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Interview: Killerpilze

KillerpilzeDie Killerpilze waren in der Stadt, um ihre Warm Up-Tour zu ihrem jüngst erschienenen Album „High“ gebührend abzuschließen und wir treffen sie vor  ihrem Konzert im ausverkauften Hamburger Marx zum Gespräch. Nach einer kurzen & angenehmen Vorstellungsrunde und einem lustigen Rückblick in die Bravo-Vergangenheit startet das Interview. Es wird gelacht, wir sprechen über das Erwachsensein und gleich zu Beginn werden gravierende Missverständnisse ausgeräumt!

Tatsächlich habe ich euer Album gekauft und auch gehört und ich höre dem Album einfach an wie leichtfüßig das Ganze klingt, also es ist wirklich sehr positiv.
Jo: Danke und ja, auf jeden Fall.

Ich glaube, viele sagen vielleicht, dass es zu poppig ist, man liest ja viele YouTube-Kommentare, da ihr früher auch mehr die Pop/Punk Schiene gefahren seid.. und du, Mäx, singst jetzt ja auch nur noch? In den neueren Videos sieht man nur noch dich singen und hört deine rauere Stimme.
Mäx: Äh, ne.
Jo: Ne ne, die rauere Stimme bin ich.
Mäx: Die Pop-Stimme bin ich.

Achso, das habe ich falsch verstanden (alle lachen herzhaft).
Jo: Beim aktuellen Video singt er zum Großteil, genau. Aber es ist so, dass er in dem neuen Video singt und bei anderen ist es teilweise getrennt. Es ist immer alles möglich, aber wenn du uns heute live siehst, dann kannst du auch ’n Gesicht zur Stimme bekommen. Aber auf jeden Fall, klar, es ist poppiger geworden, weil wir das auch wollten und in den letzten zehn Jahren natürlich viele Platten gemacht haben. Angefangen bei Teenie-Punk Rock sag ich mal, dann haben wir ein eigenes Label gegründet und darauf schon ’ne Punk-Platte veröffentlicht „Lautonom“. Danach war es echt ’ne ziemlich heftige Heavy-Metal-Platte, also experimentell, 2011 kam die raus und mit „Grell“, dem letzten Album, haben wir dann schon ein bisschen den Weg Richtung Pop geebnet. Trotzdem war es für „High“ halt so, dass wir nochmal ein ganz neues Level erreichen wollten und wirklich sowohl textlich als auch soundmäßig ganz oben in Deutschland mitspielen können. Und, es ist poppiger, ja, aber die Kommentare, die teilweise auf YouTube zu lesen sind, da muss ich auch immer lachen, also erstens sind es YouTube-Kommentare. Die sind eh nicht für bare Münze zu nehmen und außerdem sind das Leute die sagen: „Woah krass, jetzt gibt’s euch endlich wieder und jetzt macht ihr so Pop-Zeug“. Das ist halt einfach falsch, weil uns gab es immer und wir haben die Jahre zuvor ganz viele andere Sachen auch gemacht.

Fabi: Also ich lese auch 90% gute Stimmen.
Jo: Genau, das ist ja die Kehrseite auch. Aber die paar wenigen, die es gibt so, da muss man das auch immer in Relation setzen. Wir sind sehr, sehr happy mit dem Sound und das was jetzt an Feedback kommt, ist einfach überwältigend. Wir haben jetzt ’ne kleine WarmUp-Tour gespielt und davon sind dann vier von sechs Konzerten ausverkauft gewesen, das hatten wir in den letzten sechs, sieben Jahren so nicht und das ist für uns dann natürlich auch echt ’n großer Erfolg.

Wie schafft ihr das, dass das ganze Album durchweg positiv klingt? Ihr habt ja auch Themen, die ich denke mal, uns alle beschäftigen, wir sind alle ungefähr im gleichen Alter, „Mantra“, diese Suche nach dem Sinn, „Ruinen“, das ist ja schon ein richtiger Rückblick, man wird „erwachsen“. Wieso verpackt ihr das so positiv oder wie schafft ihr das? Es gibt so viele andere Bands, die fangen an, solche Themen anzupacken, es wird sehr melancholisch, traurig.
Mäx: Ich glaube, wir schreiben einfach unser Leben auf. Und hatten halt auch die zwei Jahre, wo wir im Studio waren, halt auch ’ne gute Zeit. Haben viel erlebt natürlich, in verschiedenen thematischen Bereichen, Liebe, es geht natürlich viel um Frauen, Sex, Party und aber auch um Trennungen, die dann im Album behandelt werden. Und uns war es schon wichtig, irgendwie was Positives zu machen, ’ne positive Platte, die gut klingt, mit vielen Blues-Elementen und einfach, dass wie wir uns fühlen, dieses „High“-Gefühl auf Platte zu hören.
Jo: Klar, es gibt super viele Bands, die das melancholisch machen und so, aber wer zum Beispiel auch auf ’nen Konzert von uns kommt, der wird jetzt hier keine Trauerstimmung erleben, sondern wir haben uns schon immer als Band verstanden, die einfach mit dem Publikum zusammen zwei Stunden ’ne geile Show hat, die die Barrieren einreißt und einfach so ein Gefühl entstehen lässt und ein positives Gefühl ist in unseren Augen immer besser als ’n negatives. Ja und wie gesagt, ich glaube einfach auch so, das Musikalische hat uns viel Spaß bereitet. Und dann ist das auch so in die Richtung gegangen.
Mäx: Ist ja auch sehr Uptempo alles, auch wenn es jetzt nicht durchgehend rockt oder punkig ist, es ist trotzdem irgendwie schnell und zieht. Auch live wird man das irgendwie merken, wie du später hörst hoffentlich, dass es nach vorne geht und das war uns wichtig. Schön, wenn das Gefühl dann am Ende rüberkommt.

Also auf dem Album ist das durchaus gelungen, die Übergänge waren sehr gut. Es schreibt einen Bogen, am Ende ist man tatsächlich angekommen. Es gab nichts, was einen gestört hat und „H.E.A.R.T.“, der Song, in dem um es einen Aufriss geht, das fand ich tatsächlich sehr, vorsichtig gesagt, cool rübergebracht. Das war cool, ohne betont cool zu sein. Einfach so raus.
Jo: Das ist aber auch echt so ein Prozess, sowas überhaupt zu lernen, so ’n Song dann auch so zu machen. Im Zweifel haben wir in der Vergangenheit natürlich auch solche Songs so in die Richtung geschrieben, die haben dann vielleicht ein bisschen aufgesetzt gewirkt. Aber das ist glaube ich so die neue Stärke, das was auf diesem Album den Weg gefunden hat, das es eben nicht aufgesetzt ist, sondern zu 100% aus uns kommt und einfach so gewachsen ist und ich glaube, das hört man den Texten auch an. Das war mir auch ganz wichtig, dass man das hört.

Eine Freundin von mir hatte euch vor sehr langer Zeit bei Fall Out Boy im Vorprogramm gesehen und alle im Publikum hatten eine lange Nase gezogen, „Oh nein, nicht die Killerpilze“, und da habt ihr tatsächlich gesagt: „Scheiß drauf, wir rocken euch jetzt den Arsch weg“, also das war jetzt nicht der genaue Wortlaut, aber war das tatsächlich so?
Mäx: Krass…
Jo: Ja klar. Also der einzige Fluchtweg, war immer der auf die Bühne. Grade in den Jahren, wo wir auch noch vor Fall Out Boy gespielt haben und das Publikum sich jetzt wahrscheinlich nicht zwingend mit dem von uns überschnitten hat, da spürt man dann schon erstmal ein bisschen Gegenwind. Aber ich mein‘, ich bin der festen Überzeugung, dass wir ’ne Band sind, die jedes Publikum überzeugen kann. Und ich mein‘, wir waren Ende letzten Jahres als kleines Spaß- Experiment bei Punk im Pott, da war noch mal ganz anderer, sag ich mal, Gegenwind zu spüren. Und trotzdem haben wir ’ne geile Show gespielt und uns da irgendwie ’ne gute Zeit auf der Bühne gemacht. Das ist glaube ich auch einfach ’ne Stärke, das wir das live spielen lieben und das machen und natürlich gibt’s immer wieder Kritiker. Aber genau aus dem Grund spielen wir auch gerne so viele Konzerte, damit sich diese Leute auch überzeugen können, aber bei Fall Out Boy, das war witzig. Das ist jetzt auch Alter, neun Jahre her oder so. Für uns ging natürlich trotzdem ’n Traum in Erfüllung, weil wir Fall Out Boy zu diesem Zeitpunkt sehr viel gehört haben.

In eurem Song „Immer noch jung“ sprecht ihr da direkt jemanden an oder seid ihr einfach „die Stimme eine Generation“, ganz vorsichtig gesagt, man kennt ja diese Bequemlichkeiten, „Ich bin dafür zu alt“, „Jetzt was ändern? Oh ne..“
Jo: Das ist tatsächlich nicht so ’n Song über uns selber, also, wir sind natürlich immer noch jung als Band. Aber er ist nicht so selbstreferentiell geschrieben, wie er vielleicht anmuten mag, sondern es war tatsächlich eher so ’n Song, wir haben da auch gerade vorhin drüber gesprochen im Backstage, über halt so ’n Ding, dass der ganze Freundeskreis älter wird, alle zusammen, die ersten bauen Häuser, kriegen Kinder und wir sehen uns halt in dieser Reihe eben noch nicht.

Ja, das Gefühl kenne ich tatsächlich. (alle lachen)
Jo: Wir haben halt gerade diesen anderen Spirit und versuchen halt so diese Botschaft, wo sich jeder rausziehen kann, was er will, also ich mein‘, wenn jetzt jemand mit 60 diesen Song hört und sagt: Ich bin immer noch jung, dann ist das mega geil, das freut uns und das hat für ihn dann natürlich ’ne ganz andere Ebene. Aber für uns selber gesprochen, „Wir brennen lieber durch, als langsam aus“, ist ja auch ’n schönes Zitat und das ist natürlich auch so das, was wir halt gerade machen. Das sieht man vielleicht auch ein bisschen an den Augenringen (alle lachen).

Wie definiert ihr denn jetzt Erwachsensein?
KillerpilzeMäx: Ich glaube, es hat wirklich was mit Entspanntheit zu tun. Wenn man sich nicht mehr so beweisen muss oder das Gefühl hat, man muss sich bewusst abgrenzen oder Leuten irgendwas beweisen. So wie das ja auch auf der Platte zu hören ist, du hattest das am Anfang angesprochen, dass es halt viel entspannter klingt. Und ich glaube auch bei den letzten Platten irgendwie, haben wir schon oft versucht, „ja hey, wir sind hart, wir sind energetisch, wir können rocken, wir können unsere Instrumente spielen“ und wenn man da drüber hinaus kommt, dann ist es gar nicht mehr wichtig, sondern es geht nur noch drum, irgendwie gute Texte zu schreiben, irgendwie ’ne Botschaft rüber zu bringen, ’n Gefühl zu vermitteln und ich glaube, das hat halt vielleicht irgendwas mit erwachsen werden zu tun, dass man halt ’ne gewisse Lockerheit in bestimmten Dingen hat.
Jo: Und wir auch als Band sind einfach in unseren ganzen Strukturen viel gefestigter mittlerweile und es hat sich vom letzten Album zu diesem Album einfach so viel nochmal verändert, von unserer Einstellung auch zu dem Ganzen, was wir eigentlich machen. Also wie Mäx schon gesagt hat, es gab halt auch so diese Jahre, wo wir einfach wirklich im Underground rumgetourt sind und wo es für uns halt wichtig war, möglichst hart rüberzukommen und sich Credibility zu erspielen, ganz wichtiges Wort.. und das haben wir auch gemacht. Vielleicht ist es auch jetzt so entspannt, weil wir eben das Gefühl haben, wir haben das gemacht und wir haben die Credibility und es gibt Leute … oder alle Leute zollen uns irgendwie diesen Respekt für was weiß ich: Das lange Durchhalten, oder das wir eben doch unsere Instrumente beherrschen. So banale Sachen. Aber auf der anderen Seite ist es halt mittlerweile einfach so, dass wir sagen, hey, es ist cool, so wie es ist. Und deswegen, glaube ich, ist das auch die Entspanntheit, die so aus allem spricht und das müssen wir uns halt eben nicht mehr beweisen. Das ist schön und unsere Einstellung dazu hat sich halt insofern verändert, dass wir sagen: Hey, wir haben einfach Bock vor möglichst vielen Leuten zu spielen und wir grenzen auch nicht … Also man kann sich ja auch sein Publikum nicht aussuchen. Also das haben wir zwar nie gemacht, aber, gerade als wir jung waren, irgendwie, wenn wir da so Artikel lesen aus der Bravo von früher, wo steht: Wir wollen nicht, dass unsere Fans kreischen oder so (Gelächter). Da denkt man sich auch so zehn Jahre später, das ist auch ’n bisschen vermessen eigentlich, den Leuten zu befehlen, was sie zu tun haben. Ich meine, es hat uns damals natürlich komplett überfordert und es ist auch nicht so, dass auf den heutigen Konzerten jetzt irgendwelche Leute mega kreischen oder keine Ahnung was, aber selbst wenn sie es machen würden, dann wär das auch okay.
Mäx: Für die jungen Fans war das halt der Ausdruck von Freude und von Spaß und das ist ja auch total in Ordnung.

Mir gefällt eure Einstellung zum Erwachsensein, das klingt vernünftig. Wo wir gerade davon sprechen, was ist mit eurem ehemaligen Bassisten passiert, „Schlagi“, habt ihr noch Kontakt, geht’s ihm gut?
Jo: Wurden wir witzigerweise gestern auch gefragt, wobei das für uns echt schon so weit weg ist, weil es jetzt tatsächlich auch acht Jahre her ist?
Mäx: Nee..
Jo: Neun Jahre.
Mäx: Fast zehn. 2007… ist er am Anfang ausgestiegen.
Jo: Irgendwie so. Wie auch gestern schon in dem Interview erwähnt, wir haben zu Schlagi halt so sporadischen Kontakt. Also wir haben nicht regelmäßig Kontakt, weil wir einfach auch mittlerweile alle an verschiedenen Orten leben, aber wir sehen uns immer so einmal im Jahr. Teilweise, wenn wir unser eigenes Festival in unserer Heimatstadt machen, dann kommt er manchmal vorbei und es ist alles cool. Er ist damals ausgestiegen, weil er halt seine Ausbildung, seine Lehre fertig machen wollte. Also ich mein‘, wir sind jetzt halt zu dritt, auf dieser Tour tatsächlich eigentlich auch zum ersten Mal wirklich zu dritt, weil wir sonst oft noch mit Live-Musikern unterwegs waren. Aber jetzt seit zwei Jahren arbeite ich ja im Verborgenen am Bass und jetzt auch auf der Bühne. Das war nochmal ne komplette Frischzellenkur für uns als Band, uns auch als Trio wirklich zu finden. Ich mein‘, wir haben vor sechs Jahren schon ’nen Song gehabt, der hieß „Drei“ und wir waren nach außen immer drei, außer eben in der Zeit, wo Schlagi noch dabei war (lacht), ganz am Anfang, aber jetzt ist es eben auch so auf der Bühne. Und das ist konsequent und es fühlt sich absolut richtig an und wir fühlen uns sehr wohl als Trio. Das passt auch musikalisch, also ich mein‘, wir drei sind halt auch einfach super eingespielt.
Mäx: Und Jo ist ’n geiler Bassist. Sieht aus wie Falco aus den Achtzigern, oder, haben wir neulich gehört. (lacht)

Wen haltet ihr momentan für die beste deutschsprachige Band?
Fabi: Also wir haben letzte Woche in Wien gespielt. Da haben wir auf der Rückfahrt, ich habe es mir zum ersten Mal ganz angehört, das Wanda Album, oder die ersten beiden. Ich muss sagen, das erste fand ich jetzt persönlich noch ’n bisschen geiler, das war aber auch musikalisch echt geil.
Jo: Das liegt ja immer dran, welches Kriterium man wählt.

Ganz emotionsgebunden.
Jo: Also da finde ich Wanda hat schon so ’n Gefühl.
Mäx: Ja, die haben schon ’n Gefühl eingefangen tatsächlich.
Jo: Ich wüsste jetzt nicht, wenn ich noch weiter überleg‘, ob das meine definitive Antwort wäre, aber die begeistern uns, weil die halt auch so diesen, die haben glaube ich so ’n ähnlichen Ansatz zu Live- Shows wie wir. Und es ist so dieses Exzessive und dieses „Alle zusammen“ und da darf Energie da sein und ich glaube, das ist ganz geil. Ah, andere geile, deutschsprachige Band ist zum Beispiel auch Heisskalt, aber das ist halt was ganz anderes. Das ist halt auf ’nem ganz anderen Level, ich würde sagen, da sprechen mich die Texte auch super an, musikalisch ist das vielleicht nicht so ganz meins, aber ja, wir einigen uns einfach auf Wanda.

Das ist in Ordnung. Die erfahren aber tatsächlich auch sehr viel Gegenwind.
KillerpilzeJo: Ja, wie alles was Erfolg hat, wir ja auch. Also damit lernt man dann auch umgehen.
Fabi: Ich find das irgendwie auch schön. Also lieber so ’ne Band sein. Es gibt auch viele Künstler, die irgendwie überhaupt nicht…, die sind so glitschig find ich, ist dann auch nicht geil. Es ist schon cool, auch irgendwie ’n paar Ecken zu haben. Es wird nie ’ne Band geben, die ’n bisschen Ecken und Kanten hat, auf die sich alle einigen können. Das geht auch gar nicht. Uns ist es schon wichtig, dass wir vielen Menschen aus der Seele sprechen. Das wir auch möglichst viel erreichen, ganz klar, aber solange der Anteil derjenigen, die es gut finden immer größer ist als der, die es scheiße finden, dann ist noch alles gut. Wenn es irgendwann kippt, dann sollte man sich … , deswegen sowas wie YouTube-Kommentare find ich immer ganz … , man hängt sich auch als Band immer …, pickt man sich zwei raus, wo man sagt: „Ja, da ist jetzt vielleicht, der schreibt irgendwie dies und jenes“ und so, aber dann muss man das auch einfach nur mal in Relation setzen, weil die, die es geil finden, die finden’s ja geil und die geben sich sogar die Mühe, das einzutippen und auch abzuschicken. Also der Kommentar ist genauso viel wert, quantitativ, wie jemand, der es halt vielleicht nicht so geil findet. Dann muss man sich auch echt mal ein bisschen locker machen.
Jo: Also ich mein‘ genau diese ganzen Sachen von wegen verbiegen für Erfolg, das ist so lächerlich. Weil wir haben ganz andere Zeiten überstanden, wo das Wort Erfolg nicht mal in unserem Wortschatz vorhanden war. Da ging es halt drum, dass man die Zeiten irgendwie hinter sich bringt und wie gesagt vor 70 Leuten spielt und da grade als Band, die irgendwie dann diesen Hype hatte, ist es natürlich nicht einfach. Aber das Schöne ist, dass wir viel öfter jetzt mittlerweile hören „Hey, ihr seid so ein Vorbild für viele junge Bands, für Bands, die sich neu gründen“, weil wir einfach erstens Mal drei Typen sind, die seit 14 Jahren zusammen beste Kumpels sind, auf der Bühne stehen und das jetzt nicht nur so ’n Geschäftsding ist und einfach halt auch schon 14 Jahre dabei sind. Also ich mein‘, wir haben nächstes Jahr unser 15- jähriges Band- Jubiläum, das hat, glaube ich noch keine Band in unserem Alter in Deutschland geschafft und wir denken sicher noch nicht dran, da jetzt aufzuhören. Zum Beispiel so jemand wie Die Ärzte, ist so ’ne Band oder war es früher, die halt einfach auch zusammen sind, die durch dick und dünn gehen und die halt ’ne Karriere haben und das ist halt, glaub ich, bei uns schon auch besonders. Also einfach 14 Jahre Karriere jetzt auch schon, das ist nicht so newcomermäßig: Hey, wir sind jetzt da und haben irgendwie ’nen Hype, sondern wir haben uns halt auch schon öfter bewiesen.

Auf jeden Fall. Ihr seid am Ball geblieben, habt veröffentlicht, abgeliefert, da kann man nichts sagen.
Jo: Und das Schöne ist ja, dass es jetzt zum Beispiel in diesem Jahr wieder sich alles so fügt und dann irgendwie mehr Leute auf die Konzerte kommen, das Feedback positiver ausfällt als vielleicht bei der letzten Platte, das kann bei der nächsten auch wieder anders sein, aber wir wissen es halt sehr zu schätzen. Also dass in diesem Jahr alles so zusammenkommt, die Medien sich interessieren, ist ja auch ’n Punkt, ja, das ist super.

Itchy Poopzkid, wie ist da die Verbindung entstanden? Ich hatte vor Ewigkeiten, ich glaube, es war zu eurem letzten Album, hatten sie ’ne Empfehlung geschrieben. Woher kennt ihr diese Band, wie ist das entstanden?
Alle: Die kennen wir schon ewig.
Jo: Haben wir schon ganz oft zusammen live gespielt.
Mäx: Ist ’ne Ulmer Band, das ist bei uns quasi direkt ums Eck.
Jo: Eislingen an der Fils.
Fabi: Aus’m Schwabenländle.
Jo: Ja, man kennt sich von vielen Festivals und anderen Tourneen und witzigerweise hab ich erst gestern wieder mit Sibbi, dem Sänger geschrieben, der war gerade auf ’ner Fahrradtour an der Donau. Schöne Grüße an alle (Gelächter). Ja, wir haben immer mal wieder Kontakt, sehen uns auf Festivals, haben dann immer ’ne geile Zeit, bisher haben die Schönheiten uns noch nicht auf Tour mitgenommen, aber es ist ein super Verhältnis. Das sind echt ganz dreckige Säcke. Sind halt nicht sehr intelligent, aber… (Gelächter) Es ist geil so, über Interviews so Sachen streuen. Bitte alles rein nehmen. Sind nicht sehr intelligent, aber der Gitarrist ist der Hammer.

Wo wir bei Itchy Poopzkid sind, englische Songs, wollt ihr das auch irgendwann mal machen?
Mäx: Ach, ich glaub‘, das steht jetzt momentan noch nicht an, aber sag niemals nie. Wirklich. Also wir sind da so offen, was die Zukunft angeht. Wenn sich’s anfühlt, tatsächlich, irgendwie, ich mein‘, das Album würde auf jeden Fall auch ziemlich gut auf Englisch funktionieren.
Fabi: Musikalisch ist es schon ganz geil.
Jo: Wenn wir dann noch die Möglichkeit bekommen würden, zum Beispiel mal in Japan zu spielen, oder in keine Ahnung, Südamerika, dann bestimmt. Also alleine für die Erfahrung würde ich’s machen.
Fabi: Wir müssten auch erstmal Englisch richtig gut lernen..
Jo: Ja, das müssten wir…
Mäx: Können wir leider nicht…, haben alle die Schule abgebrochen, nach dem großen Hype.
Fabi: Ich hab‘ mit ner 5 abgeschlossen.
Jo: So ein Quatsch, nein, (Gelächter) wir können alle gut Englisch, ich besonders. Das können wir schon machen irgendwann, aber es steht im Moment nicht zur Debatte. Viel spannender, also momentan finde ich es viel spannender, das wir uns halt klar auf Deutsch irgendwie ausdrücken. Einfach, weil wir das schon immer so gemacht haben. Gibt auch viele Beispiele, die in Japan und Südamerika auf Deutsch funktionieren, wenn man sich die Hosen oder so mal anschaut, das ist mega krass. Und ich mein‘, auch wir, wir spielen in Frankreich, Russland, gut Österreich/Schweiz … , aber auch in vielen anderen Ländern schon gespielt, da singen die Leute halt Deutsch, lernen Deutsch, oder tun zumindest so, als wenn sie’s könnten. Auf jeden Fall ist es abgefahren, wenn wir da hinkommen. Und das macht so viel Spaß, macht uns so stolz irgendwie. Also bislang, wie gesagt, steht es nicht zur Debatte, weil es alles super läuft. Auch wenn der Albumtitel jetzt Englisch ist.

Ja, da habt ihr ja schon so’n Zeichen gesetzt.
Jo: Man munkelt, da steckt mehr dahinter … (lacht) Nächstes Jahr vielleicht, zum 15 jährigen, wenn man gerade gar nichts zu tun hat, was aber nie vorgekommen ist.

Und seit wann seid ihr jetzt in Hamburg – heute angekommen?
Jo: Heute angekommen.
Mäx: Wir sind heute angekommen. Ja, wir waren ja gestern in Berlin, haben da gespielt, davor noch in Frankfurt, ja, gestern noch ganz gut gefeiert. Heute früh hierher.
Jo: Heute Abend wird’s Marx zerlegt.
Fabi: Doch, freuen wir uns sehr.

Wart ihr noch in Hamburg unterwegs? Habt ihr so ’n paar Ecken, die ihr kennt und mögt?
Mäx: Ja, wir haben ja hier die Platte produziert. Da waren wir ganz oft hier.
Fabi: Schanze.
Jo: Wir kennen schon ’n paar Ecken, wir haben ja auch früher hier schon ’n Video mal gedreht, auch in der Schanze. Und ich mein‘, wenn man über 10 Jahre immer mal wieder in die Stadt kommt, dann lernt man schon ’n paar Sachen kennen. Aber heute hat’s auch das Wetter bisher nicht so ganz zugelassen, das wir noch Lust hatten draußen rumzuschreiten.
Mäx: Aber Hamburg ist schon sehr in unser Herz gewachsen, gerade die letzten ein, zwei Jahre … Heute kommen auch super viele von unserem Team eben dann her und dann ist es schon so ’n kleines Heimspiel.
Jo: Kleines Heimspiel im Norden.

Zu guter Letzt, habt ihr ’ne Meinung zu Astra Bier?
Jo: Müsste ich jetzt später noch mal testen.

Ach was?!
Fabi: Ne, ne, ich mag’s. Ich mag’s. Ich marx.

Das ist das Wortspiel des Tages.
Fabi: Astra- Ich Marx.
Jo: Sehr gut. Aber es steht heute leider nicht im Kühlschrank, sonst hätten wir das schon getrunken. Wir haben irgendwie anderes Bier im Backstage. Wir schauen, dass wir für nach der Show Astra bekommen.

Super. Dann freue ich mich riesig, dass das heute geklappt hat.
Jo: Vielen Dank.
Fabi: Ja cool!
Mäx: Danke für’s Interesse und auch für die Unterstützung.

KillerpilzeIm Anschluss an das tolle Gespräch werden wir noch von „Menschen für Menschen“ angesprochen. Es geht um die Initiative „High Five 4 Life“. Die von den Killerpilzenund der Fußballerin Julia Simic vom VfL Wolfsburg mit „Menschen für Menschen“ ins Leben gerufene Aktion, setzt sich für Menschen in Äthiopien ein, die dort schon lange mit existentiellen Problemen zu kämpfen haben. Diese reichen von Armut über Krankheit, Wasserknappheit bis hin zu Hunger. Durch Hilfe zur Selbstentwicklung wollen die Killerpilze mit „High Five 4 Life“ die dortigen Familien Schritt für Schritt in ein unabhängiges Leben ohne all diese Sorgen führen. Und hier sprechen die Killerpilze euch direkt aus dem Marx an:

Wer ihnen helfen will, findet die nötigen Informationen auf www.highfive4life.deInterview: René Biernath



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