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BDMKM Vol 10: Featuring Yourself

10661801_846033942097798_146625841126190457_oDiese. Band. Ist. So. Gut. Wirklich! Featuring Yourself, dieses Trio aus Hamburg und Kiel mit dem prominenten Stammbaum. Schließlich tauchen Namen wie Rantanplan und Creetins in der Vergangenheit auf.

Viel wichtiger aber: am 7. November erscheint die neue EP „Audience Of One“, schon einen Tag zuvor supporten sie Leoniden im Molotow. Neue Musik steht schon im Web und die Band in Form von Sänger und Gitarrist Matthias Frank (nicht Mathias Frank) uns Rede und Antwort. Es fallen Begriffe wie die Generierung nichtlinearer Verzerrungen, absurde Bewegungen und John Irving. Unter anderem …

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
Drei Freunde, die sich vor vier Jahren in Kiel getroffen haben und eine ziemlich 80s-lastige Variante des Punks spielen. Ganz sicher müsste man geistig umnachtet sein, um die von uns gewählte Musik aus der Motivation heraus zu spielen, Erfolg zu haben. Reiner Selbstzweck.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Man darf zum Beispiel wissen: wir bringen am 7.11. unser neues Album „Audience Of One“ heraus und es könnte sogar passieren, dass wir 1-2 Exemplare in den USA loswerden, da unser Freund Andrew Paley von The Static Age die Platte über sein Label Highwires auch dort veröffentlicht. Zum zweiten Teil der Frage: wir würden uns lieber ein Ohr abschneiden, als Hörer zu haben, die Musik mit menschenverachtenden Inhalten hören.

„Audience of One“ – Hä? Sagt mal bitte was dazu. Zum Namen und was man hören darf.
Der Titel spielt darauf an, dass jeder Künstler/Schauspieler/Musiker bei seiner Performance eine imaginäre „Audience of One“ besitzt. Er/sie/es kann also aus dem Gedanken an diese Person maximal emotionales Spiel erzeugen. So ähnlich wird das in John Irvings Roman „Until I Find You“ beschrieben. Zu hören gibt es zehn rohe, melodische Auf-den-Punkt-Songs, die mehr Punk in sich tragen, als wir zuerst dachten… ziemlich oldschool, mit Chorus-Effekten und so.

Ihr macht keine CD – korrekt? Warum nur Vinyl und Digital?
Das Abspielen von Vinyl-Schallplatten generiert nichtlineare Verzerrungen, die vielen Hörern (inkl. uns dreien) nicht unangenehm sind. Im Gegenteil: passt besser zum Albumsound. Das Album kommt auch als Kassette via Last Exit Records raus. Ich finde CDs allerdings gar nicht blöd. Vielleicht bezahlt uns ja irgendjemand noch eine CD-Pressung.

Hamburg – Kiel / Kiel – Hamburg. Wie ist eure Verbindung, wie ist euer Verhältnis zu Hamburg und wie zu Kiel, auf was ist man dort vielleicht ein wenig neidisch und was kann Hamburg von Kiel lernen?
Ich wohne seit zwei Jahren in Berlin, habe davor aber mein Leben lang in Kiel gewohnt. Die familiäre Szene, die Kieler Schaubude, fußläufiges Erreichen jedes Ortes, Strände, viel hässliche 50er-80er Architektur… guter Nährboden für gute Leute und Bands. Kann man neidisch drauf sein.

Das größte Kompliment, das man euch machen könnte lautet wie?
Das größte Kompliment, das man einer Band machen könnte lautet: „Ich habe euretwegen eine Band gegründet“.

Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?
Gerade dadurch, dass wir uns wegen Kiel/Hamburg/Berlin nur selten sehen, ist es umso wichtiger, einfach mal zusammen abzuhängen und sich gegenseitig über sein Leben upzudaten. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass man niemals ohne Freundschaft Bands betreiben sollte.

Was muss man tun um aus der Band zu fliegen?
Übersteigt meine Vorstellungskraft.

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen eurer Songs zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Zur Zeit würde ich gerne mit Robert Pollard „Huffman Prairie Flying Field“ spielen. Er singt natürlich…

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)?
Ich hätte gern, dass mir ein Roadie einen ganzen Auftritt lang ohne Sinn und Verstand zweimal pro Song die Gitarre abnimmt und eine neue umhängt.

Die erste Platte, die ihr euch gekauft habt?
AC/DC – The Razor´s Edge (Kassette), 1990.

Featuring Yourself live – das bedeutet was?
Ultralaut – Blood/Sweat/Tears – Absurde Bewegungen – Alle Schnörkel weglassen.

Wie findet ihr Leoniden?
Natürlich fantastisch! Sonst würden wir nicht vom 6. bis 9.11. mit ihnen touren. Unbedingt deren EP “Invert India” hören. Bestimmt in diesem Herbst das letzte mal in kleinen Clubs…wer weiß?

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele?
In unserer Konstellation in Eigenregie eine Platte aufzunehmen, zu mischen, zu fertigen, zu touren – all das ist gleichzeitig Weg und Ziel. Solange wir auf diesem Niveau weitermachen können, ist das für uns großartig.

Interview:Mathias Frank
(nicht Matthias Frank)


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