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BDMKM Vol 13: Kalamahara

kalamahara_press2013_3_credit_juliane_rheinKalamahara ist die bereits 13. Band, die man kennen muss und die wir hier in der Reihe gleichen Namens vorstellen. Und sie ist wieder etwas anders als die zwölf Bands zuvor. Sie selbst nennen es High Energetic Lizzian Heavy Rock und weil wir höfliche Menschen sind, möchten wir ihnen nicht widersprechen. Lieber ließen wir sie und genauer gesagt ihren Schlagzeuger Alex Beyer sprechen. Am Freitag (28.11.) spielen Kalamahara mit den ebenso wunderbaren Navel im Kleinen Donner.

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
Wir sind Lenny, Hans, Clemens und Alex. In dem Rahmen sind wir seit 2013 dabei, allerdings machte jeder von uns schon vorher in anderen Bands Musik. Der gute alte Rock-Stuff hat uns sozialisiert, also Led Zep, Thin Lizzy, Black Sabbath und später sind dann die ganzen Stoner-Rumpelbands dazugekommen, die auch ihren Teil zu unserem Sound beigetragen haben. Wir nennen das, was unsere Songs transportieren, High Energetic Lizzian Heavy Rock und hoffen natürlich, dass das heute noch auf ein paar offene Ohren stößt. Bisher wurden wir noch nicht enttäuscht.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Wir sind alle Nordlichter und haben unsere Jugend teils an der Ostsee, teils an der Müritz verbracht. Der Schnack von früher hält sich untereinander bis heute, auch wenn wir schon lange Zeit zusammen in Leipzig proben und arbeiten. Wir haben alle – Hans vielleicht ausgenommen, der ist da eher straight – nichts gegen gute Popmusik, Lenny geht sogar manchmal auf Raves. Aber Fans von Mainstream oder komischem Synthie-Gefrickel können mit uns eher selten was anfangen. Das macht auch nichts.

Das ist jetzt eine verbotene Frage. Aber könnt ihr bitte mal euren Bandnamen erklären? Danke.
Das ist tatsächlich recht einfach zu erklären und bezieht sich auf unseren Sound. Der erste Bestandteil kommt vom Kalmar und der steht mit seinen Tentakeln sinnbildlich für einen progressiven Einschlag. Die Sahara auf der anderen Seite steht für den staubigen Stoner-Einfluss. Bringt man diese Worte zusammen, ergibt das über den Daumen dann, tadaa, Kalamahara.

Wie ist eure Verbindung, wie ist euer Verhältnis zu Hamburg, auf was ist man in Leipzig vielleicht ein wenig neidisch und was kann Hamburg von Leipzig lernen?
Die Verbindung ist tatsächlich noch recht jungfräulich, bisher haben wir mit Kalamahara noch nie hier gespielt und auch mit vorherigen Projekten kennen wir Hamburg nur aus der Sicht kleiner, verrauchter Kneipen. Vor gut fünf Monaten bin ich von Leipzig nach Hamburg gezogen, mein neuer Job war Schuld. Das war aber ne gute Entscheidung, denn ich mag Hamburg sehr und hab das schon immer als einzigen möglichen Fluchtpunkt aus Sachsen betrachtet. Leipzig kann sich auf jeden Fall eine dicke Scheibe von Hamburgs Konzert- und Clubkultur abschneiden, das ist hier alles sehr zentral und überaus vielseitig und funktioniert vor allem auch sehr gut direkt nebeneinander, während in Leipzig ein elendig, nerviger Futterneid herrscht. Naja, und Hamburg wäre auf der anderen Seite sehr gut damit beraten, sich in seinen Mieten von Leipzig etwas abzukucken… Aber das ist in bestimmt auch alles nur noch eine Frage von fünf, sechs Jahren, bis es diesbezüglich auch in Mitteldeutschland ungemütlich wird.

kalamahara_press1_credit_juliane_rein_webDas größte Kompliment, das man euch machen könnte lautet wie?
Eigenlob stinkt. Wir lassen uns überraschen. Props gab es in der Vergangenheit bereits für unsere Thin Lizzy-Hommage „You gotta know“. Wer so etwas klar als solche erkennt, beweist natürlich immer ein gutes Ohr und natürlich einen hervorragenden Geschmack. Sowas freut uns natürlich.

Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?
Enorm wichtig. Hans zum Beispiel ist einer meiner ältesten Freunde, wir kennen uns jetzt schon, heilige Scheiße, über 20 Jahre und haben uns in der Zwischenzeit nie aus den Augen verloren. Ich mache Musik mit ihm, so lange ich denken kann. Das ist etwas sehr besonderes und ich bin ein verdammter lucky Bastard, so einen Bassisten in der Band zu haben, der obendrein mein bester Freund ist.

Was muss man tun um aus der Band zu fliegen?
Wir würden wahnsinnig gern einmal auf dem Stoned From The Underground spielen. Dafür würde ich sogar einen runden Geburtstag meiner Mutter sausen lassen oder einen Urlaub in der Karibik mit Cocktails und kleinen Schirmchen absagen. Und das erwarte ich eigentlich bei so einer Chance von allen anderen Mitgliedern auch. Die Devise klingt zwar spießig, ist aber ganz hilfreich, wenn man eine Band ist: Chancen erkennen und nutzen. Alles andere ist Sackgang.

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen Song zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Holla, du kannst Fragen stellen. Für mich persönlich wäre das vermutlich Neil Young für den Song „Keep On Rockin‘ In The Free World“. Bei anderen Teilen der Band vielleicht ein Thin Lizzy-Titel ihrer Wahl mit einem top-fitten 70er Jahre Phil Lynott, „Green Machine“ mit Mr. Garcia oder irgendwas mit Slayer oder Pantera wäre auch nice. Hey, was kostet die Welt!?

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)?
Hmm. Also wir haben letztes Wochenende, hoffentlich liest das der Veranstalter nicht, immerhin schon mal einen Backstage Bereich angezündet und mit einer Flasche Bier gelöscht. Das war echt knapp. Ansonsten sind wir eigentlich sehr klischeebefreit, bis auf den athletischen Steel-Body von Lenny.

Die erste Platte, die ihr euch gekauft habt?
Also bei mir war das die „Bleach“ von Nirvana. Bei den anderen, keine Ahnung. Ich glaube, Hans war damals Linkin‘ Park-Fan für ein halbes Jahr als deren Debüt rauskam und hat sich vor lauter Scham danach nie wieder CDs gekauft.

Kalamahara live – das bedeutet was?
Zweimal Gitarre, einmal Bass, ne geballte Ladung scheppernde Drums, ordentlich Distortion, Fuzz, Dreck und Druck. Wie haben wir das mal im Osten gelernt: „Vorwärts immer, Rückwärts nimmer!“ Aber nimm das bloß nicht als Interview-Titel.

Wie findet ihr Navel?
Arschgeil. Ich hab mit Hans und meiner alten Band In Pieces schonmal mit ihnen gespielt und Jari über die Jahre ein bisschen kennengelernt. Super knuffige Jungs, ein wirklich grandioser Sound mit toller Produktion, alles selfmade, und vor allem echt eine große Wundertüte, denn auf den letzten drei Platten hat sich die Band immer wieder neu erfunden. Das kann nerven, bei Navel finde ich es aber einfach bemerkenswert und gelungen.

Was macht ihr neben der Band so und warum? Und: wie lange noch?
Drei von uns studieren noch, ich bin der einzige der einen Full-Time-Job hat. Clemens ist nebenbei Gitarrenlehrer, Hans Psychologe (also richtig mit Sprechstunden und so) und Lenny Soziologe. Ich kümmere mich um die PR bei einem großen Musikvertrieb, das ist ne feine Sache und ich werde das auch noch ne ganze Weile weitermachen, so wie es aussieht. Mit Musikmachen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, ist mir und auch den anderen zu anstrengend. Wenn es irgendwann mal läuft, reden wir nochmal drüber. Aber wir sind da realistisch.

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele?
Platten machen und Gigs spielen, ganz klassisch. Wir wollen über die nächsten Monate drei EPs veröffentlichen und das ausschließlich auf Vinyl und digital, CDs zu machen ist mittlerweile totaler Quatsch. Die erste EP ist fast fertig und wurde von Coogans Bluff-Charlie gemixt. Ist ein schönes Ding geworden. Wir sind gerade auf Labelsuche, quatschen da schon mit ein paar Leuten, sind aber mehr als offen für Vorschläge. Wir lassen das entspannt auf uns zukommen und sind uns eh im Klaren darüber, dass eine Band heutzutage zu 90% DIY-Skills an den Tag legen muss – gerade auf der musikalischen Baustelle, wo wir uns bewegen. Wir sind da entspannt und zuversichtlich, das erste Feedback ist wirklich gut.

Interview: Mathias Frank


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