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BDMKM Vol 15: GWLT

GWLTJetzt ist es da und jetzt ist es gut. Vor wenigen Tagen erschien “Stein & Eisen”, das Debüt von GWLT, einer aufregenden jungen Band aus München, bestehend aus Fabian Füß (Drums), David Mayonga (Gesang), Florian Gudzent (Gitarre), Michael Kokus (Bass) und Chris Zehetleitner (Gitarre).

Wobei hier die Band jung ist, nicht die Musiker, das sind zum Teil alte Hasen. Chris spielte früher bei The Blackout Argument, Fabian bei den Emil Bulls und Flo mit unter anderem Robert Ehrenbrand (Boysetsfire) bei The New Recruits.

Am 29. Februar spielen GWLT zusammen mit Gorilla Biscuits, Modern Life Is War und Tóuche Amoré das Together Fest in der Markthalle. Wir sprachen mit Chris.

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
​Das was wir machen ist das was wir sind. Die Summe aller musikalischen und kulturellen Einflüsse sowie unserer Gedanken formt GWLT. Unseren ersten Song haben wir im Herbst 2013 raus gehauen und seit Ende 2013 spielen wir Konzerte.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
​Man muss wissen, dass es ziemlich witzig ist, mit uns abzuhängen und Fans von ​Frei.Wild sollten dringend weiterlesen und sich anschließend trotzdem verpissen.

Wieso erst die „Die Grundmauern der Furcht“-EP und dann schon kurz danach die „Stein & Eisen“-Platte? ​
Der Song „Die Grundmauern der Furcht“ fasst ziemlich gut zusammen was man von „Stein & Eisen“ erwarten kann. Da das was wir machen für viele Leute doch recht neu ist, war es uns wichtig, alle Leute die potentiell Bock auf GWLT haben könnten, langsam an das Thema heranzuführen. ​

Wir schrieben über euch bereits: „sie sprechsingen sich in feine Cross-Over-Sphären, erinnern hier und da an Legendäres wie Such A Surge und eine Runde weiter wie eine Hardcore-Version der H-Blockx.“ – einverstanden oder eher gar nicht?
​Für uns ist das total in Ordnung auch wenn wir weder die eine noch die andere Band hören. Mit dem Genre-Begriff „Crossover“ haben wir uns mit der Zeit angefreundet. Wir denken dabei aber eher an den Ansatz vom „Judgment Night“-Soundtrack und weniger an den Versuch einiger Bands der 90er Jahre mittelmäßigen Sprechgesang mit mittelmäßiger Gitarrenmusik zu kombinieren. ​Wir suchen nach einer Synergie zwischen Rap und Hardcore/Metal/Rock und nicht nach einem Kompromiss. Das was wir machen soll am Ende größer sein als die Summe seiner Teile. Die HipHop-Elemente müssen für sich selbst stehen können, ebenso die Einflüsse aus dem Hardcore, Metal, Punk, etc.

Wie habt ihr es auf das Together Fest geschafft, was erwartet ihr und wie findet ihr die anderen Bands? ​
Wir haben ein Team aus wenigen aber sehr starken Partnern um uns herum. Uns ist es wichtig von Leuten begleitet zu werden, die verstehen, wie wir als Band ticken und uns dabei unterstützen, unseren eigenen Weg gehen zu können. Four Artists, die Agentur die die Togetherfest Tour bucht, ist einer dieser Partner. Uns ist es bewusst, dass wir in diesem Line-Up eine Exotenrolle einnehmen und dennoch wird es funktionieren, eben weil wir anders sind und da auch keinen Hehl draus machen. ​ ​​

Hamburg – München / München – Hamburg. Wie ist eure Verbindung, wie ist euer Verhältnis zu Hamburg, auf was ist man vielleicht ein wenig neidisch und was kann Hamburg von München lernen? ​
Ich kann nur für mich sprechen, aber Hamburg ist unter meinen Top 3 Städten in Deutschland. Hamburg, München und Berlin. Alle drei grund verschieden und trotzdem feier ich es jedes mal wenn ich in Berlin oder Hamburg bin. Manchmal ärgert es mich, dass in München so viel Kraft darin investiert wird, die Kehrseite der Medallie zu verschleiern. Auch in München gibt es Armut, Ausgrenzung und Gewalt. Einfach so zu tun, als wäre das alles nicht real, trägt nicht zur Lösung der Probleme bei, sondern verschlimmert sie. Nicht, dass ich es feier in Hamburg oder Berlin damit konfrontiert zu werden. Aber ein etwas offenerer Umgang mit diesen Themen würde München sicher gut tun. ​

Das größte Kompliment, das man euch machen könnte lautet wie?
Es noch vor uns selbst zu schaffen, sich ein GWLT-Tattoo (oder zwei!) stechen zu lassen. Mad Props, Y.!

Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?
​So lange alles rund läuft macht man sich da nicht viele Gedanken drüber. Entscheidend sind die Momente, in denen es einem oder mehreren schlecht geht. Viele Bands gehen daran zugrunde, weil sie nicht in der Lage sind, das als starke Gemeinschaft abzufangen. Jede Band die schon mal so eine Krise durchgestanden hat weiß wie wichtig es ist, aufeinander Rücksicht zu nehmen, und darauf zu vertrauen, dass man es gemeinsam schafft, wieder in die Spure zu kommen.

GWLTWas muss man tun, um aus der Band zu fliegen? ​
Haha, ich habe in meinem Leben schon hunderte Interviews beantwortet, das hier ist definitiv ein Kandidat für die Top-10 der besten Fragen ever!!! Ok, lass mal überlegen… da gibts eine Menge! Klar, die Freundinnen/Frauen der anderen Bandmitglieder sind tabu, es sei denn es gibt da irgendein Agreement. Handgreiflichkeiten (Rippenbrüche beim BJJ-Gerangel ausgenommen) sind natürlich auch too much. ​Klar, wenn jemand die eigene Band bestiehlt, das wäre auch ein Grund für einen direkten Rauswurf. Und einfach unangekündigt und unentschuldigt nicht zum Konzert erscheinen. Das ist vor allem den Leuten gegenüber respektlos, die Eintritt gezahlt haben. So was geht überhaupt nicht klar. Das klingt jetzt alles mords dramatsich. In den meisten Fällen fliegen Leute aus Bands, weil es Motivations-Probleme oder Interessens-Konflikte gibt. Das erkennen die Betroffenen aber auch oft vorher selbst und gehen freiwillig.

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen eurer Songs zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
​Puh, das ist schwer. Aber ich glaube die meisten von uns wären ziemlich hart am feiern, wenn Phil Anselmo mit uns „Ruhe & Frieden“ performen würde. ​

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)? ​
In getrennten Nightlinern touren (damit jeder seine Familie und Haustiere mitnehmen kann) und damit anstatt zu den ausverkauften Stadien an die Cote D’Azur fahren. Und jetzt noch mal im ernst: Irgendwann bring ich mal diese „keine braunen M&M’s“​ Nummer von David Lee Roth. Ich hasse es, wenn Agreements nicht eingehalten bzw. Schriftstücke gar nicht erst gelesen werden. Ein probates Mittel, um hier mal ein Zeichen zu setzen. Wer überhaupt nicht weiß wovon ich gerade rede der schaut hier:

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele? ​
Es passiert das was passieren soll. „Stein & Eisen“ ist ein wichtiger Meilenstein aber nicht der letzte. 2016 wird uns noch viele spannende Erfahrungen einbringen. Wir freuen uns darauf.

Interview: Mathias Frank


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