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Album der Woche: Sudden

Sudden-SuperkräfteDiese Deutschrapper. Bushido gegen Kay, Fler gegen Sido, Shindy gegen Curse – oder war es doch andersherum? Ganz ehrlich, die Beefs zwischen den Rappern und Labels und Lagern sind so unterhaltsam wie albern, so kalkuliert wie chaotisch. Und die wildeste Wrestling-Rauferei aus den Ringen dieser Welt wirkt dagegen wie Hochleistungssport. Also: ignoriert.

Warum ich das schreibe? Weil ich keine Ahnung habe, auf welcher Seite Sudden steht, ob er auf einer Seite steht oder ob er damit gar nichts zu tun. Und weil ich es auch nicht wissen möchte. Denn dieser Sudden liefert mit „Superkräfte“ ein Album ab, das dermaßen viel Spaß macht, dass jeder Diss, jedes falsche Wort, jeder Beef nur nerven würde.

Sudden veröffentlicht auf Trailerpark und ist auch Teil gleichnamiger Band. Jetzt macht er wieder ein Solo-Album und packt auf dieses Hip-Hop-Hits deluxe. Aggressive Stücke, poppige Stücke, komische Stücke, clevere Stücke. Cro trifft Shindy, viel Rap trifft eine gesunde Portion Pop und sogar Gitarren sind dabei.

Und das ist dann ideal für im Grunde alle. Für die Hardcore-Hip-Hopper und die Manchmal-Hörer, für – ohne jetzt so ganz genau zu wissen, ob Sudden einer von den coolen Jungs ist – den Untergrund und den Mainstream. Denn dieser Lieder bocken, sie reißen mit, sie machen Spaß und sie gehen in Bein und Birne. Mal zuhören und dann abfeiern, Hände in den Himmel und trotzdem einmal sacken lassen. Und dann lachen. So jedenfalls stelle ich mir Deutschrap vor und darum ist Album mit Gästen wie Trailerpark-Buddy Alligatoah auch unser Album der Woche! (mf)

PS: Wer sich Sudden live angucken möchte, der muss derzeit leider etwas reisen. Hamburg nämlich steht nicht auf dem Tourplan, dafür aber Bremen (1. Mai, Tower).


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