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Interview: MAD Tourbooking

Es wird? Die Hardcore-Tour des Jahres. Mal wieder. Am 16. Januar schon macht die Persistence Tour im Docks Station und mit ihr Bands wie Hatebreed, Agnostic Front und H2O. Den genau Plan für den Abend gibt es hier. Veranstaltet wird das Spektakel von MAD Tourbooking, wir haben da mal bei Marc von Mad nachgefragt. Wie das so geht und so.

Mal ganz platt gefragt: wonach sucht ihr die Bands aus?

Nachdem was möglich und machbar ist. Und am Ende sollte es ein guter Querschnitt sein – von Hardcore für Hardcore. Dazu muss ich aber noch ein wenig ausholen. Als wir mit diesen Konzept anfingen, war Hardcore nicht so populär und Punk wieder in der Sackgasse. Um ein wenig mehr Bewegung reinzubekommen und die beiden Szene zusammenzuhalten, starteten wir diese Idee Mitte der 90iger als UNITY Tour.  Der Zuspruch  gab uns die Idee es weiterzuentwickeln. Daraus entwickelten wir die Résistance Tour  und daraus die Persistence Tour. Das erklärt auch ein wenig den musikalischen Querschnitt.

Und wer entscheidet, welche Bands auf der Tour spielen?

Das mache ich.

Wären auch richtige Ausreißer möglich? Hip Hop- oder Pop-Punk-Bands?

Na ja, man müsste jetzt diese beiden Marketing-Bezeichnungen, die du benutzt hast, eigentlich mehr definieren. Aber ich sage jetzt mal nein, denn diese Touren waren und sind angelegt, um der Szene Aufmerksamkeit und Kraft zu geben. Es gibt keine Presse, die das für diese Musik so macht! Kurz gesagt: von Fans für Fans. Darum würde das nicht wirklich funktionieren. Obwohl wir auch schon mal Napalm Death dabei hatten, aber die Jungs sind ja eine Legende für sich und überall akzeptiert und dabei. Das passt immer und gehört irgendwie auch dazu.

Wann beginnt ihr mit der Planung und wie viel Zeit benötigt die  komplette Abwicklung (Bandauswahl, Locations etc)?

Das fängt immer ein Jahr davor an und dauert so sechs Monate und  manchmal auch länger.

Was sind die größten Schwierigkeiten, solch eine Tour auf die Beine  zu stellen?

Die Bands. Wir sind mit Bands in diesem Genre limitiert, aber die Leute brauchen ja immer große Namen, um Spaß zu haben. Heutzutage. Dazu gibt es den Druck von Managern nach immer mehr und neuen Hype-Bands. Und dazu möchte ich nur sagen: Traumtänzer mögen zwar ihren Traum tanzen, aber sie tanzen ihn nicht mit uns …

Wann ist eure Arbeit beendet? Wenn Line-Up, Locations und Termine stehen oder habt ihr auch bei der örtlichen Durchführung eure Finger  im Spiel?

Nein, das machen wir nicht! Örtlich arbeiten wir seit Jahrzenten mit den Leuten  zusammen, die das ganze Jahr mit dieser Musik und mit uns die  Höhen und Tiefen durchleben. Wenn die Bands und Locations stehen, haben wir zwar Planungssicherheit, aber die Arbeit ist für uns noch nicht erledigt. Dann koordinieren wir immer noch, welche sozialen Netzwerke oder Gruppen wir diese Jahre wieder unterstützen. Tierrechtsorganisationen, Kinderhilfswerke oder Obdachlosenhilfe und die lokalen Support Bands usw.

Persistence, Rebellion Tour, Antidote, Never Say Die Tour – wie viele  Hardcore-Touren verträgt das Land?

Erfolg zieht Nachahmer, das ist nun mal so. Die Erfolgsgeschichten von den Touren, die wir über die Jahrzehnte gemacht haben und das oftmals außergewöhnliche an ihnen, kreiert Möglichkeiten. Die Ideen sind nicht verantwortlich für das, was die Menschen aus ihnen machen. Kreativität ist für uns ein menschlicher Reflex. Wir müssen uns jeden Tag neu erfinden und kreativ  bleiben, um für diese Szene was zu erreichen und das tun wir auch mit Herz. Wir sind ja nicht erst da, seit es erfolgreich ist, sondern vom Tag eins und auch all die Jahre, als niemand was von dieser Musik wissen wollte. Darum ist die Frage vielleicht beim falschen gestellt. Die meisten Touren scheitern doch so oder so oder überleben nur mit den Sponsoren Geldern und nicht durch den Zuspruch. Da ist einfach keine Liebe drin, kein Sinn! Oder sie definieren sich über Trends. Darum wird es so was immer geben. Die Nachfrage regelt auch hier das Angebot. Und wir machen unser Ding. Wir lieben und leben das einfach.

Macht ihr nur Bands, die ihr auch persönlich geil findet?

Ja. Nicht zu vergessen, dass der Geschmack aller Menschen natürlich und unterschiedlich ist.  Er ist aber auch die Kunst, sich auf Fleiß und Talent zu verstehen und Sachen zu entwickeln. Das liebe ich schon immer.

Was macht eine gute Booking-Agentur aus?

Ein Teil des Ganzen zu sein, Liebe zu dem, was man tut und Liebe zum Detail. Kreativität, Individualität und das nicht machbare machbar machen zu wollen.

Interview: Mathias Frank


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