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BDMKM Vol 11: Schmutzki

schmutzki_bandfoto_fb_2Ende Oktober erschien die „Mob EP“ von Schmutzki. Und wer etwas mit Bands wie Kraftklub, Wizo, The Hives, Love A oder der Terrorgruppe anfangen kann, der hört sich das mal an. Und schaut sich Schmutzki dann live an. Am 15. November eröffnen sie vor Wizo in der ausverkauften Großen Freiheit 36, am 25. April kommenden Jahres spielen sie im Headcrash. Wir präsentieren die Show. Und fragten vorher mal bei Schmutzki nach, unserer neuesten Band, die man kennen muss.

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
Wir sind Beat Schmutz (Gesang, Gitarre), Dany Horowitz (Bass) und Florian Hagmüller (Schlagzeug) aus Stuttgart. Seit 2011 machen wir als Schmutzki Punkrock mit deutschen Texten. Begonnen haben wir als Freitag-Abend-Spass-Projekt für und mit unseren Freunden, die unseren Proberaum als Vorglüh-Hölle zweckentfremdet hatten. Aus diversen Jams entstand so unser Soundtrack zur all-wochenendlichen Party-Eskalation. Unsere Gang war es auch, die uns zu unserem ersten Auftritt nötigte und gleich einen riesen Abriss veranstaltete. Mittlerweile ist der „Schmutzki-Mob“ eine kleine Macht und unterstützt uns bei jedem Konzert. In unserer Musik verarbeiten wir dieses Lebensgefühl auf die eine oder andere Weise – mit viel Spass, Herz und Augenzwinkern.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Alles was du über uns wissen musst, erlebst du bei unseren Konzerten: Freunde sein, zusammen Spass haben und gemeinsam durchdrehen! Das schließt niemanden aus (außer Faschos!!!) und wir erleben immer wieder, wie ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedensten Geschmäckern auf unsere Musik abfahren: Punks, Rocker, Indies, Metaller und sogar Hiphopper sehen wir vor der Bühne die Köpfe schütteln.

Ihr seid auf Four Music. Als Punkband. Wie kam es? Und fühlt ihr euch, trotz z.B. Callejon, ein bisschen als Exot auf diesem Label?
Wir hatten schon länger Kontakt mit unserer jetzigen A&R Angelina bei Four. Sie hat uns immer wieder Ratschläge gegeben und unterstützt. Wahrscheinlich war es auch für das Label erstmal eine gewisse Annäherung an das Thema Punk, aber wir haben immer das ehrliche Interesse an unserer Musik gespürt. Heute fühlen wir uns total wohl als ‚Exoten‘ gerade weil wir schon immer unser eigenes Ding gemacht haben und das bei Four auch weiterhin tun dürfen.

Wie ist eure Verbindung, wie ist euer Verhältnis zu Hamburg, auf was ist man in Stuttgart vielleicht ein wenig neidisch und was kann Hamburg von Stuttgart lernen?
Hamburg ist seit fast Anbeginn der Band an ein total wichtige und inspirierende Stadt für uns. Irgendwann ist eine Hand voll Kumpels aus Stuttgart nach St. Pauli gezogen und da haben wir bei unseren Besuchen einfach gleich unsere Instrumente mitgebracht und Konzerte gespielt. Über die Atmosphäre dort muss man wohl nichts mehr sagen… für uns war das immer absoluter Wahnsinn und die Hamburger haben uns von Anfang an total nett aufgenommen. Was wir an Hamburg so schätzen, ist die selbstverständliche Toleranz, der man fast überall begegnet. Und hier sehen wir auch eine gewisse Parallele zu unserem geliebten Stuttgart: Verschiedene Menschen kommen zusammen, ohne sich künstlich von einander abgrenzen zu müssen. Und wenn du in Stuttgart Freunde hast, dann sind das Freunde fürs Leben. So haben wir auch Hamburg erlebt. Natürlich sind wir manchmal neidisch auf das dichte Leben in Hamburg. Aber das macht das Wiedersehen ja umso schöner!

Das größte Kompliment, das man euch machen könnte lautet wie?
Ich war heute echt beschissen drauf. Dann hab ich euch gehört. Jetzt geht’s mir wieder gut.

Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?
Wir glauben daran, dass man nur so gut ist, wie seine Freundschaften. In dieser getriebenen Welt, in der wir mit nichts mehr so recht zufrieden sein dürfen, in der wir immer nur noch besser werden müssen und keine Schwäche toleriert wird, ist Familie und Freundschaft vielleicht das letzte was uns im inneren noch zusammenhält. Insofern ist Freundschaft für uns persönlich erstmal total wichtig. Dass dieses Thema in unseren Songs und auf den Konzerten ein große Rolle spielt ist deshalb nur logisch. Es ist heutzutage so schwierig geworden, eine klare Message zu vertreten, weil alles so schrecklich kompliziert ist. Die Botschaft, dass Freundschaft etwas gutes ist und dass die Welt mit jeder Freundschaft ein kleines Stück besser wird, ist aber so eindeutig und wahr wie eh und je.

Was muss man tun um aus der Band zu fliegen?
Wenn einer von uns mit Helene Fischer zusammenkommt, dann wäre das ein Problem.

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen eurer Songs zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Gene Simmons von Kiss mit ‚Backstage‘. Gene ist ja der unbestrittene Groupi-König der Welt und es wäre sicherlich sehr lustig, wenn er sich damit selbst ein bisschen auf die Schippe nehmen würde.

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)?
Die dritte Abschiedstour spielen und trotzdem wiederkommen.

Die erste Platte, die ihr euch gekauft habt?
Beat: Planet Punk – Die Ärzte
Dany: Appetite for Destruction – Guns’n’Roses
Flo: Uuaarrgh! – Wizo

Schmutzki  live – das bedeutet was?
Immer alles geben.

Wizo sind für euch was?
100% Punk. Wir haben Wizo als Kids gehört und irgendwie hat sich das seit damals überhaupt nicht verändert. Während alle Bands irgendwann poppig, fett oder arrogant werden, sind Wizo jetzt wieder da als wäre nichts passiert. Für Schmutzki ist Wizo so etwas wie ein großer Bruder, der uns zeigt wie der Hase läuft und der einen mitnimmt zu den großen Jungs.

Wie kam es zur gemeinsamen Tour, wie läuft es bisher und was habt ihr vorab von dieser Tour erwartet?
Wir haben Axel vor einiger Zeit in Stuttgart kennengelernt. Er hat sich gleich für uns interessiert und uns in der Folgezeit den einen oder anderen wertvollen Tipp gegeben. Irgendwann klingelte dann nachts das Telefon und er meinte, dass es ein neues Album geben würde und dazu eine große Tour. Am besten mit Schmutzki als Vorband. Da haben wir nicht lange überlegt… Als es dann soweit war, waren wir überrascht, wie gut uns die Wizo-Fans aufgenommen haben und wie toll das Feedback bisher war. Die Crew von Wizo ist ebenfalls super nett und wir fühlen uns total wohl auf der Tour. Aber: Es ist auch harte Arbeit, jeden Abend vor Leuten zu spielen, die nicht wegen Schmutzki zum Konzert kommen. Da kannst du keine halben Sachen machen, sondern musst alles geben. Bisher hat das ziemlich gut funktioniert.

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele?
Die Tour überleben. Ein Album aufnehmen. Nächstes Jahr die eigene Tour meistern. Wir denken immer in kurzen Zeiträumen und machen uns nicht so viel Kopf darüber was in ein oder zwei Jahren ist. Klar, wollen wir das beste draus machen und träumen natürlich davon eines Tages von der Musik leben zu können. Jetzt und hier haben wir morgen das nächste Konzert und das soll natürlich der beste Schmutzki-Gig ever werden. Wie immer.

Interview: Mathias Frank


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