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3 (+2) Fragen an: Kobito

Das Hamburger Label Audiolith beherbergt ja bekanntlich einige junge, aufstrebende Künstler. Zu diesen gehört auch der Rapper Kobito, der durch frischen, emanzipatorischen Rap auf sich aufmerksam macht. Am 11. Mai tritt der Berliner im Molotow beim Weidenallee Auswärtsspiel auf (Blog). Außerdem veröffentlicht Kobito am Freitag seine erste Solo-Single auf Audiolith Records mit dem Titel „Fangen Spielen“, nachdem er bereits auf ein Release zusammen mit der Rapperin Sookee als Duo „Deine Elstern“ zurückblicken kann.

Da wir  – natürlich! – das Solifestival zum Erhalt des Molotows präsentieren und das Release kurz bevor steht, haben wir Kobito ein paar Fragen zu seinen weiteren Plänen, dem Molotow und natürlich der Stadt Hamburg gestellt.

Concert-News: Deine neue Single „Fangen Spielen“ steht nun in den Startlöchern. Doch was ist danach geplant?

Kobito: Kai Kani, MisterMo und ich werden erst mal wie üblich durch die kleineren und größeren Locations touren. „Fangen Spielen“ und auch die Songs des Digitalreleases werden in das Set eingebaut, vielleicht probieren wir auch ein paar andere noch nicht gehörte Songs aus.

Grundsätzlich arbeiten wir seit einer Weile verstärkt an einem neuen Album, dass noch dieses Jahr erscheinen will. Mit den bisher fertigen Songs bin ich sehr sehr zufrieden und ich glaube, das wird eine gute Weiterentwicklung. Wo das letzte Album „Zu Eklektisch“ noch sehr auf die persönliche Ebene konzentriert war, wird das nächste den Blick ein bisschen auf mein und unser Umfeld und die Gesellschaft erweitern. Das führt logischerweise dazu, dass die Themen kämpferischer und politischer sind – darauf hatte ich sehr Lust und irgendwie war das auch nötig.

CN: Du machst ja bekanntlich Rap weitab vom Mainstream. Was stört dich an dem „normalen“ Rap so und wieso grenzt du dich so sehr ab?

Kobito: Bei einer Antwort auf diese Frage besteht immer die Gefahr, ein bisschen in Parolen zu sprechen, ich versuche es deshalb mal anders: Ich bin aus der Tiefe meines Herzens einfach verdammt abgestoßen von sexistischen Bengels, die mit ihren Alben in die Top Ten schießen und homophoben Quatsch verbreiten und damit eine Menge Geld verdienen können. Ehrlich gesagt geht es mir aber nicht so sehr um eine aktive Abgrenzung als um eine aktive Mitbestimmung, einen Gegenentwurf also. Ich rede in meinen Songs ja nicht ständig darüber, wie scheiße ich die Szene finde – sondern investiere viel Zeit und Kraft in das Projekt, mit Freunden und Freundinnen gute Musik zu machen, in guten Zusammenhängen aufzutreten und unsere Position gut und verantwortungsvoll zu nutzen. Das macht übrigens unglaublich viel Spaß und ist das Schönste, was mir in meinem Leben passiert ist. Crew Luv ist eben True luv…!

CN: Am 11. Mai spielst du beim Weidenallee Auswärtsspiel Festival zur Erhaltung des Molotows. Wie wichtig sind solche kleinen Clubs für Musiker im allgemeinen und im speziellen für dich?

Kobito: Es liegt ja eigentlich auf der Hand – Artists wie ich und die in meinem Umkreis spielen vor allem in kleineren Clubs. Wir profitieren also sehr davon, wenn es eine gewisse Vielfalt in einer Stadt gibt – und nicht nur den einen Klub mit einem Fassungsvermögen von 100 Menschen und darüber erst wieder ab 700. Abgesehen davon finde ich es auch einfach wichtig, dass kleine Klubs existieren und wie das Molotow einen Teil der Szene ausmachen. Schließlich will man nicht immer in riesigen Hallen feiern oder veranstalten, der Flair ist ein ganz anderer.

CN: Seit einer Weile bist du nun bei Audiolith Records unter Vertrag. Klappt die Zusammenarbeit gut und bist du zufrieden mit dem Label?

Kobito: „Unter Vertrag stehen“ hört sich wirklich wahnsinnig offiziell an. Und auch gut! Mama, ich habe jetzt einen Plattenvertrag! Wir haben ja gerade erst angefangen, ein bisschen miteinander zu gruscheln. Mir gefällt der verrückte Haufen aber sehr gut, man kennt sich schon länger, war schon mal zusammen betrunken und das klappt eben. Ich denke, die Zusammenarbeit macht Sinn und ich bin gespannt, wie es weitergeht – mehr kann ich nach einer gemeinsamen Single auch schwer erzählen. Ich finde die Entwicklung von Audiolith einfach interessant – nach Feine Sahne Fischfilet ist da mit Neonschwarz eine weitere Kombo „unter Vertrag genommen worden“ (hihi), die ich toll und interessant finde. Das ist ein fruchtbares Umfeld, ich gehöre nur zu gern dazu.

CN: Da wir ja aus Hamburg für Hamburg schreiben: Was verbindest du mit Hamburg? Hast du irgendwelche schönen oder besonderen Erinnerungen, die du mit dieser Stadt verbindest?

Kobito: Definitiv die Gäng von Neonschwarz oder auch Audiolith – und eine Menge schöner Gigs. Schon als Schlagzeiln waren wir hier in der Roten Flora, mit Sookee als Deine Elstern sind wir mal im Hafenklang aufgetreten. Ausnahmslos feine Gigs, schöne Aftershowparties – und ehrlich gesagt geht doch nichts über einen kleinen Katerspaziergang am Wasser, das ist für mich als Berliner schon ein ziemlicher Luxus. Unserer Landwehrkanal oder die Spree entschädigen eben nicht für ein echtes Meer. Ein Projekt wie das Gängeviertel fand ich schon immer beeindruckend, die Atmosphäre ist sehr speziell. Andererseits kam mir Hamburg auch immer sehr teuer vor, was ja wahrscheinlich vor allem für Menschen ein Problem ist, die dort wohnen. Da habt ihr wohl ähnliche Entwicklungen wie wir in Berlin am Wickel…Also wandle ich kurz einen Slogan aus meinem Bezirk ab: Hamburg bleibt dreckig!

CN: Danke für das Interview

Schöne Hardtickets für das Weidenallee Auswärtsspiel gibt es noch bei unserem Lieblings Ticketdealer, der Theaterkasse Schumacher. Für schlanke 13,75€ könnt ihr am Samstag im Molotow dabei sein!

Interview: Felix Höger


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