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Elektronisches Geschrammel mit Tiefgang

TheDasIhre Musik beschreiben „The/Das“ als Techno Tenderness. Bei den ehemaligen Mitgliedern der Berliner Band Bodi Bill formen treibende Beats, die markante Stimme von Fabian Fenk und wunderschöne Synthesizer-Modulationen eine wunderschöne Mischung aus Club-Musik und zeitgenössischem Pop.

Am 15.8 erschien ihr Debüt-Album „Freezer“ auf dem Kult-Label „Sinnbus Records“, am 13. Oktober spielen sie Mojo Jazz Cafe. Wir trafen Fabian Fenk und Anton Feist einen Tag nach ihrem Release auf dem MS Dockville Festival und sprachen über perfekte Festivals, Genre-Schubladen und Bodi Bill-Vergleiche.

Das Video zu eurer ersten Single „My Made Up Spook“ wurde in Indien gedreht und eure zweite Single heißt „Miami Waters“. Habt ihr Fernweh?
Fabian: (lacht) Ich würde schon sagen, dass ich Fernweh habe. Das Video zu „My Made Up Spook“ hat mir auch gezeigt, dass ein Musik-Video nicht nur eine reine Pflichterfüllung ist, sondern auch eine Art Belohnung für die Arbeit an einem Album und auch die Möglichkeit bietet, die Orte zu bereisen, die man beim Songwriting in dem eigenen Kopf erschaffen hat. Besonders in „Miami Waters“ steckt ja auch viel Sehnsucht drin.

Wenn The/Das ein Ort wäre, welcher wäre dies?
Anton: Puhh, das ist schwierig. Wenn man sich für einen Ort entscheidet, dann muss man eigentlich zu viele ausschließen. Ich entscheide mich jetzt einfach mal für Fuerteventura. Da war ich neulich im Urlaub und es ist auch schön ruhig dort.

Ich wollte bewusst keine Fragen zu eurer Bodi Bill-Zeit stellen, jedoch kann ich mir folgende nicht verkneifen: Inwiefern nerven euch die stetigen Vergleiche mit Bodi Bill?
Anton: Ne, nervt gar nicht. Es hätte mich eher gewundert, wenn kein Mensch danach fragt. Vor allem, weil es von uns sonst noch nicht so viel zu hören gab. Die Vergleiche werden bestimmt irgendwann verschwinden. In drei Jahren würden sie mich nerven.

Heutzutage braucht ja jede Musik ihr eigenes Genre, in welchem es auch noch diverse Sub-Genres gibt. Was war die schlimmste Genre-Schublade, in die ihr bisher gesteckt wurdet?
Fabian: Bei The/Das gab kam das noch nicht so richtig vor. Bisher wurde das Projekt, von fast allen Leuten, sehr respektvoll angenommen, was auch eine ziemlich große Genugtuung für uns ist.
Anton: Für uns ist es ein Vorteil, dass wir aus einer Band, wie Bodi Bill, kommen. Man muss sich mit The/Das Projekt auseinandersetzen, wenn man sich fragt, wo denn der Unterschied zwischen uns und Bodi Bill liegt und warum wir uns für das Projekt entschieden haben. Dadurch werden wir nicht so schnell als Electro-Clash-Folk-Pop abgestempelt.

Eure ersten Veröffentlichungen waren deutlich elektronischer, als „Freezer“ und wurden u.A. auch auf dem Electro-Label „Life And Death“ veröffentlicht. Wie kam eure Orientierung in die Band-Richtung zustande?
Anton: Als wir mit dem Projekt begonnen haben, wussten wir noch nicht genau, was wir wollen und worauf The/Das eigentlich hinausläuft. Die Life And Death-Leute sind echte Kumpels von uns geworden und haben uns auch ein wenig mitgenommen auf Tourneen und Reisen. Das war dann teilweise ein wenig schräg, wenn wir in engen Clubs unsere Synthesizer und Mikros hinter den kleinen DJ-Pulten aufgebaut haben. Im letzten Jahr haben wir echt viele schöne Sachen erlebt und tolle Menschen kennengelernt. Wir waren zwar immer komisch und schräg, aber das wurde toleriert. Neben den Club-Shows haben wir letzten Sommer aber auch auf einigen Festival-Bühnen gestanden. Beim Appletree Garden Festival hatten wir einen Slot um 17:30 Uhr auf der Hauptbühne und haben uns echt gefragt: „Was soll denn das hier?! Wir füllen die Bühne ja gar nicht richtig aus!“ Danach ist dann so langsam die Idee gewachsen, dass Album bei Konzerten etwas anders umzusetzen…

Inwiefern ist ein durchgeplantes Show-Konzept wichtig für eure Auftritte?
Anton: Das Showkonzept sollte sehr wichtig sein, denn Live-Musik hat einfach einen „Entertainment-Auftrag“.  Beim Appletree Garden Festival 2013 haben wir uns kurzfristig dazu entschieden, auf der Bühne einen Gartenpavillon aufzustellen und diesen mit Nebel zu fluten. Wir wussten zwar auch nicht, wie das aussehen würde, aber unsere Show sollte einfach nicht nur so wirken, als würden drei Typen auf der Bühne ihre eMails checken.

Ihr spielt diesen Sommer auf vielen Festivals, wie z.B. dem Melt Festival oder dem MS Dockville. Wie würde euer persönliches „Traum-Festival“ aussehen
Fabian: Mir wäre es wichtig, dass es einen reinen DJ-Floor gibt, auf dem DJs auch Zeit haben und Sets spielen können, in denen sie musikalische Reisen machen können. Zudem würde es eine reine Band-Bühne geben, auf der keine elektronische Musik läuft. Ich würde quasi auf den Kram, den wir mit Bodi Bill gemacht haben, verzichten.
Anton: Für Lückenfüller würde sich eine weitere Bühne eignen, auf der etwas experimentellere Musik läuft und auch Performance Künstler auftreten können.

Interview: Hendrik Wonsak


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