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Nie zurück! Ein Interview mit Niels Frevert.

niels-frevert-cover-paradies-der-gefaelschten-dinge„Paradies der gefälschten Dinge“ heißt das aktuelle Album von Niels Frevert, das im Sommer auf Grönland erschien. Und dieses Album ist eines der schönsten des Jahres und eine persönliche Überraschung. Denn Niels Frevert? Ja, der ist ganz gut, der macht schon schöne Sachen. Aber so schön? Beeindruckend.

Denn nahezu jedes Lied hier ist eine kleine Perle, nahezu jeder Text einer zum Mitlesen und Behalten, nahezu jeder Song musikalisch hochklassig. Weil Frevert hier opulent musiziert und sich zwar Bläser und Streicher und ein bisschen mehr ins Studio geladen hat und trotzdem nicht nach Queen oder falsch, sondern unglaublich intim und persönlich klingt. Einfach sehr, sehr gut eben. Vor wenigen Tagen spielte er im Mojo. Aber er kommt sicher bald wieder …

Was treibt dich an, nach über 20 Jahren noch immer neue Musik zu schreiben, neue Texte zu verfassen und auf Tour zu gehen?
So kitschig es auch klingt; die Liebe zur Musik. Und weil ich jetzt die Platten machen kann, die ich früher immer machen wollte.

Und was muss passieren, dass du sagst: Okay, nun reicht es.
Dass ich keinen Bock mehr hab.

Blickst du denn eigentlich häufig zurück oder lebst du nur im Jetzt?
Musikalisch: Nie zurück, immer nur nach vorne!

Was war die beste Entscheidung, die du je – in Bezug auf deine Musik – getroffen hast?
Auf deutsch zu texten. Und das war auch meine größte Fehlentscheidung.

Nils Frevert, 2014Wieso ist „Paradies der gefälschten Dinge“ das beste Album, das du je gemacht hast?
Sowas würde ich nie behaupten.

Ist „Paradies der gefälschten Dinge“ – abgesehen davon, dass es das neuste Album ist – in irgendeiner Art besonders oder anders als deine anderen bzw. ist es anders entstanden?
Ich habe noch nie soviel gewagt und Kraft hineingegeben.

Wieso Grönland und wie kam es dazu?
Einfach angemailt. Ein super Hafen, um anzudocken.

Live oder über Kopfhörer – wie hört man den „echten“ Frevert?
Die ist leicht: Beides ergibt das Ganze.

Wie sehr hast du dich auf die Tour gefreut?
Noch nie so sehr wie diesmal.

Und wie sehr freust du dich darauf, nach der wieder nach Hause zu kommen?
Ich würde am liebsten ein ganzes Jahr weiter touren

Was muss passieren, damit du nach einer Show rundum zufrieden bist?

Dass die Leute es lieben ohne Publikumsanimation.

Wie tourst du und was machst du auf Tour so? Abgesehen von Interviews, Konzerten etc.
Mit Band im Bus, solo mit der Bahn. Jeden Morgen entweder laufen oder Kieser Training. Wenn die Zeit dafür da wäre, auch noch zwei Stunden durch die Natur wandern oder ein Museum. Noch was anderes sehen als nur Autobahn und die Clubs.

Wie groß ist der Platz, den die Musik heute in deinem Leben einnimmt?
Manchmal fast zu groß um meine Miete zu zahlen.

Und was machst du sonst so außer Musik?
Vieles.

Interview: Mathias Frank


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