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2×3 Fragen: UnterTagen

„Chaos“ heißt die EP, UnterTagen die Band und Molotow der Club, in dem die vier aus Aschaffenburg kürzlich Halt gemacht haben. Wir haben vor dem Konzert mit Christopher und Christian über Deppenaufgaben, Freibier und den Bundestag geredet.

Untertagen - Foto von Johannes CarstensWenn ihr gemeinsam auf Tour unterwegs seid – ist das da sehr chaotisch oder habt ihr jemanden, der da immer ein bissche Ruhe und Ordnung reinbringt?
Christian: Wir sind alle extrem chaotisch, das ist vielleicht ein bisschen das Problem. Aber dadurch hebt sich das auch ganz gut auf. Läuft.
Christopher: Wir haben einfach gelernt, mit jedem umzugehen. Es gibt eine Person, die schafft immer Chaos zu verbreiten, wo eigentlich die schönste Ruhe herrscht.
Christian: Wir haben alle unsere Tics und da muss man eben lernen mit umzugehen. Aber nach 4 Jahren, die wir inzwischen gemeinsam unterwegs sind, klappt das ganz gut.

Wo darf kein Chaos herrschen?
Christian: Wenn bei uns vorher die Playlist nicht geschrieben wäre, dann würde auf der Bühne ziemlich Chaos herrschen, das geht eigentlich nicht.
Christopher: Und genau da herrscht immer Chaos! Das ist die größte Deppenarbeit und keiner will es freiwillig machen.
Christian: Wir schaffen es halt nicht, die mal vorher auszudrucken und obwohl die Songs ja meistens gleich sind, würden wir die Reihenfolge ohne Liste trotzdem vergessen, gerade jetzt so am Anfang einer Tour.
Christopher: Ein Widerspruch in sich – da können wir das Chaos am wenigstens gebrauchen und genau dort herrscht das größte.
Christian: Beim Auf- und Abbauen ist das aber auch so.

Wenn ihr euch eines aussuchen könntet: Nie wieder Wetterchaos oder nie wieder Verkehrschaos?
Christian: Wir waren einmal auf einem Festival und haben als letztes gespielt. Den ganzen Tag war das Wetter okay und als wir um 23 Uhr endlich dran waren, hat es so sehr gestürmt, dass das Ganze abgebrochen werden musste. Da ist Wetterchaos dann natürlich schlecht. Aber generell find ich Verkehrschaos schlimmer. Wenn man einen Termin hat und da dann nicht rechtzeitig ankommt, kann das schon manchmal stressige Folgen haben.
Christopher: Ich möchte lieber kein Wetterchaos mehr.

In der Chaostheorie gibt es den Schmetterlingseffekt – was würdet ihr Kleines ändern, obwohl ihr nicht wisst, welche Folgen es haben wird?‘
Christian: Freibier für die ganze Welt.
Christopher: Dann gäbe es mehr Kinder und Leute bräuchten nicht erst nen Arschtritt, um zu tanzen.
Christian: Die würden mehr CDs kaufen
Christopher: Gras würde legalisiert werden, weil die Politiker besoffen sind. Wenn Gras legal wäre, wäre einiges entspannter. Burger King würde nach den ganzen negativen Schlagzeilen einen neuen Boom erleben.
Christian: Da würd schon einiges passieren. Mir fallen gar keine Nachteile ein. Staatlich subventioniertes Freibier für alle.

Welchen Ort würdet ihr gerne mal in Schutt und Asche spielen?
Christopher: Wir haben ja so einen Traum von der bemannten Raumfahrt. Oder auf der AIDA
Christian: Das ist bestimmt saugeil, wenn die beiden Orten kaputtgehen, wenn wir dort spielen… Der Bundestag wäre so ein Ort.
Christopher: Dann hätteste keine Regierung mehr.
Christian: Ach, das kriegen wir dann schon hin. Wenn wir den zum Zusammenbruch bringen, dann würden wir ja quasi die neue Regierung bilden. Ihr müsstet dann alle unsere CDs kaufen und dann würde das mit dem Freibier auch klappen.
Christopher: Wir machen euch alle glücklich. Aufruf an Angie – kann da mal jemand eine Petition starten, dass wir da spielen dürfen?

Eure letzten Worte über die EP?
Christian: Die ist saugeil. Kauft die.
Christopher: Die EP ist das Produkt, das unser Innerstes am deutlichsten wiederspiegelt.
Christian: Und nächstes Jahr kommt noch was Neues – ob Album oder EP, mal sehen.
Christopher: Jetzt müssen wir erstmal unseren Proberaum vom Schimmel befreien. Wir konnten gar nicht richtig proben für die Tour. Auch wieder Chaos.
Christian: Wir leben unsere EP eben.

Interview: Marisa Urban
Foto: Johannes Carstens



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