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BDMKM Vol 16: Freiburg

FreiburgIm Herbst vergangenen Jahres erschien „Brief & Siegel“ von den wunderbaren Freiburg und darauf finden sich – Zitat – „Sachen, die zum Besten gehören, was es in Sachen Hipster-Hardcore, Punkrock mit Köpfchen und schlichter Derbheit bisher gab und geben wird.“ Und bei uns stand zu lesen, das Ganze sei „wild und verrückt und laut und hart und anstrengend und mitreißend und unglaublich gut.

Manch einer hat die Band vor Love A im Uebel & Gefährlich gesehen, viele werden sie hoffentlich am 7. Mai während des Hafengeburtstages auf der Jolly Roger Bühne sehen (am selben Tag spielen unter anderem auch Wisecräcker und Trouble Orchestra!). Weil sie eine Band sind, die man kennen muss. Eine BDMKM.

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
Wir sind Freiburg. Das sind Tom, Nülles, Lursch und ich, Joppi. Uns gibt es seit 2007 und wir machen das, was wir machen, weil es sich so ergeben hat. Wir haben bei unseren beiden Demo-CDs noch so Indie-Kram ala Hamburger Schule gespielt bis wir seit unserer ersten Platte in die Punk-Richtung abgedriftet sind. Das machen wir heute noch, nur dass mittlerweile sehr viel Hardcore, Screamo und Emo dazu kommt.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Was muss man über uns wissen? Ähm … keinen Schimmer. Ich wäre aber sehr erfreut darüber, wenn sich Hörer jeglicher „Grauzonen“-Bands und allen sonstigen Rechtsrock-Bands und alle anderen homophoben, sexistischen und rassistischen Kackvögel sich von vorne rein das Lesen dieses Interviews oder das Anhören unserer Musik sparen.

Wie ist es so auf This Charming Man Records? Und wieso ist das euer Label?
Unglaublich entspannt. Aber wir haben jetzt auch nicht unbedingt die aller größten Vergleichsmöglichkeiten. Wir sind bei This Charming Man gelandet, wie könnte es anders sein, weil es sich so ergeben hat. Beim Songwriting zum zweiten Album haben wir den Chris kennen gelernt und er hat uns angehauen, ob wir Bock drauf hätten, die Platte bei ihm zu machen. So kam eins zum anderen. Da es für uns unglaublich wichtig ist, die Leute mit denen man zusammen arbeitet zu kennen, waren wir natürlich froh auch unsere dritte Platte letztes Jahr bei ihm machen zu können.

Wie sind Freiburg auf der Bühne?
Hektisch. Hibbelig. Unglaublich mundfaul wenn es darum geht, zwischen den Songs „Ansagen“ zu machen. Wir machen halt Musik und keine Stand Up Comedy.

Und wie sind Freiburg so im Proberaum und Studio?
Da wird viel gelacht. Wir albern viel rum und probieren viel aus. Im Großen und Ganzen sind wir da sehr harmonisch. Wenn man nicht gerade an etwas rum schreibt oder die Setlist perfektionieren möchte, quatschen wir viel und erzählen, was uns in den letzten Tagne so lustiges passiert ist. Ganz normaler Move halt. Wir schrauben uns nicht stundenlang mit Drogen weg und jammen bis wir DAS Riff oder DIE Hook haben. So Klischee behaftet sind wir nicht. Drei bis vier Bierchen, mal `ne Cola, zwei, drei Zigaretten, `ne Menge Quatsch machen und dann geht’s wieder ab nach Hause.

Hamburg – Gütersloh / Gütersloh – Hamburg. Wie ist eure Verbindung, wie ist euer Verhältnis zu Hamburg, auf was ist man vielleicht ein wenig neidisch und was kann Hamburg von Gütersloh vielleicht lernen?
Musikalisch gesehen viel. Egal ob Hamburger Schule, wie z.B. Tocotronic, oder das Deutschpunk Spektrum aus Hamburg, wie z.B. die Rachut Bands. Viel, was uns musikalisch geprägt hat, kommt aus Hamburg. Neidisch? Mich zieht das Wasser an, aber da finde ich persönlich das Meer schon um Ecken geiler. Voneinander lernen? Puh. Was mich an Großstädten, die was auf sich halten, immer stört, ist dieses ganze Getue „Du bist nicht von hier, du bist nur `n Touri“. Gütersloh ist dank der ostwestfälischen und absolut mürrischen Verschlossenheit, aber auch nicht unbedingt besser.

Wie wichtig ist Freundschaft für euch und eure Band?
Mit das Wichtigste. Ich wüsste nicht, ob ich es sonst die ganzen Tage, Nächte, Autobahnen etc. aushalten würde. Und ich glaube die anderen drei auch nicht unbedingt. Wie schon gesagt, es hat sich bisher alles so ergeben. Nie steckte hinter irgendetwas ein großer Plan. Wir sind Freunde, die zusammen Musik machen. Das ist der Antrieb. So macht das Bock.

Was muss man tun, um aus der Band zu fliegen?
Keinen Schimmer. Ich denke nicht, dass man sich mal total zerstreiten wird und nie wieder ein Wort mit den anderen Wechseln möchte. Es gibt nichts worüber man nicht reden kann. Ich denke da sind wir erwachsen und normal genug für.

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen eurer Songs zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Kate Nash. „Unter der Mühle“. Warum? Keine Ahnung. Ich mag die einfach.

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)?
Ich wollte schon immer mal einen Fernseher aus dem Fenster werfen. Mit diesen ganzen neu modernen Full HD Flatscreens ist das vielleicht nicht mehr so stilecht, aber macht bestimmt trotzdem Bock.

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele?
Konzerte, Konzerte, Konzerte. Wenn einen was in den Sinn kommt auch gern wieder was schreiben. Aber das muss sich einfach ergeben. Erzwungen ist immer scheiße. Und das wird man auch immer raus hören.

Interview: Mathias Frank