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Interview: Bobby Long

OLYMPUS DIGITAL CAMERAKnapp sechs Monate nach seinem letzten Konzert in Hamburg hat Bobby Long schon wieder Sehnsucht nach unserer schönen Stadt. Wer kann es ihm verdenken. Die Fans des jungen Briten mit der rauchigen Stimme, den eingängigen Fingerpicking Melodien und den poetischen Texten wird es auf jeden Fall freuen, dass er auf seiner „1985″-Tour durch Europa auch Halt in Hamburg macht. Mit dabei hat er dieses Mal seine gerade erschienene Vinyl „Ode“, einer Auskopplung aus seinem aktuellen Album „Ode To Thinking“.

Unterstützung bekommt er bei der Show am 21. April in Maria’s Ballroom durch seinen guten Freund und Musiker Sam Bradley. Wir hatten die Möglichkeit, ein kleines Interview mit Long zu führen.

Musikkritiker nutzen oft Vergleiche zu bekannten Musikern um einen Musikstil zu beschreiben. Für jemanden, der deine Musik nicht kennt – wie würdest du deinen Style beschreiben? Was macht deine Musik aus?
Ich liebe gutes Songwriting, tolle Texte und Menschen, die ein Stück von sich selbst in ihren Songs verarbeiten und sich bewusst von einem bestimmten Stil, dem Trend oder dem Druck, Platten zu verkaufen freimachen. Wenn ich Songs schreibe, versuche ich einfach mein bestes ICH aus mir herauszuholen.

Dein letztes Album „Ode Thinking“ scheint, verglichen mit deinen vorherigen Alben „A Winter Tale“ und „Wishbone“, viel nachdenklicher und sozialkritischer. Worin siehst du die Gründe dafür? Würdest du dich als eine eher politische orientierte Person bezeichnen?
Ich werde älter und damit weniger ichbezogen, ich sorge mich mehr um meine Freunde und Nachbarn. Ich bin immer noch eigennützig, aber ich bin eben dagegen, dass irgend ein reicher Idiot jemanden übers Ohr haut. Ich würde mich selbst nicht als politische Person bezeichnen, aber mir fällt auf, dass die Politik sich mehr und mehr in die Gespräche von meinen Freunden und mir einschleicht. Früher sprachen wir über Pokemon-Karten und darüber, Bier zu kaufen, nun sprechen wir über Bernie Sanders.

Du hast kürzlich eine Vinyl mit dem Titel „Ode“ herausgebracht, die auch drei bisher nicht veröffentlichte Aufnahmen für deine Fans beinhaltet. Was ist deiner Meinung nach der Grund für das Comeback der Vinyl und bist du selbst ein Sammler?
Ich glaube, die Leute lieben wofür die Vinyl steht: einen großartigen Sound, eine Plattform für fantastisches Artwork und eine Community , die Käufer und lokale Läden verbindet. Sie macht sich gut unter’m Arm, auf deiner Wand, als Ausstellungsobjekt oder eben auf dem Plattenteller. Textbuch, Cover-Design und die Musik, wiedergegeben auf dem richtigen Soundsystem bilden zusammen die ultimative Erfahrung für Musikliebhaber.

Vor vier Jahren hast du deinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Kürzlich hast du erwähnt, dass du gerade an deinem zweiten Buch arbeitest. Wird es ebenfalls eine Sammlung von Gedichten werden oder können wir uns auf eine Erzählung freuen? Für wann planst du die Veröffentlichung?
Ich bin schon fertig und es wird bereits editiert. Es wird wieder ein Gedichtband werden. Ich wollte ursprünglich auch ein paar Kurzgeschichten mit einbinden, aber darauf werde ich mich nun erst konzentrieren, wenn ich fertig damit bin, mein neues Album zu schreiben. Die Veröffentlichung haben wir für Mitte bis Ende 2016 geplant. Ich bin schon aufgeregt deswegen!

Seit deinen Anfängen als Musiker bist du schon ziemlich oft in Deutschland auf Tour gewesen. Gibt es einen Unterschied zwischen Konzerten in Deutschland und den USA und warum glaubst du, kommt deine Musik hierzulande so gut an?
Ich glaube die größten Unterschiede zeigen sich in der Kultur und bei den Menschen selbst. Tatsächlich liebe ich es, einfach aufzutreten, und würde im Prinzip überall spielen. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass Länder wie Deutschland und Amerika meine Musik mögen, und dass ich dort performen darf.

Du hast über die Jahre hinweg gesehen eine Menge Konzerte hier in Hamburg gespielt, daher gehen wir davon aus, dass du die Stadt inzwischen ganz gut kennst. Welcher Teil der Stadt gefällt dir am besten und könntest du dir vorstellen, mal ein Set beim Hamburger Reeperbahn Festival zu spielen?
Ich liebe es, zum Wasser runter zu gehen und mir Plattenläden anzusehen. Es gibt hier jede Menge tolle Geschäfte und Restaurants, es macht also Spaß hier rumzulaufen. Es wäre toll eines Tages beim Reeperbahn Festival performen zu dürfen. Ich hoffe, es klappt irgendwann mal.

Interview: Nicole Boeck



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