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3 Fragen an: Niko Hüls (Backspin)

Niko HülsEr rappt nicht, er produziert nicht und er hat kein Label. Und trotzdem ist Niko Hüls ein ziemlich bekanntes Gesicht im deutschen Hip Hop. Denn Niko Hüls ist Chefredakteur und Herausgeber der Backspin, eine DER Hip-Hop-Medien in Deutschland, sesshaft im Hamburg Eimsbüttel.

Im vergangenen Jahr sprach er auf dem Reeperbahn Festival mit Journalisten-Kollege Falk Schacht über „Hip Hop Family Tree“ von Ed Piskor (siehe Video hier), Schacht hatte die deutsche Übersetzung gemacht. Jetzt erscheint der zweite Teil der Graphic Novel – und Schacht und Hülk treffen sich erneut auf dem Reeperbahn Festival und stellen das gute Stück am 25. September in der Alten Liebe vor. Außerdem gibt am 24. September einen Backspin Abend im Mondoo. Zwei gute Gründe, Niko Hüls mal in der Backspin Redaktion zu besuchen.

Wie lief die Lesung im letzten Jahr?
Mehr Leute sind immer schöner, aber das Gewerbe 5 war super gefüllt, daher war es schon gut. Es ist halt ein sehr deepes Thema, es geht um die Ursprünge von Hip Hop in Comic-Form. Und versuch mal über ein Comic zu reden. Aber das hat schon sehr gut funktioniert und ich war voll zufrieden mit dem ersten Auftritt und ich freu mich jetzt auf den zweiten. Der wird wahrscheinlich ähnlich ablaufen. Der gute Falk wird referieren, was in diesem Buch passiert und ich stehe als Moderator zur Seite und halte das Ganze am Laufen. Für uns ist das ein schönes Thema und das Reeperbahn Festival mit seinem kunst-kulturellen Ansatz ein passender Rahmen.

Wie kam es denn überhaupt dazu?
Das ist gewachsen. Den ersten Kontakt hatten wir vor drei oder vier Jahren, danach ging es sukzessive weiter. Sie haben natürlich sehr viele Genres abzudecken, aber da Backspin ja nun doch eine Marke ist, die über 20 Jahre alt und in dieser Stadt schon bekannt ist, führten die Wege dann doch automatisch zusammen. Ich kann aber auch ganz offen sagen: Es gibt die Juice, die größer als die Backspin ist, machen wir uns da nichts vor. Und vor zwei oder drei Jahren habe ich gesehen,  dass es einen Juice Abend auf dem Reeperbahn Festival gab. Da hat es bei mir angefangen zu jucken. Denn das Festival ist in Hamburg, die Backspin kommt aus Hamburg – und es gibt einen Juice Abend. Das kann ja wohl nicht sein. Dann habe ich mit denen gesprochen und seitdem sind wir im ständigen Austausch. Und ich bin zuversichtlich, dass wir uns da in Zukunft noch andere Dinge einbringen können. Denn wir sind ja mehr als Rap und der Kunst-Aspekt des Festivals steckt auch bei uns drin. Zum Beispiel haben wir schon über Graffiti-Sachen gesprochen, da werden bestimmt noch viele Dinge passieren.

Aber ihr macht ja auch schon dieses Jahr nicht nur die Lesung.
Ich bin bei einer Podiumsdiskussion. Es geht darum, ob Print tot ist und wie der Musik-Journalismus in den Online-Medien stattfinden wird. Und dann gibt es am 24. September im Mondoo noch den Backspin-Abend, an Romano, LGoony und  MC Bomber auftreten werden. MC Bomber ist ein Geheimtipp, was er macht erinnert mich an Westberlin Maskulin, also die frühen Savas-Sachen mit Taktloss, die Geburt vom Berliner Straßenrap. Der Typ ist echt gut, das ist rotzig, das ist klassisch, das ist dreckig und ihm zuzuhören finde ich sehr inspirierend. Und das soll jetzt nicht nur Werbung für unseren Abend sein …

Interview: Mathias Frank


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