Mitten im Sommer, beste Laune, alles ist gut. Doch dann kommt Kelly. Scott Kelly And The Road Home. Und alles ist anders. Was für ein Penner, was für ein starker Typ. “The Forgiven Ghost In Me” ist super, ist schrecklich und ist schön.

Scott Kelly ist eigentlich Sänger von Neurosis (mit denen er auch in Kürze was Neues namens “Honour Found In Decay” an den Start bringt), macht hier aber auf Solosänger, ohne solo zu sein. Mit ein paar Kumpels von seiner Hauptband im Hintergrund – Noah Landis, Jason Roeder und Josh Graham – spielt er sich durch acht Singer/Songwriter-Stücke, die sich irgendwie wie eine dunkle, bedrückende Mischung aus Mark Lanegan und Johnny Cash anhören. Düster eben, eintönig, markant, besonders und zu keiner Sekunde euphorisch, sommerlich, glücklich. Und das im August. Alter!

Aber: sie wirken auch bei Sonne. Weil sie einfach stark sind. Sehr intim, sehr persönlich und ab und zu auch mehr als ein Mann mit Klampfe. Wenn ein paar Vocals im Hintergrund unterstützen, ein paar weitere Instrumente dazu kommen, wird’s fast ein wenig doomig, psychedelisch, bedrohlich. Also: “Komm doch her, Scotty”, aber Scott Kelly kommt nicht. Nicht nach Hamburg. Das ist schade. Seine Platte ist super. (mf)

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