Wenn vier stadtbekannte Musiker über (gefühlt für uns) viel zu viele Monate an dem Album basteln, von dem man gar nicht mehr zu hoffen wagte, dass es noch erscheint. Wenn denken, planen, handeln und tun zwischen Bahnschranken Slalom laufen. Wenn Dringlichkeit sich breit macht und die reine, pure Gelassenheit mit tiefer Liebe antwortet. Vor allem aber, und das ist dann doch wieder dem Guns ‘n Roses-Effekt deutlich näher: Wenn sich Moritz Krämer, Felix Weigt, Max Schröder & Francesco Wilking in der Arbeitsgruppe Die höchste Eisenbahn wiederfinden. Müsste damit dann nicht alles, aber auch alles gesagt sein?

Wir kennen natürlich nicht die frühen ersten Versionen von “Schau In Den Lauf Hase”, die möglicherweise über Bord gingen. Sagt man das im Zugbegleiter-Fachjargon überhaupt so? Was wir kennen sind hartnäckige Ohrwürmer (“Body and Soul”, “Isi”), die sich sowohl musikalisch wie inhaltlich zu einem nie wieder in Vergessensnot geratenden Bahnhofskino-Abend zusammenfügen. Dass sich da, so selbstverständlich wie verspätet entglittene Gesichtszüge, auch mal die Liebe am verrosteten Abstellgleis findet, dass sich das Leben eben nicht nach Fahrplänen ausrichtet, nicht immer am Bahnsteig gegenüber umgestiegen wird und Die höchste EisenbahnCard auch nicht die Hälfte des Fahrpreises in deinem verspulten Alltagsszenario übernimmt, dürfte angesichts der trostreichen dreizehn Geschichten selbst locker zu verschmerzen sein.

Gerichtsvollzieher oder andere Abfahrten die Rolltreppe runter? Geht ebenso wie “Mira”, das sich ein bisschen bei Neuhaus’schen Chören und GzK bedient. Passt aber alles wie “Wenn wir uns so lange nicht sehen, bleiben die Uhren am Hauptbahnhof stehen” – mehr Fernbeziehung geht in keiner Hinsicht. Mehr “Album des Jahres” (Kategorie deutschsprachige Liedermacher-Supergroup) auch nicht. 14. November | Molotow Bar (ausverkauft) + 8. Januar | Knust

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