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3 Fragen an: Curse

cn_praesentiert21Wir sprachen schon über Curse und freuten uns über “Uns”. Genau hier. Doch weil “Uns” so gut ist, weil Curse so nett ist und weil wir die große Ehre haben, seine Show am 9. Januar im Gruenspan zu präsentieren, sprachen wir auch mit ihm.

Und ärgern uns noch heute, dass wir eine andere Chance nicht beim Schopfe packten. Denn während er und ich es uns auf dem Gelände des NDR gemütlich machten, wo Curse zuvor bei N-Joy war, schlenderten drei Jungs an uns vorbei, herzten Curse und schnackten kurz mit ihm. Wenige Wochen später sollten diese drei Herren ihr Album „Aversion“ veröffentlichen und als Antilopen Gang eines der besten Deutschrap-Alben des Jahres veröffentlichen. Was wäre das wohl für ein Doppel-Rap-Interview geworden?

Aber natürlich hatte auch Curse genug zu erzählen. Uns. Über “Uns”. Und über die anstehende Tour: „Dieses Mal ist es so, dass wir in der Mitte so das Herzstück haben, das ist ein Typ mit mehreren Keys, Synthies, Drum Machines, Abletons, Samplern und so weiter. Links und rechts sind zwei Drummer, um diese paukigen, diese großen brachialen Drums und so weiter umzusetzen. Also es wird es eine sehr wuchtige Angelegenheit mit einem massigen Sound geben.“

Curse-UnsAls du gesagt hast „Okay, jetzt machen wir das Album“ – hast du dir da vorgenommen, irgendwas Bestimmtes zu machen?
Musikalisch war es relativ klar, da wussten wir von Anfang an ziemlich genau, wo wir hin wollten. Wir wussten „Okay, es soll so und so klingen, das und das sind die Inspirationen, die Referenzen, das ist der Cosmos, in dem wir uns da bewegen wollen.“ Das Feeling und die Texte sind dann peu à peu entstanden. Und die sind auch wirklich ganz viel durch Wegstreichen und Weglassen und bestimmte Dinge nicht zu tun entstanden. Die Texte sind immer mehr zusammengeschrumpft aus so ’nem Riesenkosmos von „Ach, man kann darüber ’nen Sound, und man kann das und das…“ zu „Okay, worum geht’s nun wirklich und was will ich vielleicht wirklich sagen und was will ich nicht machen“. Es hat eineinhalb Jahre gedauert, bis das Album inhaltlich so ist, wie es jetzt ist, das war echt ein langer Prozess.

Musikalisch ist es das Gegenteil von reduziert. Die Chöre, die Klaviere, die ganzen atmosphärischen Geschichten. Hast du dir denn trotzdem irgendwie Grenzen gesetzt und gesagt, das darf ich jetzt nicht mehr machen oder warst du da so frei musikalisch, dass so alles passieren durfte, worauf ihr grade Bock hattet?
Es durfte theoretisch alles passieren, aber ich habe irgendwann im Laufe der Produktion mal ein Gitarrenverbot ausgesprochen (lacht), weil wir uns da teilweise in so Richtungen von Bands wie Wu Lyf bewegten, die so einen sehr großen, atmosphärischen Sound herstellen. Und ganz viel in der Indie-Musik funktioniert es ja über Gitarren-Layer, da gibt es tausend Indie-Band-Beispiele, die diese großen gestackten Gitarren machen und dann hast du so einen ganz bestimmten Sound und genau das wollten wir halt vermeiden. Unsere Grundelemente sind zum Beispiel Pianos und große Drums. Und bei den Drums haben wir gesagt, dass wir viel Toms und Pauken möchten. Es gab also keine Grenzen, sondern eher Referenzen und die Referenz war, ganz klar, mein Musikgeschmack: Die Musik, die ich gerne höre und dieses Gefühl dabei möchte ich mit dem Album erzeugen.

Und ist dieser Gegensatz – reduzierte Vocals und opulente Musik – bewusst entstanden, weil ihr gesagt habt, da passiert schon so viel mit der Musik, dass wir mit den Texten wirklich auf den Punkt kommen müssen?
Ich glaube, das ist gar nicht so sehr durch die Größe der Musik entstanden, sondern einfach durch meine Überlegungen eben zum Text. Was will ich sagen und wie will ich es sagen. Was ich aber tatsächlich zum ersten Mal nicht versucht habe ist, wie viele andere Rapper das Instrumental zu dominieren, zu sagen „So, da ist jetzt ein Beat und ich mach mir den jetzt zu eigen, ich unterwerfe den jetzt“. Ich habe gesagt „Okay, die Stimme ist auch ein Instrument in diesem Gesamtgefüge und was zählt ist der Song und nicht das Ego der Stimme oder das Ego des Gitarren-Solos.“ Und ich habe zum Beispiel dieses Mal auch eigentlich nicht sehr viel am Blatt, sondern die meisten Texte erst beim Aufnehmen geschrieben, was ein sehr musikalisches Arbeiten war. Die Hälfte der Texte von meinem ersten Album zum Beispiel habe ich dagegen auf Musik geschrieben, die gar nicht auf dem Album ist, sondern auf irgendwelche Instrumentals von irgendwelchen amerikanischen Rappern. Und dann hatte ich meinen Song fertig und hab dafür dann irgendwo den passenden Beat gesucht.

Interview: Mathias Frank

PS: Das komplette Interview gibt es auf gaesteliste.de


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