“No diggity” von Blackstreet ist ja schon in der Original-Version unglaublich entspannt und gleichzeitig ein Stück Musik mit dem gewissen Etwas. Nach einigen anderen Covern hat Chet Faker dem Klassiker aus dem Jahr 1996 den letzten Schliff Coolness und Tiefe mitgegeben und mit seiner Version nochmal betont, dass Genre-übergreifendes Potenzial in dem Song steckt. Kein Wunder also, dass sich auch Scott Bradlee mit seiner Band Postmodern Jukebox das Ding zu eigen gemacht hat.

In deren Version  ist da auf einmal ganz viel Laszivität und coole American-Bar-Verführungs-Atmosphäre. Wobei die Spezialität von Scott Bradlee & Postmodern Jukebox oft eher Stücke sind, denen man so ein Potenzial gar nicht sofort zutraut. Wer hätte schon gedacht, dass aus Davids Guettas prolliger Disco-Hymne “Titanium” eine anschmiegsame Jazz-Nummer werden kann oder aus “Thrift Shop” von Macklemore & Ryan Lewis locker-leichter Swing? Oder aus “Livin’ On A Prayer” von Bon Jovi so etwas:

Schlägt jedenfalls ein wie Bombe und das alles vor allem über Bradlees YouTube-Kanal, der als primäres Verbreitungsinstrument mit hoher Schlagzahl genutzt wird. Es scheint fast, als verleibt sich der studierte Pianist 50% der Billboard Charts ein, jagt sie durch sein eigenes musikalisches Universum und spuckt eine überraschende Neuversion nach der nächsten aus, bei denen man fast immer denkt ‘so hab ich das ja noch nie gesehen’ – zumindest wenn das Original irgendwo im Kopf rumspukt. Und dann nennt er ein Album auch noch augenzwinkernd-entschuldigend ‘Historical Misappropriation’. Die seit 2012 erschienenen 8 (!) Alben sind übrigens fast ausschließlich Sammlungen zuvor auf YouTube veröffentlichter Stücke: Die kreative Produktion läuft halt auf Hochtouren und lässt sich nicht von gewöhnlichen Alben-Zyklen bändigen.

Welche der unzähligen Songs Scott Bradlee & Postmodern Orchestra am 7. März im Knust auffahren werden, ist ungewiss. Sicher ist: Das wird alles andere als langweilig. Wir freuen uns auf diesen von concert-news.de präsentierten Gig und sagen: Swing, Swing, Swing! Karten sind zum Beispiel bei der Theaterkasse Schumacher zu erwerben. (jb)

 

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