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Immer alles sollen.

Unter meinem BettMal mit (etwas zu viel?) Gemütlichkeit neulich in der Fabrik. Gisbert zK, Wilking, Krämer, Müller, Plewka, Begemann & der Kevin sind da. Die tolle Kinderliedersammlung „Unter meinem Bett“ feiert Veröffentlichungssause und standesgemäß sind heute die Erwachsenen beinahe in der Minderzahl. Käptn Peng schwänzt kurzfristig. Kein „Habicht und der Hahn“ also. Der heimliche Albumfavorit für die Großen. Aber was war da eigentlich mit den Hausaufgaben?

Von der allseits erwarteten, ganz unpädagogisch, emphatischen „Künstler-Kind-Bindung“ jedenfalls war zumindest nicht von Beginn an viel zu spüren. Roter Faden zwischen den Stücken? Wohl zuhause vergessen. Es brauchte ausgerechnet die heftige Bühnensau Bernd Begemann, um den spürbaren Augenhöhen-Unterschied zu überwinden. Hinunter von den bedeutenden Brettern der Welt zum Hosenboden und mitten hinein in die neugierig leuchtenden Kinderaugen. Nicht dass die anwesenden Liedermacher sich ausgesprochen unwohl fühlend erschienen. Eine eigenartige Befremdung, halbe Distanz oder einfach auch sympathisch ehrliche Nervosität erfüllte trotzdem die sehr gut gefüllte und hübsch dekorierte Fabrik.

Am Ende alles toll. Ein bisschen Click, ein bisschen Höchste Eisenbahn. Ein bisschen Dschungelbuch & ein bisschen Äppel klau’n, Ecken & Tüdelband. Alles sollen, Eugenias Teegetränk & der grimmige alte Mann erwärmen Herzen, lassen ganze Gänsehautschwärme durch die Fabrik flattern. Und Begemann? Sammelt wahrscheinlich noch heute die Krümel der letztlich nicht mehr ganz so einzelnen Teile unter seinem Bett wieder ein, die dieser schöne Abend versprüht hat. (kel)


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