cn_praesentiert21Der Prinz kommt mit dem Linienbus und die Königin über triste Betonlandschaften ist auch nur eine „fucking cunt“. Die Sleaford Mods hauchen dem Glauben an einen romantisch anmutenden Working Class Hero Leben ein, während sie neo-liberalen Indie-Kids aus bürgerlichem Hause mit ihren rotzigen Texten die musikalische Fresse polieren. Das hier ist Hedonismus für Bergarbeiter, frittiertes Hühnchen an verlassenen Strandpromenaden, Uringeruch in Bahnunterführungen. Das hier ist eine gleichgültig anmutende Einstellung zweier Männer, die man früher wohl Punks gennant hätte, denn die Sleaford Mods machen keine „music for the masses“.

Die gebrühten Lyrics von Jason Williamson ähneln volltrunkenen, verbitterten Hasstiraden und besonders live sind die beiden Briten eine rohe, ehrliche und provokante Gewalt. Ganz ohne Begleitmusiker oder Band tritt Williamson ans Mikrofon, während sein Produzent, Andrew Fearn, schranzige Lo-Fi-Beats durch die Boxen hat. Endlich mal wieder ein Konzert, in der man nicht ein Teil der „best audience on tour“ ist. Endlich mal wieder ein Konzert, bei dem das Mikrofon einfach rücksichtslos auf den Bühnenboden fallengelassen wird, bevor das Licht an geht. Am 25.November kommen die Sleaford Mods in die Fabrik. Karten gibt’s bei der Theaterkasse Schumacher. (hw)

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