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Das tollste Interview der Welt mit: ZEN ZEBRA

Dieses Jahr? Was für ein Jahr. Aber mal ehrlich, was haben wir tolle Bands kennengelernt. Was sind tolle Bands aufgetaucht. Was war das toll. Frau Potz zum Beispiel. Love A natürlich, Niila und so. Und auch und ganz besonders: Zen Zebra. Wir sprachen schon hier über sie. Jetzt sprachen wir auch mit ihnen. Genauer gesagt mit Sänger Marv Endt.

Der Anlass: „Awaystation„, das grandiose Debüt, das vor ein paar Wochen erschienen ist. Für Fans von: Dredg, Thrice, Brand New, Muse, Coheed And Cambria Zum Beispiel und noch für viel mehr. Hier mal bitte „Read Me To Sleep“ anhören. Interview lesen und dann am 13. September ins Hafenklang. Danke.

Wir finden euch toll – aber wer seid ihr eigentlich, was macht ihr sonst so, und so überhaupt?

Hallo. Wir sind männlich, zwischen 24 und 30 Jahren alt, Wohnhaft in Leipzig. Wir machen hauptsächlich Musik und alles, was so drumherum dazu gehört. Unsere Brötchen verdienen wir als Musikschullehrer (Johnny), Plattenladen-Mitarbeiter (Lars), Tonstudiobetreiber (Eric), als freier Journalist (Marv) und Cover-Musikant (Stefan).

Warum sollte/dürfte/wird auch der Rest der Leute mit Geschmack eure neue Platte toll finden?

Geschmack hat jeder. Nur ist der eben derb unterschiedlich… Wir denken, dass die Leute, die einen unserer Musik entsprechenden Musikgeschmack haben, diese Platte lieben werden bzw. müssen. Fragt sich nur, wer diese Menschen sind… Ich versuch’s mal: Wir bekommen durch die ganzen Reviews und Artikel über die neue Platte gerade einen Eindruck, wie unsere Musik eingeschätzt wird. Und da zieht sich eins durch: wir stehen offensichtlich zwischen den Stühlen, was eine exakte Zuordnung angeht. Nimmt man die Namen, die dann fallen, wären wir irgendwo zwischen den Polen Muse und Blood Brothers anzusiedeln, dazwischen noch Thrice, At The Drive-In und Dredg. Also, mich stört keiner dieser Namen. Und wer mit diesen Bands was anfangen kann und kein Problem damit hat, dass wir uns nicht festlegen, was die Extreme angeht, dem wird das Album sehr gefallen.

Was war der tollste Moment im Studio und was war dann doch nicht so toll?

Der Kurt – unser Produzent, auch bekannt als Blackmail-Gitarrist – mags laut. Er lehnt sich in regelmäßigen Abständen in seinen Sessel, grinst, dreht den Masterregler hoch und präsentiert dann stolz seinen ersten Rough Mix. „Hier, hört euch das mal an“. Diese Momente waren die tollsten. Zu wissen, dass es ab hier nicht mehr Scheisse werden kann. Im Studio stehen und denken: Geil. Klingt fett.

Nicht so toll ist, wenn während des Studios die Freundin zu Hause am Rad dreht und deine Beziehung – 600km weiter – in die Brüche geht, während du versuchst das bislang wichtigste Album aufzunehmen. Dann kannst du aber nicht weg und willst auch gar nicht weg und dann geht sie nicht mehr ran und du drehst auch langsam am Rad. Dann ist es gut einen Kurt zu haben, der dich da durchschleift und eine Band, die mit dir ein paar Bier trinkt.

Warum ist es so toll, die erste Band auf 45records zu sein?

Weil die Medien, egal ob kleiner Online-Blog oder große Musikzeitschrift, dir viel eher ezuhören, wenn du sagst „Hey, wir sind die erste Band auf dem Blackmail-Label, die nicht Blackmail heißt!“. Das ist der Vorteil davon die ERSTE Band zu sein. Noch toller ist aber, dass wir überhaupt mit diesen coolen Menschen zusammen arbeiten können, egal ob nun das erste Signing oder nicht. Wir hatten einige Angebote und die Herren Ebelhäuser und ihre Dudes waren uns einfach zu sympathisch. Nicht nur menschlich, sondern auch musikalisch. Wie sie an Musik rangehen, welchen Wert das alles für sie hat, das war uns wichtig. Die sind alle Punkrock im Herzen, genau wie wir auch.

Was wäre die tollste Bezeichnung, die man eurer Musik geben könnte?

Lieblingsmusik.

Was wäre das tollste Kompliment, das man euch machen könnte?

Uns ist klar, dass wir mit unserer Musik nicht die Welt verändern und dass auch höchstwahrscheinlich niemand wegen unserer Musik ein anderer Mensch wird. Wenn uns jemand sagt, dass ihn unsere Lieder begleitet haben, vielleicht sogar durch eine intensive Zeit, wo er vielleicht sogar ab und zu mit unserer Platte an die Decke gehen konnte, schreien oder sinnieren konnte, dann wär das für mich das schönste Kompliment wo gibt.

Ihr habt ein tolles Video zu  „Lake Lauer“ gemacht – wo ist das entstanden, wer hatte die Idee, wie lief das alles?

Das Video ist bei Leipzig entstanden, im und am Zwenkauer See, der eigentlich noch kein See ist, weil er sich noch in Flutung befindet. Zur Entstehung vielleicht so viel: Jjeder, der uns unterstützt, bekommt etwas für seine Arbeit. Aber wir können niemanden die Kohle zahlen, die ihm eigentlich zusteht. Diese Diskrepanz zwischen dem eigentlichen Wert einer Arbeit und dem Lohn wird bei dem Video zu „Lake Lauer“ am deutlichsten. Eine absolut auf Kante genähte Finanzierung, absolute Freundschaftspreise und unglaublich viel Engagement von Kumpels und herausgekommen ist ein Psychothriller in einer atemberaubenden Qualität. Ich bin den Leuten so dankbar für diesen Job! So ein geiles Video, gedreht mit so geilen Typen, allen voran dem Regisseur Philipp Hirsch, mit dem Eric und ich auch die Story ausgearbeitet haben. Im wahrsten Sinne des Wortes: ganz großes Kino.

Was war bisher euer tollstes Erlebnis als Zen Zebra?

Am Anfang, als wir als Band noch ganz frisch waren, durften wir auf Georgien/Armenien-Tour gehen. Eine Gegend, wo man genau 4 deutsche Bands kennt: Die Scorpions, Tokio Hotel, Rammstein – und seit dieser Tour auch uns. Wobei wir die einzige der vier Bands sind, die sich dort hat blicken lassen. Die Menschen dort sind unglaublich hungrig nach Livemusik, unvorstellbar in Deutschland. Wir haben in ausverkauften Opernsälen und Nationaltheatern gespielt. Die georgischen Mädchen haben Transparente gebastelt mit dem damals einzigen Foto von uns, was es im Netz gab, „ZEN ZEBRA We love you“ usw. Eine krasse Stimmung, totale Ekstase und danach haben sie unseren kleinen Merch-Stand gestürmt, hunderte junge Menschen trugen Autogramme mit nach Hause und in diesem Gewuhsel haben sie uns auch so einige CDs geklaut. Es war der Hammer und völlig surreal.

Und was wäre das Tollste, was euch als Zen Zebra so passieren könnte?

Bleiben wir beim Thema Ausland: der absolute Jackpot wäre eine Amerika-Tour als Support von Circa Survive oder Brand New oder ähnlichem. Ein heimlicher Traum.

Warum werden eure Tour und eure Show in Hamburg im Speziellen toll?

Der Gig in Hamburg ist das erste Konzert der Tour, wir werden derb aufgeregt sein und immer, wenn wir aufgeregt sind, spielen wir komischerweise am besten. Wenn der erste Akkord dann steht, wird uns auch augenblicklich ein Stein vom Herzen fallen, denn dann geht sie quasi richtig los, die Tour. Deswegen: wer da nicht kommt, wird Zen Zebra in Bestform leider verpassen.

Interview: Mathias Frank



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