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Egotronic im Interview

Egotronic sind jetzt also Punk. Zumindest noch mehr, als sie es vorher schon waren. Mit dem neuen Album „Egotronic, c’est moi“, welches diesen Monat erscheint, ist die Wandlung weg vom Elektropunk nun endgültig abgeschlossen. Grund genug, sich mit Mastermind Torsun zusammenzusetzen und ihm ein paar Fragen zum neuen Album und der Wandlung zu stellen.

Egotronic_Presse_2015

Am kommenden Freitag erscheint euer neues Album „Egotronic, c’est moi“, auf dem ihr einen endgültigen Genresprung von Elektropunk zu ‚echtem‘ Punk vollzieht. Wieso dieser Wandel?

Man könnte sagen es ist eine langatmige Transformation gewesen, die sich über 3 Alben hingezogen hat. Das begann mit „Macht keinen Lärm“, auf dem wir erstmals echte Gitarren in die Songs eingebaut. Beim letzten Album kamen dann noch ein echter Bass und Drums dazu und beim jetzigen Album wurden die Loops abgeschafft.

Der Grund für diesen Wandel ist aber sehr einfach: Elektropunk ist mir einfach zu langweilig geworden. Das Genre lockt mich einfach nicht mehr so wie früher und das war für mich der Punkt, an dem ich was ändern wollte an meiner Musik. Von daher ist dieser Genresprung eigentlich nur die logische Konsequenz gewesen.

Du hast es gerade schon selbst angesprochen: Auch euer letztes Album hatte ja schon punkige Elemente. Wie ist dieses Album bei euren Fans angekommen?

Es kam tatsächlich sehr gut an. Die Releasetour ist super gelaufen und auch der folgende Sommer war wirklich prächtig. Natürlich gab es auch viele Leute die gesagt haben, dass ihnen bei den neuen Tracks der ganze Techno- beziehungsweise Elektro-Aspekt fehlt, was ich auch irgendwie verstehen kann.

Auf den Konzerten kommen die punkigen Sachen allerdings wirklich super an. Bei den Shows, die wir dieses Jahr im Februar gespielt haben haben wir von vielen Leuten gehört, dass es die beste Egotronic Show überhaupt war, immerhin passiert jetzt ja auch viel mehr auf der Bühne als früher.

Was erwartet die Besucher denn nun auf euren Konzerten?

Wie schon gesagt: Es ist einfach alles viel punkiger geworden. Zum Teil kommt gar nichts mehr vom Rechner. Bei der letzten Tour kamen schon noch einige Sachen vom Computer, aber das haben wir jetzt auch reduziert. Wir haben zwar immernoch einen Synthie auf der Bühne, aber im Endeffekt wird alles live gespielt. Das hat natürlich den Nachteil, dass man sich leichter mal verspielen kann. (lacht)

Bleiben Egotronic jetzt auf dem Punkpfad?

Absolut! Das ist jetzt unser Album Nummer 7 und ich habe vorher quasi 6 Alben zum Großteil am Rechner produziert und das auch meistens alleine. Ich fand es bei diesem Album richtig geil die Tracks zusammen zu arrangieren, ins Studio zu gehen und das Ganze aufzunehmen. Wir haben das dann sogar komplett durchgezogen und haben die Sachen nicht einzeln aufgenommen, sondern die Band hat in einem Raum gespielt und ich in der Gesangskabine, sodass wir die Lieder quasi „Live“ eingespielt haben. Sowas ergibt immer eine geile Banddynamik. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir die Tracks so 1:1 auf die Bühne übertragen können, was natürlich auch für das Publikum besser kommt.

Wieso habt ihr keine neuen Lieder für die Platte geschrieben, sondern nur alte neu arrangiert?

Ohne Lars Lewerenz gäbe es diese Platte gar nicht. Lars hat mich damals zur Seite genommen und meinte, dass er den neuen Style richtig geil findet und wir doch bitte eine Platte in diesem Style machen sollen. So ist das ganze entstanden.

Wir haben tatsächlich kurz überlegt, ob wir einen neuen Track mit auf das Album packen, aber das fände ich irgendwie blöd, das hätte nicht so ins Konzept gepasst. Ich bin aber so wie es jetzt ist total zufrieden mit dem Album.

Wie habt ihr denn überhaupt ausgewählt welche Lieder auf die Platte kommen?

Wir haben uns am Anfang als Band hingesetzt und uns gefragt, welche Lieder denn auf ein solches Album passen würden. Dann haben wir uns überlegt, welche Lieder wir am besten umarrangieren können. Dabei hat sich dann angeboten viele Tracks von der ersten Platte zu nehmen, da ich schon damals beim Produzieren meistens Garagenpunk im Kopf hatte, den ich dann allerdings mit anderen Mitteln umgesetzt habe. Von daher mussten wir diese Lieder einfach nur „rückübersetzen“. Das war auf jeden Fall das wichtigste Kriterium.

Dann mussten wir noch gucken, dass wir von jeder anderen Platte, außer der letzten, noch ein Lied mit einbauen, denn es ist ja auch irgendwie eine Egotronic-Zeitreise. Aber auch das ist uns dann sehr gut gelungen.

Wie genau habt ihr die Stücke dann neu umgesetzt?

Das war bei den meisten Tracks gar nicht so schwer, da das Grundgerüst ja gleich geblieben ist. Nichts desto trotz saßen wir einen knappen Monat zusammen im Proberaum und haben geprobt, geprobt, geprobt. Die Platte selbst haben wir dann innerhalb von 4 Tagen in Brighton aufgenommen und Dan, unser Helfer aus dem Tonstudio, wollte zuerst gar nicht glauben, dass wir das schaffen. Aber schon am ersten Tag hatten wir direkt 3 Stücke im Kasten. Ohne unsere intensiven Proben hätten wir das aber auch nicht geschafft.

Was hat dir persönlich dabei am meisten Spaß gebracht?

Am spannendsten fand ich gerade die Stücke, bei denen wir von Anfang an gedacht haben „Das kann doch eigentlich gar nicht funktionieren!“. Als Beispiel war da das Lied Exportschlager Leitkultur, was ja total der Gamesound-Track ist. Wir haben das dann trotzdem ausprobiert und es hat wunderbar gepasst.

Auch geil fand ich die Stücke, bei denen ich schon damals Garagenpunk im Kopf hatte dann endlich auch mal als Garagenpunk zu hören. Und ich fand es total super nicht mehr alleine oder zu zweit vorm Rechner zu sitzen und ein Album vor sich hinzuproduzieren, sondern eben ins Studio gehen, zu proben und das Ganze dann auch aufzunehmen. Das war wirklich eine geile Erfahrung!

Du hattest vorhin schon erwähnt, dass es schon neue Egotronic Tracks gibt. Kommt da dieses Jahr noch ein Album?

Nein, auf keinen Fall. Erstmal kommt jetzt diese Platte, dann werden wir uns ganz viel Zeit lassen und spielen, spielen, spielen. Aber ein neues Album ist erstmal nicht angedacht. Ich will zuerst mal raus auf die Bühnen und habe verdammt Bock zu spielen. Danach schauen wir dann weiter.

Danke für das Interview!

Natürlich gehen Egotronic mit dem neuen Album auch direkt auf Tour. Am 17. April stehen die Jungs dann im Knust auf der Bühne und zeigen eine komplett neue Show. Man darf gespannt sein!

(fh)



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