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Viele Fragen an: Triggerfinger (Teil I)

Hamburg Ottensen, Sonne, Ray Cokes – der Grandsigneur des Musikfernsehens – in der Stadt und wir mit den irre sympathischen, ziemlich übermüdeten Belgiern von Triggerfinger auf einen Kaffee und ein paar Fragen. Eines vorweg, dieses Interview hat alles: Sex, Rock’n’Roll und irgendwie auch Drugs in Form von Arbeit und Umtriebigkeit (und Unmengen Kaffee).

Zum vierten Mal innerhalb eines halben Jahres waren Triggerfinger nun in Hamburg und wir nutzten die Gelegenheit, um mit ihnen darüber zu sprechen, wie ihre Pläne für den Sommer aussehen, was sie zum Erfolg ihres Lykke Li-Covers sagen, was sich belgische Journalisten so über Miss Li erzählen und warum man die eigene Musik nicht beim Sex hören sollte. Und fast hätten wir abends mit auf der Bühne gestanden und Falco’s „Jeannie“ dargeboten, während die drei Herren … aber lest heute und morgen selbst die zwei Interview-Teile:

Heute ist euer dritter Abend in „Ray’s Guesthouse“ wie war’s denn in Frankfurt und Köln?

Ruben: Wir hatten eine Menge zu lachen!

Paul: Und chaotisch war’s.

Mario: Aber extrem lustig! Ray ist einfach so unfassbar gut.

Paul: Messerscharf, immer noch.

Ruben: Vieles wird improvisiert, und wenn etwas schiefgeht, reagiert Ray sofort darauf und nutzt es zu seinen Gunsten. Jeder Abend ist deshalb anders. Es gibt zwar eine gewisse Abfolge, was vorkommt, aber wie genau, das passiert spontan.

Erinnert ihr euch noch an Ray’s legendäre Show „MTV Most Wanted“ in den 90ern?

Alle: Natürlich! Wir sind alt…

Mario: Es gab da auch noch einen belgischen VJ zur gleichen Zeit, Marcel Vanhilt, der einen ähnlichen Style wie Ray hatte. Merkwürdig und chaotisch. Und er hat sehr schlecht Englisch gesprochen. Den mochte ich sehr – er hat in Sachen Musik echt Bescheid gewusst.

Paul: Zu der Zeit gab es noch einige interessante Sachen, wie die Sci-fi-Serie „Max Headroom“. Da war MTV noch richtiges Punk-Fernsehen.

Wie ist es denn dazu gekommen, dass ihr bei „Ray’s Guesthouse“ dabei seid? Wir haben Gerüchte gehört, dass Ray in Antwerpen euer Nachbarn ist …

Mario: Nicht das wir wüssten (lacht). Vielleicht ist er umgezogen und hat sich ein Haus in unserer Nähe gekauft… Wir müssen das mal richtigstellen: er ist UNS gefolgt – und benutzt UNS, um seine Bekanntheit zu steigern. Nein, Spaß beiseite: Er hat uns beim Reeperbahn Festival letztes Jahr gesehen und dann nochmal in Groningen beim Eurosonic Norderslaag. Daraufhin hat er unser Management kontaktiert und uns eingeladen, weil er unsere Musik mochte.

Was können wir heute Abend von Triggerfinger erwarten, was wird mit euch passieren und was werdet ihr spielen?

Ruben: Wir werden einige unserer Songs spielen, aber in etwas veränderter Form, mit anderem Equipment. Paul und ich haben kleine Verstärker dabei, Mario hat einige Percussions am Start, also alles etwas downgegradet. Hier haben wir die Möglichkeit, Songs zu spielen, die wir sonst nicht so oft spielen.

Aber das Cover des Lykke Li-Songs „I Follow Rivers“, das für euch ja ein riesiger Hit war, spielt ihr vermutlich nicht, oder?

Alle: Doch, doch!

Ist es nicht komisch für euch, dass ihr, die als Coverband gestartet seid, jetzt ausgerechnet mit einer Coverversion so durch die Decke geht in eurem Heimatland und den Niederlanden?

Paul: Na ja, wir waren ja vorher schon bekannt in Belgien und den Niederlanden. Es macht keinen großen Unterschied für uns, um ehrlich zu sein.

Mario: Unser letztes Album „All This Dancin‘ Round“ hat ja auch schon Platinstatus erreicht. Der einzige Unterschied ist, dass wir im Mainstream-Radio gespielt werden.

Wie kam es denn überhaupt zu der Coverversion?

Mario: Eigentlich ist es ein ziemlicher Lacher. Wir sollten am Morgen vor der Show beim diesjährigen Eurosonic Norderslaag in einer niederländischen Radioshow spielen. Dort ist die Regel, dass man einen eigenen und einen Coversong spielen muss – und letzterer muss aus den aktuellen Top 50 stammen. Also haben wir uns für Lykke Lis „I Follow Rivers“ entschieden. Wir waren ehrlich gesagt recht froh, dass wir diesen Song gefunden haben.

Ruben: Wir mögen den Song wirklich – er hat etwas sehr persönliches an sich. Wir waren uns aber nicht sicher, wie wir den Song interpretieren sollten, bis fünfzehn Minuten vor der Aufzeichnung. Wir hatten also nicht viel Zeit, um uns zu überlegen, wie wir das Lied spielen wollen, und mit was! Und mussten also ziemlich improvisieren. Mario kam dann auf die Idee, etwas mit seinem iPhone zu programmieren und hat sich in der Küche auf die Suche nach Equipment gemacht – er kam dann mit zwei Kaffeetassen und Besteck wieder. Ich hab mir derweil überlegt, wie ich ihn singe, und bin spontan auf den Pfeifpart gekommen. Wir hatten so ein Gefühl, dass das eine gute Version werden könnte, aber hatten keine Vorstellung, dass sie so abgehen würde!

Dank Internet ist sie das …

Mario: Ja, eine richtig virale Geschichte war das! Der Radiosender hat das Video auf Youtube hochgeladen und auf ihrer Facebookseite geteilt – und von dort hat es sich rasend schnell verbreitet.

Weiß Lykke Li denn von eurer Coverversion?

Mario: Wir denken schon, aber wissen es nicht genau. Angeblich ist sie nicht besonders nett… verriet uns zumindest ein belgischer Journalist.

Ruben: Nicht gerade die sicherste Quelle (lacht). Vermutlich ist sie also total nett!

Paul: Vielleicht ist sie aber nicht besonders glücklich mit dem Cover, einfach weil sie den Song gar nicht selbst geschrieben hat…

Ruben: …sondern der eine von Peter Bjorn and John.

Immerhin den habt ihr also glücklich gemacht.

Mario: Siehste – hauptsache wir haben irgendjemanden glücklich gemacht! (lachen)

 

Teil II gibt es hier.

 

 

 


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