livekritik.de präsentiert den Chor des Monats: November. Dieser Monat hat uns gefordert. Nicht nur, dass man allabendlich gegen die viel zu früh einsetzende Dunkelheit und die sinkenden Temperaturen kämpfen musste, auch der Kalender platzte aus allen Nähten. Da hieß es Kräfte mobilisieren und gut einteilen. Die Clubs waren allesamt rappelvoll und überall fanden Konzerte statt. Wir waren wieder (nicht nur) in Hamburg unterwegs.

*** Morcheeba (1.11., Docks) Schon der Support ist akustisch ein Highlight, optisch hingegen sollte man die Wahl dieses Clown-Mantels von Joy Wellboy noch mal überdenken. Trotzdem: Vormerken! Dann aber Morcheeba: Seit zwei Alben wieder mit Ur-Sängerin Skye, die auch zeigt, wer die heimliche Herrscherin im Hause M ist: Sie gibt Autogramme auf der Bühne, lässt ihr (selbstgeschneidertes) Kleid permanent vom Ventilator umherwehen, hat das größtenteils aus Pärchen bestehende Publikum mit ihren längeren Ansagen komplett in der Hand und ist vor allem very charming. Spätestens beim Bowie-Cover „Let’s Dance“ wippt auch der letzte (ich) mit dem Fuss. Smooth. (nsc)

*** Kids In Glass Houses (2.11., headCRASH) Sonst im Vorprogramm von Simple Plan oder Fall Out Boy bereits aufgefallen, waren KIGH für ihre erste Headlinershow nach Hamburg gekommen. Mit sichtlich viel Spaß und neuer Platte im Gepäck rocken sie die eher jungen Leute ganz anständig. Nach der Show gab es am Merch Autogramme und Fotos mit der Band. Charmanter Abend mit viel Gute-Laune-Sound. (cR) *** De Staat + Malleus (3.11., Hafenklang) De Staat hatten wir schon mal gesehen und sie galten als Garant für eine wahnsinnige Show. Haken. Wirklich überraschen konnte uns also nur der Support. Malleus aus Hamburg. Noch nie gehört. Und wie die uns überrascht haben. Äußerst souverän gaben die Jungs ihren treibenden BluesRock zum Besten und erinnerten bisweilen an Triggerfinger oder Black Box Revelation. Astrein. Die Band wird im Auge behalten. (cR) *** Fettes Brot (3.11., Rote Flora) Die Flora war zum bersten gefüllt, die Stimmung grandios und die Band gut gelaunt. Tolles Konzert und das trotz einer drohenden Anklage von Gert Baer. Schöne Aktion, weiter so! (fh) *** Russian Circles & Chelsea Wolfe (3.11., Logo) Wie immer sieht man nichts, wenn das Logo proppevoll ist. Schade, denn die dezent verstrahlte Chelsea Wolfe gibt eine gute Figur ab. Ihr entrückter Gesang zum düster-grollenden Sound passt wie die Faust aufs Auge. Wie war das noch? “Pain is beautiful”? Russian Circles sind live wie russisches Roulette. Entweder knallt’s nicht und es verläuft harmlos oder sie blasen einem die Birne in Fetzen. Letzteres trifft (sic!) diesmal zu! Da braucht man keine Sicht oder Gesang. (gs)

*** Metz (4.11., Hafenklang) Metz. Sub Pop Records. Wenn es in den letzten Jahren eine Band gab, die unbedingt auf Sub Pop erscheinen musste, dann sind das Metz. In meinen Jahres-Top 10 stehen sie auch ohne große Überlegung weit vorn, was vor allem (aber nicht nur) an ihrer Live-Performance liegt. Mein drittes Metz-Konzert in diesem Jahr und ich werde nicht müde, begeistert zuzusehen, wie sich die Herren auf der Bühne verausgaben, einen Song nach dem anderen rausrotzen und dabei Blut und Wasser schwitzen. Metz sind meine Liveband 2013, keine Frage. (nsc) *** The National (4.11., Berlin, Max-Schmeling-Halle) Allmählich ist es traurig aber wahr, die Show wirkt zu einstudiert und es fehlt die Leidenschaft. Liegt es an der Riesenhalle? Zu wenig Wein für Mr. Berninger? Zumindest eine jahrelange Verehrerin verlässt diese Halle schmollend. Schade. (tk) *** The Inspector Cluzo (5.11., Logo) Zwei Franzosen mit dem Herz am rechten Fleck und dem Rock’n’Roll im Blut machen mehr als das Beste aus dem leider nichtmal halb ausverkauften Club. Mit Charme und gutem Vorbild bringen sie das Publikum zum Abfeiern und beweisen einmal mehr, dass sie eine der talentiertesten Live-Rock-Acts dieses Planeten sind. (ds) *** The Naked And Famous (6.11., Markthalle) Ich erinnere mich, dass alle Fotoapparate am Eingang eingesammelt wurden. Ein mir unverständliches Prozedere in Zeiten der Smartphones, die während des Konzerts dann auch zuhauf in die Luft gehalten wurden. Von der Show selbst erinnere ich nicht viel, sie war solide aber nicht spektakulär. Schade. (cR)

*** Daughter (7.11., Uebel & Gefährlich) Irgendwie immer elfengleich und zauberhaft, mit Umarmungs-Anwandlungen, weil Sängerin Elena so schüchtern durch ihren Pony schaut. Leider nicht mehr so fallendestecknadelruhig wie vor einem Jahr im Turmzimmer, das merkt man an den idiotischen lachendlästernden Weibern neben einem. (ms) *** S O H N (7.11., Knust) Welch lustiger Zufall, Tochter (Daughter ) und Sohn am selben Tag in der Stadt und sogar nur wenige Meter voneinander getrennt. Im Knust wird der ungewöhnlich warme Elektrosound der ersten drei 12“es, und von einigen unveröffentlichten Tracks, des Wiener/Londoner Musikers vor einem fast stillen, beeindruckten Publikum von ihm mit zwei Gastmusikern dargeboten (bis auf die Beats tatsächlich komplett live, was ja auch nicht so gewöhnlich ist bei dieser Musik) und lässt einen vor Vorfreude auf das Album fast zerspringen. (nsc) *** Napalm Death (7.11., Kaiserkeller) Warum dauert es eigentlich immer eine Ewigkeit bis man in der Großen Freiheit oder im Kaiserkeller Bier bekommt? Bin das nur ich? So ignoriert man die Vorband im gleichen Maße, wie die Bierdamen an der Bar die Kundschaft. Napalm Death wird man nie ignorieren können. Zu lange spielen sie schon ihre einzigartig energetischen Konzerte. Shouter Barney stürmt wie immer aufgebracht auf der Bühne rum, verliert dabei aber nie seine britsche Höflichkeit gegenüber dem Publikum. Gegenpol und Gitarrist Mitch kann derweil kein Wässerchen trüben. Einzig an Bassist Shane’s Haarwaldlichtung erkennt man, dass die Jungs schon länger dabei sind. (gs) *** Sublime With Rome (7.11., Markthalle) Süßliche Rauchschwaden umhüllen die Halle, drinnen feiern alte Säcke und junge Kiffer, Punks und Rastas eine riesige Party und den Wahnsinn with Rome. Hit auf Hit, Klassiker auf Klassiker und Jubel bis das Licht angeht. (mf) *** Sublime with Rome (7.11., Markthalle) Welch’ wunderbare Zeitreise. Die alten, legendären Songs funktionieren noch immer perfekt und Jungspund Rome macht seine Sache extrem gut. Aufgewärmter Kaffee schmeckt bekanntlich eher nicht, hier ist es zum Glück ganz anders. Und einen Vergleich zum Original-Line-Up dürfte eh niemand haben, von daher gibt’s für Sublime with Rome achteinhalb von zehn Sternen inkl. eines ganzen Fasses Nostalgie und ein bisschen weicher Knie. (kw) *** Lisa Germano (7.11., Nachtasyl) Dame Germano ist genervt, sie wollte längst gespielt haben, durfte aber nicht, weil Faust im Haupthaus noch spielt. Sie versucht trotz Volltrunkenheit doch noch ein paar Songs am Klavier. Entschuldigt sich aber zu oft. Hinterlässt ein kopfschüttelndes Fanvolk. (tk) *** Zugezogen Maskulin (7.11., Indra Club) Zwei echt sympathische Rapper, doch leider war das Konzert viel zu kurz. Nach nur einer Stunde war leider Feierabend. Gelohnt hat es sich trotzdem. (fh)

*** Parasite Single + Alcoholic Faith Mission (8.11., Knust) Das Roskilde Festival möchte wieder mehr Besucher aus Deutschland ziehen und veranstaltet in unregelmässigen Abständen auch in Hamburg seine Road Trips. Nach zwei Diskussionsrunden enterten zunächst die Hamburger Parasite Single die Bühne und erspielten sich das anfänglich etwas steife Hamburger Publikum mit ihren hübschen Elektro-Pop-Songs. Danach dann Alcoholic Faith Mission. Die sechsköpfige Kombo aus Kopenhagen/Brooklyn gehört zu den besten und sympathischsten Livebands und begeistert den mittlerweile randvollen Saal restlos. Den Ausklang bestreiten DJs mit durch radfahrende Besucher erzeugten Strom. Ein ausgesprochen schöner Abend! (nsc) *** Vans Warped Tour (9.11., Arena Treptow, Berlin) Viele Bands an einem Tag. Schöner kann’s doch eigentlich kaum sein. Die einzelnen Konzerte waren dann zwar nur maximal eine Stunde lang, aber bei manchen Acts reicht das auch. (fh) *** Nick Cave & The Bad Seeds (10.11., Sporthalle) Der Fürst der Finsternis war da. 2 Std Konzert voller ‘Evergreens’, Hits und neuer Songs des großartigen Albums “Push the sky away”. Die Sporthalle war sehr gut gefüllt, die Bad Seeds in Hochform und der dunkle Lord tänzelt und klatscht dazu die erste Reihe ab wie verrückt. Nick Cave rules! Den Fans treibt’s die Freudentränen in die Augen. Tolles Konzert! (kw) *** Volbeat (11.11., o2 World) So geht Großraum: Feuer, Pyros und einstudierte Sprüche und Aktionen, Hymne auf Hymne und zwei Stunden einfach mal auf dicke Hose machen. Volbeat sind groß und großartig. Und das Konzert war es irgendwie auch. (mf) *** Volbeat (11.11., o2 World) Nichts, aber auch absolut nichts, schlägt ein Clubkonzert in Sachen Intensität und Atmosphäre. Aber wenn eine Band (außer Metallica) den Wumms hat, eine Arena mit ihrem Sound zu füllen, dann sind es Volbeat. Es klang verdammt gut und sie gaben dem Publikum exakt was es wollte: Anlass zum Circle Pit. Uaah! (ds)

*** Bear’s Den + The Mariners Children (11.11. Molotow) The Mariners Children sind besser was musikalische Abwechslung angeht. Die aus der Bärenhöhle eher gedämpft, haben aber die lauteren Fans. Leider nur Mittelmaß. (tk) *** Bear’s Den (11.11., Molotow) Im April noch Support für die oben schon erwähnten ‚Daughter’, jetzt schon alleine im gut gefüllten Molotow: Bear’s Den haben offensichtlich ihr Publikum gefunden und spielen sich munter durch ihre bislang drei EPs. Highlight dürfte trotzdem das Drake-Cover am Ende gewesen sein. Wann covern Folk-Bands denn schon mal Hip Hop? (nsc) *** Mark Lanegan (12.11. Mojo Club) Einfach nur WOW, die Whiskeystimme kann es noch! Dazu Signierstunde und manche konnten nicht anders und hielten den Unterarm hin, damit Hr. Lanegan sich verewigt. Nochmal! (tk)

*** The Sounds + Viktor And The Blood (13.11., Gruenspan) Ich erlebe ein Déjà-vu. Da das Konzert an dem Abend vom Docks ins Gruenspan verlegt wird, sehe ich die Vorband Viktor And The Blood an genau der gleichen Stelle wieder, wo ich sie bereits vor ein paar Wochen im Rahmen des Reeperbahnfestivals sah. Der Drummer wurde dieses Mal auf der anderen Bühneseite positioniert und das Set empfinde ich als intensiver als damals. Vielleicht, weil nun – beim zweiten Hören – der ein oder andere Song schon vertrauter ist. An The Sounds hingegen muss ich mich nicht mehr gewöhnen. Die begleite ich seit Jahren und sie liefern mit Maja an der Front die vertraute Energie, den Sound meiner Jugend, Hit after Hit! (cR) *** Die Höchste Eisenbahn (14.11., Molotow Bar) Die Höchste Eisenbahn hat endlich das Debütalbum auf dem Markt und es wird sicher auf nicht wenigen Jahresbestenlisten zu finden sein. Zum Release gab es diesen tollen Appetithappen in der proppevollen MolotowBar. Bevor es im Januar auf richtige Tour geht (08.01. im Knust!), empfehlen wir mit allem Nachdruck noch die Aneignung einiger Disco-Moves. (nsc) *** Skindred + Deadly Circus Fire (15.11., Markthalle) Was haben diese Jungs was andere nicht haben? Vom allerersten Takt an geht das Publikum ab, als ob es kein Morgen gäbe und auch für den Rest des Gigs müssen sich die Reggae-Metaller eher in Sicherheit bringen als die Meute anheizen. Irgendwie haben die Jungs einen Drive, der mitreißt und der sie zu einem der geilsten Live-Acts überhaupt macht. Auch eine Zeile wert: Der Support Act Deadly Circus Fire. Volle Riff-Föhnung in bester Tradition von Filter und Tool! Gute Jungs! (ds)

*** The Flatliners (16.11., Headcrash) Nebenan spielen Jimmy Eat World im ausverkauften Docks. Aber ja und? Die Punkrock-Helden aus Kanada stellten vor richtig vielen Leuten ihr richtig gutes neues Album vor. 50 Minuten auf den Punkt und mit jeder Nummer ein Tanzbeinschwinger mehr vor der Bühne. Flatliners Eat World. So! (mf) *** Sabaton (16.11., Metal Hammer Paradise) Erst landet die Backline am falschen Ort des Geschehens, dann später beim Auftritt eine gerissene Hose beim Sänger. Die Kriegsmetaller im Einsteigermodus haben es irgendwie nicht leicht an der Ostsee. Nur das Publikum macht es ihnen einfach und bestellt zwischen jedem Song laut: “Noch ein Bier!” (kel) *** Enno Bunger (17.11., Uebel & Gefährlich) Mit Begleitband, den Woods of Birnam (aus ehemaligen Polarkreis 18-Mitgliedern), zaubert Enno Bunger an diesem Abend aus den wohlbekannten Songs eine ganz neue musikalische Eskalationsstufe, die stark an die Performances von Bands wie Efterklang oder Sigur Ros erinnert, erzählt als Kontrast zu den oft traurigen Songs, wieder mal sehr lustige Geschichten und gibt als Sahnehäubchen sogar Kostproben aus dem kommenden Album. Enno ist immer anders, immer toll! (nsc)

*** Chameleons Vox (18.11., Fundbureau) The Chameleons gehören zu den einflussreichsten Bands auf spätere Generationen von Britpop-Bands, sind aber unberechtigterweise weitestgehend aus dem musikalischen Bewusstsein verschwunden. Die Hälfte der Originalband darf zwar wegen internen Streitereien den Bandnamen nicht mehr benutzen, das hindert sie aber nicht daran, die meist alten Songs mit neuem Druck und schöner Spielfreude darzubieten. Das größtenteils aus Hamburgs schwarzer Wave-Szene bestehende Publikum dankt mit Jubel, Trubel, Heiterkeit & Ekstase. (nsc) *** Bastille (18.11., Docks) Ungewöhnlich junge und ungewöhnlich ungeduldige Konzertbesucher bilden an dem Abend bereits vor Einlass eine lange Schlange den Kiez entlang vom Docks bis zur Davidwache. Kaum im Club, geben sie die ergatterten vorderen Reihen vor der Bühne auch nicht mehr auf. Und es lohnt sich für sie. Bastille spielen eine wahnsinnig sympathische Show mit all ihren poppigen Hits. Sänger Dan springt voller Energie über die Bühne und um die Trommeln. Die Stimmung ist super. Und beim Verlassen des Konzertes stelle ich fest, dass man bis zu drei Ohrwürmer gleichzeitig haben kann. (cR)

*** Thees Uhlmann (19.11., Gr. Freiheit 36) 2 Mal ausverkaufte Freiheit und man sieht Thees sichtlich seine Freude darüber an. Was auf dem Album etwas zu poppig klingt, kommt live umso besser rüber. Nächste Chance: 12.03. an selber Stelle. (dr) *** Dave Hause + Northcote (20.11., Knust) Lange habe ich mich auf den Abend gefreut. Endlich war er da. Dave Hause war wieder in der Stadt. Leider musste ich erneut feststellen, dass der Mann nicht der Wahnsinns-Entertainer ist. Seine Musik ist sooo gut, die neue Platte fantastisch, aber live – sorry Dave – war es lediglich eine solide, wenn auch charmante Leistung. Den ein oder anderen Tipp, wie man den Funke ins Publikum so richtig überspringen lässt, kann ihm sein Kumpel Matt Goud vielleicht noch geben, der als Northcote im Vorprogramm für Begeisterung sorgte. (cR)

*** Gogol Bordello (21.11., Docks) Wenn kalte und warme Luft aufeinanderprallen, gibts nen Tornado. Unten war das Docks kalt und zugig, oben war Sauna und auf der Bühne war der Tornado. Ein amtlicher Gypsy-Tornado. Hütz und Konsorten haben so gut Party gemacht, dass man es nicht vermisst hat, dass sie kaum ein Wort ans Publikum gerichtet haben. Das war la pura vida! (ds) *** Game Ove & Die Spielfiguren (21.11., Hasenschaukel) Weinduselig trotz Abstinenz, Textselig, verschmitzt und elementarisch wie eh und immer! (ms) *** Game Ove & Die Spielfiguren (21.11., Hasenschaukel) Der Bericht zum begeistert aufgenommenen Nachtasyl-Konzert Ende Oktober hat es nicht mehr in den letzten Chor des Monats geschafft, aber auch heute begeistert Ove mit seinen, um den erkrankten Drummer reduzierten, Spielfiguren erneut das Publikum in der geliebten Hasenschaukel. Trotz fehlendem Schlagzeug, kann kaum jemand stillstehen und es wird fröhlich getanzt und mitgesungen. (nsc) *** Turbostaat (21.11., Rote Flora) Die Flora war zwar nicht so voll, wie bei Fettes Brot, das Publikum dafür umso emotionaler und enthusiastischer. Turbostaat wissen wie man einen Laden rockt. Und das haben sie an dem Abend auch wieder bewiesen. (fh)

*** Primal Scream (23.11., Knust) Um es vorweg zu nehmen: Viele, wirklich viele Besucher waren der Meinung, hier das Konzert des Jahres erlebt zu haben. Zumindest war dies nach der Show aus vielen Mündern zu vernehmen und es war in der Tat ausgesprochen großartig, was Bobby Gillespie und seine Band hier kredenzt haben. Größtenteils auf die rockigere Phase der Band konzentriert, wurden neue Songs wie „2013“ mit alten Hits a la „Movin on up“ gemischt und an ein begeistert aufnehmendes Publikum weitergereicht, dass viele der Songs mitsang, ekstatisch vor sich hintanzte und sich mit offenen Armen beglücken ließ. (nsc) *** Glen Hansard (23.11., Rolling Stone Weekender) Langweilig? Nää. Mitriss? Hm. Hype? Vielleicht. Vollkommene Ratlosigkeit? Ja! (kel) *** Golden Kanine (24.11., Knust) Wiederholungstäter und doch nie langweilig. Da bleibt kein Bein stehen und die Herzen der Schweden hüpfen. Und meins auch! (ms)

*** Ásgeir Trausti, Farao (26.11., Prinzenbar) Der Abend der klaren schönen Stimmen, zuerst von den beiden (?) Norwegerinnen von Farao eingeleitet, die leider vom lauten Publikum manchmal übertönt wurden. Dann durfte den schönen Tönen und wegen des Isländischen verwirrenden Texten von Ásgeir gelauscht werden, der einen Mix aus Dub Steppigen à la Blake und folkigen Traditionals bot. Schwebender Nachhauseweg mit inbegriffen. (ms) *** Ásgeir + Farao (26.11., Prinzenbar) Warum gibt es in der Prinzenbar immer, wirklich immer, Besucher, die Auftritte von Musikern lautstark labernd so sehr stören? Warum wird Künstlern und anderen Besuchern so wenig Respekt entgegengebracht? Dieses Mal traf es den ruhigen und eigentlich sehr hübschen Ásgeir-Support Farao, was vermehrt zu irritierten Blicken der Künstlerinnen auf der Bühne, und zu Gewaltfantasien im Kopf einiger Besucher führte. Man möchte diese Menschen anschreien, durchschütteln, rauswerfen. Ätzend. Beim Isländer Ásgeir war zumindest die Musikkulisse dann so, dass man das Gerede nicht mehr so stark gehört hat und sich auf die Performance konzentrieren konnte. Neben einigen Songs auf isländisch, bestand das Programm aus den im Januar auf Englisch erscheinenden Songs, die für meinen Geschmack gern etwas abwechlungsreicher ausfallen dürften. Schön war das aber allemal und besonders unterhaltsam war es, dem Drummer zuzuschauen, wie er die elektronischen Beats live darbot. (nsc) *** White Lies (27.11., Große Freiheit 36) Das war eine amtliche Clubshow. Coole Laser, Vollbenebelung, Megalicht und die warme Stimme von Sänger Harry McVeigh umhüllt von den fantastischen Songs der aufregenden White Lies. (cR)

*** Queens Of The Stone Age (28.11., o2 World) Eben noch spielten sie als Hurricane-Headliner vor unfassbar vielen Leuten. In Hamburg wurde die halbe o2 World abgehangen. Schön: so wurde aus dem Großraumkonzert eine fast schon intime Angelegenheit. Mit ein paar Längen in der Mitte zwar, aber einem grandiosen Finale. Gut, dabei gewesen zu sein! (mf) *** Lance Butters (29.11., Indra Club) Eher belanglos und nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. (fh) *** ClickClickDecker (30.11., Superbude St.Pauli) Schwitzend und charmant aufgeregt (über das legere Beinkleid lässt sich streiten) präsentiert die Band Stücke vom kommenden Album bei Kuchen usw. Das war sehr lyrisch und schön. Im Februar kommen sie zum Glück wieder. (tk)

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