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BDMKM Vol 9: John Allen

Johnallen_350pxBDMKM. Das bedeutet: Bands, die man kennen muss. Haben wir uns mal ausgedacht und fanden das gut. Dass wir nicht zu Ende gedacht haben, merken wir jetzt. Was ist mit den Künstlern? Den Sängern und Solisten? Ladies and Gentleman, John Allen. Unser erster KDMKM.

Ende August kam via Gunner Records (Heimat von unter anderem The Sky We Scrape und Owls By Nature) das tolle „Sophomore„-Album raus, auf dem auch ein gewisser Frank Turner zu hören ist. Und die beiden Künstler nun einen Topf werfen zu wollen, wer den einen mag, sollte sich auch den anderen anhören. Und live angucken. Schon MORGEN spielt Allen in der Plattenkiste (14 Uhr!) , am 27. September ist er im kleinen Donner und feiert Record Release Party.

Wer bist du, wie lange machst du schon Musik und wieso spielst du das, was du spielt?
Hi! Also ich bin John und ich mache eigentlich Musik seit ich denken kann. Ich glaube mit fünf habe ich angefangen, das war im letzten Jahrtausend! Ich glaube ich spiele das was ich spiele, weil ich nur das spielen kann, sowohl technisch als auch emotional.

Was muss man sonst über dich  wissen und Fans welcher anderer Bands und Künstler können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Ich glaube die Helene Fischer / Amigos und die Justin Bieber / Rihanna Fraktionen können sich jetzt ausklinken, denen kann ich nicht wirklich viel bieten. Was muss man über mich wissen? Eigentlich gar nicht so schrecklich viel, außer, dass ich Musiker durch und durch bin, passiv und aktiv. Das heißt, dass ich nicht nur gerne auf der Bühne stehe, sondern auch, so oft es Zeit und Geldbeutel zulassen, vor der Bühne als Fan.

Wie wohl fühlst du dich als Künstler in Hamburg, was würdest du gerne ändern und was findest du so richtig toll an und in der (Musik-)Stadt?
Ich wohne jetzt seit knapp zweieinhalb Jahren in Hamburg und ich kann tatsächlich nur Gutes berichten. Die Stadt war sehr gut zu mir, angefangen von vielen kleinen Clubs, in denen ich gespielt habe und immer freundlich empfangen wurde, die Pony Bar zum Beispiel, bis hin zu der Tatsache das ich hier Frank Turner und Chuck Ragan kennengelernt habe. Ich glaube es gibt Ecken in Hamburg die tatsächlich Kultur und Inspiration atmen und ich fühle mich hier sehr, sehr wohl.

John Allen live –das bedeutet was?
Das bedeutet zunächst einmal, dass ich mich alleine mit einer Gitarre auf die Bühne stelle und versuche, das Publikum an meinen Songs und an meinen Gefühlen teilhaben zu lassen. Dazu gibt es ein paar Geschichten und am Ende singen hoffentlich alle zusammen. Danach freue ich mich immer drauf mit einem Kaltgetränk noch mit ein paar Leuten zu quatschen und später gehen wir im Idealfall alle mit einem guten Gefühl nach Hause.

Vermisst du manchmal eine Band? Auf der Bühne, im Bus, im Backstage beim Biertrinken?
David Gilmour hat einmal gesagt, dass ein guter Song sowohl mit Band als auch solo funktioniert und ich glaube da ist etwas dran. Allerdings glaube ich auch, dass eine gute Band eine gute Show nochmals auf ein anderes Level heben kann, einfach in Bezug auf Abwechslung und so. Also ja, auf der Bühne gelegentlich schon (also eher für die Bühne, ich fantasiere nicht während dem Spielen über eine Band, da bin ich anderweitig beschäftigt). Im Bus wäre mit Sicherheit mit Band auch mehr los, wobei ich bislang auch in den seltensten Fällen wirklich alleine war, sondern immer mit netten Kollegen unterwegs und im Backstage beim Biertrinken finden sich auch so genug trinkfeste Partner. Das alles soll nicht heißen, dass ich nicht sehr gerne öfters einmal oder auch regelmäßig mit Band spielen würde, aber für den Moment genieße ich die Unabhängigkeit des Solokünstlers.

Wie fühlst du dich auf Gunner und was macht Gunner anders als andere?
Ich glaube wir bewegen uns hier in einem Business, in dem sich einzig ein schlechter Ruf schneller verbreitet als ein guter Ruf. Was Gunner Records für mich zunächst einmal einzigartig macht ist zunächst die Tatsache, dass ich von keiner Seite auch nur ansatzweise etwas Negatives gehört habe. Vom ersten Gespräch an waren Gunnar und ich uns sehr sympathisch und wir hatten glaube ich ähnliche Auffassungen und Philosophien wie wir an das ganze Thema rangehen. Mir fehlen zwar die Vergleiche, aber ich kann sagen, dass die Arbeit mit Gunner sehr musikorientiert und fair ist. Gunnar ist generell Musikfan und es geht ihm glaube ich nicht in erster Linie darum zu verdienen, sondern darum Musik zu fördern und ich denke das unterscheidet ihn schon von anderen, insbesondere von größeren Labels.

Das größte Kompliment, das man dir machen könnte lautet wie?
Eigentlich ist es kein ausgesprochenes Kompliment, aber wenn Menschen meine Songs  mitsingen, ist so ziemlich das beste Gefühl das ich kenne. Was tatsächliche Komplimente angeht, so hat neulich ein Mädel nach einer Show gesagt, sie habe den Eindruck, ich sänge über sie, das ist schon ziemlich heftig.

Nein, diese Frage hat nichts mit Frank Turner zu tun …Stelle dir vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen deiner Songs zusammen mit dir auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Ganz schwer zu sagen und wirklich phasenabhängig. Gerade höre ich viel Tom Waits, daher wäre er meine erste Wahl. Ich würde mich aber auch mit Bob Dylan, Bruce Springsteen, Tom Petty oder den Counting Crows zufrieden geben, ich bin da nicht so.

Wer ist netter: Frank Turner oder Chuck Ragan?
Das ist ungefähr so einfach zu beantworten wie: “Was ist leckerer: Eis oder Lasagne?”. Haha. Im Ernst, beide waren jederzeit unheimlich nett zu mir und haben mir viel ermöglicht, was ich ohne deren Hilfe entweder gar nicht oder zumindest nicht in dieser kurzen Zeit erreicht hätte. Beide sind unheimlich interessiert an anderer Menschen Musik und ich kann hier beim besten Willen keine Wahl treffen ohne einem Unrecht zu tun. Beide sind genau so, wie man sich wünscht, dass sie sind.

Welches Rock’n’Roll Klischee willst du unbedingt noch erfüllen (bevor du an deiner Kotze nach einer Überdosis erstickst)?
Ich glaube die beiden einzigen Klischees die ich wirklich erfüllen möchte (und über die ich nüchtern bereit bin offen zu reden) ist der Akt der Zerstörung eines (möglichst renommierten und demzufolge teuren) Hotelzimmers mittels der Zweckentfremdung eines Fernsehempfängers und mir den Vorwurf gefallen zu lassen, als Sellout mit Privatflieger viermal die Woche in Vegas aufzutreten. Wenn ich beides erreicht habe, dann kann ich glücklich, zufrieden und mit einem Lächeln im Gesicht nach einer Überdosis an meiner eigenen Kotze ersticken. Oder ich mache einfach den Keith Richards…der macht von der Palme fallen auch zum Rock’n’Roll Klischee.

Wie soll es jetzt weitergehen? Was sind deine Ziele?
Kurzfristig gesehen hoffe ich, dass mein neues Album möglichst erfolgreich wird und mir weitere Türen öffnet. Dazu kommt, dass ich Musiker bin und in erster Linie auf die Bühne möchte. Das heißt, ich möchte spielen, spielen, spielen. Langfristig wäre es natürlich ein Traum von der Musik vernünftig leben zu können…und dann kommen die Rock’n’Roll  Klischees …

Interview: Mathias Frank


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