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Rebellion im Stadtpark

Billy Idol, seinen Eltern und der Justiz auch bekannt als William Michael Albert Broad, ist schon eine verdammt coole Sau. Ich werde nie die Szene auf der Live-DVD seines Auftritts bei „VH-1 Storytellers“ vergessen, als er erzählt, wie er auf den Song- bzw. Albumtitel „Rebel Yell“ kam. Da steht er lässig und beginnt mit Stolz in der Stimme, aber auch mit englischer Bescheidenheit in fast beiläufigem Tonfall: „It was at this party where I was hangin‘ out with Mick Jagger and Keith Richards…” Kurze Kunstpause. Blick auf den Boden, schiefes Lächeln.

Das Publikum spielt mit, freut sich mit ihm über diesen unglaublich coolen Story-Einstieg und klatscht einen augenzwinkernden Applaus. Er erzählt weiter, dass einer der beiden aus einer Flasche Vodka oder Ähnlichem getrunken habe, auf deren Etikett „Rebel Yell“ stand. Er hielt es sofort für einen verdammt guten Songtitel und stellt sicher, dass seine beiden Freunde nicht dieselbe Idee verfolgen. Er überzeugt die Stones davon, dass es kein geeigneter Stones-Titel wäre. Sie hätten doch bestimmt nichts dagegen, wenn er das als Songtitel nähme.

Hatten sie scheinbar nicht. Oder sie haben ihm nicht zugehört. In jedem Fall Glück. Denn Billy hat damit einen abartig geilen Tanzflächen-Punk-Ohrwurm geschaffen, der auch als Stones-Song nicht besser käme. Ein weiterer Vorteil: Um beim Open R im Stadtpark am kommenden Dienstag den 10. Juli live dazu zu tanzen, muss man keinen Stones-Preis bezahlen. Leider sind die Tickets so gut wie ausverkauft, aber es gibt ja noch die Grillwiese. Die Angelhakenlippe muss man dann halt selbst ziehen. Wir freuen uns tierisch auf das Peroxyd-Idol und seinen Wegbegleiter, das Gitarren-Idol Steve Stevens, und drücken ganz fest die Daumen, dass es Hot In The City bleibt. (ds)