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3 Fragen an: Bosse

bosseBosse? Muss man mögen, mögen wir. Und sein neues Album auch. Frisch draußen ist „Engtanz“ und da kannste sagen, was du willst. Guter Pop geht genau so. Opulent hier, persönlich da, mal verspielt, mal verkopft, mal ganz intim. Mit großen Texten, tollen Gästen (hier: Casper) und ganz viel Stil und Klasse. Völlig verdient ging „Engtanz“ auf die Nummer 1.

Wir trafen Bosse Superstar mal wieder (siehe auch hier und hier) zum Interview. Und freuen uns auf die Konzerte. Er spielt auf dem Hurricane Festival, bereits am 19. und 20. März in der Großen Freiheit 36 und am 9. Dezember in der Sporthalle.

2007 haben wir dich als Support der Emil Bulls im halbleeren Logo gesehen, ganz alleine, nur mit Akustik-Gitarre. Jetzt machst du ein mega-opulentes Album wie „Engtanz“, mit Bläsern, Streichern und Casper. Hättest du das damals schon gemocht?

Ich weiß es nicht. 2007 war meine zweite Platte („Guten Morgen, Spinner“, d. Verf.) gerade ultra-gescheitert und die Emil Bulls und ein paar andere haben mich da wirklich gerettet. Ich hab zwar kein Geld verdient, aber ich konnte immerhin spielen, zum Beispiel auch vor Kim Frank oder Mando Diao. Und das immer alleine. Das war das einzige, was ich damals noch hatte, weil ich auch kein Geld mehr hatte, meine Band zu bezahlen. Ich hab dann meine kleine Plattenfirma gegründet und das nächste Album geschrieben. Zu deiner Frage: Ich glaube aber doch, dass mir das gefallen hätte. Ich hätte mir es gewünscht, diese Möglichkeiten zu haben, hätte aber es vielleicht nicht so fett gemacht und nicht so viel überlegt. „Taxi“ (erschien 2009, d. Verf.) ist dann ja auch ein ziemlich leeres Album geworden, das nur am Rechner entstanden ist. Ich hätte „Engtanz“ damals wahrscheinlich als zu voll empfunden. Aber aus heutiger Sicht ist es eine logische Konsequenz, auch um mich nicht zu langweilen.

Wie gehst du heute auf Tour?
Immer unterschiedlich. Bei einer Festival-Rutsche zum Beispiel, bei der man Donnerstagabend spät losfährt und Montag wieder zuhause ist, da kann es schon mal sein, dass wir – wir haben in den letzten Jahren eine ganze Menge Kinder in der Band gezeugt – drei, vier Kinder plus Elternteil dabei haben. Bei so einer Tour wie jetzt hat eher keiner Bock mitzukommen, da ist denen das Wetter zu schlecht, da möchte niemand mit uns nach Nürnberg fahren. Wenn wir dann aber im Sommer das Southside bei Nürnberg spielen, dann haben sie alle Bock (lacht). Ansonsten sind wir 20 Leute, haben nen voll belegten Tourbus und ist eigentlich immer super. Die ersten drei Tage schlafen wir eigentlich alle erstmal aus. Vermutlich wegen der Kinder (lacht), dann fällt der ganze Stress ab und man ist nur noch auf Tour. Es ist eigentlich wie früher.

 

Ist es wie früher? Ist es noch so aufregend, auch wenn du jetzt weißt, dass die Hallen ja sicher voll sind?
Angst hatte ich davor aber nie. Ich hab früher mal vor Such A Surge gespielt und da wurden mir 800 Mittelfinger ins Gesicht gezeigt, weil ich eine Ballade auf der Akustik-Gitarre gespielt habe. Ist ja klar, dass vor einer Cross-Over-Band da niemand Bock drauf hatte (lacht). Wir haben auch schon vor niemandem und vor wenigen und vor ganz vielen gespielt – aber das macht keinen Unterschied. Denn das Gefühl, mit guten Leuten unterwegs zu sein und abends Musik zu spielen, ändert sich ja nicht. Und auch für mich selbst hat sich wenig geändert. Denn alles arbeitet immer auf diese zwei Stunden am Abend hin, um da ist es mir vom Adrenalin- und Freude-Pegel relativ egal, wie viele am Ende da sind.

Interview: Mathias Frank

Das komplette Interview gibt’s bei Gaesteliste.de


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