ab einem Alter von 8 oder 9 Jahren ein Instrument spielen lernt (ich habe Geige gelernt). Die musikalische Förderung setzt also sehr früh ein. Wer sich dann an weiteren Instrumenten probieren will wird auch hier feststellen, dass Unterricht in Musikschulen relativ günstig ist. Man kann sich auch später noch mit fortgeschrittenem Alter stets für ein Instrument entscheiden, oder mehrere spielen, auch wenn man noch in der Schule ist.

Hier werden Kinder und Jugendliche also ab einem frühen Alter sehr unterstützt und gefördert, so dass es Spaß macht, ein Instrument zu erlernen. Außerdem muss ich sagen, dass Musiker auch sehr dabei unterstützt werden wenn es um die Bereitstellen von Proberäumen geht. Das ist ein auch großer Vorteil – man ist damit nicht allein. Alles in allem ist das aber natürlich nur ein Teil der Erklärungsversuche. Ein weiteres Argument ist, dass ein Großteil der in Musik, die in Schulen oder Musikschulen gelehrt wird, überwiegend funky und fröhlich ist (denkt zum Beispiel jetzt mal an Stevie Wonder). Wahrscheinlich führt das dann aber auch dazu, dass viele Musiker sich dann als Gegenreaktion mit düsterer Popmusik und Indierock beschäftigen.

Was gefällt dir auf Tour am besten und auf was würdest du dabei gerne verzichten?

In all den Jahren haben wir überall in Zentraleuropa viele gute Freunde gefunden. Das Beste am Touren ist also, dass man jeden Tag in einer anderen Stadt ist und dort immer wieder viele gute Freunde wiedertrifft. Und zudem gewinnt man natürlich stets neue Freunde hinzu. Ich denke mal am ehesten würden unsere Bandmitglieder auf das viele Fahren verzichten wollen. Darauf können sich wohl die meisten Bands auf Tour einigen. Nichtsdestotrotz mag ich persönlich das viele Fahren tagsüber wiederum. Ich mag dafür die vielen späten Abendstunden bzw. frühen Morgenstunden nicht so besonders. Für mich also mehr Matinees, bitte.

Habt ihr irgendwelche besonderen Erinnerungen, seien sie nun gut, schlecht oder amüsant, an Hamburg im Speziellen, als ihr das letzte Mal hier gespielt habt.

Das letzte Konzert in Hamburg war in der Pony Bar. Es waren erfreulicher weise viele Leute da und dazu auch viele bekannte Gesichter. Aber woran ich mich auch immer noch gut zurückerinnern kann ist unser allererstes Konzert in Hamburg, während unserer ersten Tour im Jahr 2007. Wir haben im Grünen Jäger gespielt. Uns wurde im Voraus erzählt, dass das eine der coolsten und besten Konzert-Locations in Deutschland sei und das der Sänger der furchtbaren finnischen Band HIM dort immer gerne abgehangen hat. Als wir also beim Grüner Jäger ankamen, es war der letzte Tag der Tour, trafen wir entgegen unseren Vorstellungen auf eine etwas heruntergekommene Indie-Location anstatt auf einen pompösen Gothic-Rock Tempel. Das Konzert war gut, aber Ville Valo ist nicht aufgetaucht.

Wir verschenken zwei HOLMES-Gästelistenplätze für den 26. April in der Astra Stube: verlosung(at)concert-news.de | Betreff: „Brückentag“.

Interview: Kai Winter



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